Eisbären bei CITES verraten und verkauft

Die CITES Entscheidung ist fatal für die Eisbären
Donnerstag, März 7, 2013
Hamburg

Heute haben die Delegierten bei der CITES-Konferenz (Washingtoner Artenschutz-Übereinkommen) in Bangkok gegen einen Antrag für einen höheren Schutz der bedrohten Eisbären gestimmt. 

Von den USA eingebracht und unter anderem von Russland unterstützt, sollte dieser Antrag den Eisbären auf Anhang 1 des Washingtoner Artenschutzübereinkommens listen. Diese Listung hätte zu einem effektiven Verbot des internationalen Handels mit Teilen und Produkten des Eisbären geführt. Kanada, Norwegen und verschiedene andere Vertragsstaaten stimmten gegen den Vorschlag, die EU enthielt sich.

“Wieder einmal hatte die Welt die Chance, die Eisbärenpopulation zu schützen – und sie hat versagt“, so Robert Kless, Leiter der Wildtierhandelskampagne des IFAW (Internationaler Tierschutz-Fonds) Deutschland. „Jedes Jahr, in dem diese faszinierende Art nicht vollständig geschützt wird, führt uns näher an eine totale Ausrottung des Eisbären.“

Es gibt derzeit nur noch 20.000 bis 25.000 wild lebende Eisbären, ihr Lebensraum liegt in Kanada, Grönland, Norwegen, Russland und den USA. Führende Eisbärenforscher glauben, dass zwei Drittel der weltweiten Eisbärenpopulation bis 2050 verschwunden sein werden.

„Die Eisbären kämpfen derzeitig mit den schwierigen Umweltbedingungen, die zu niedrigeren Populationszahlen, niedrigeren Geburtenzahlen, weniger überlebenden Jungtieren und im Allgemeinen zu höheren Todesraten führen – somit kann die Jagd auf die Tiere als zusätzliche Bedrohung der Tropfen sein, der das Fass zum Überlaufen bringt – und den Eisbären ausrottet“, sagt Nikita Ovsyanikov, eine russische Wissenschaftlerin und Mitglied der IUCN Polar Bear Specialist Group.

Mehr als 400 Eisbären werden jedes Jahr in Kanada allein für den internationalen Handel mit ihren Fellen, Krallen und Zähnen getötet. Außerdem werden illegal getötete Eisbären als legal getarnt und verkauft. Nach dem Klimawandel ist die Jagd auf Eisbären die zweitgrößte Bedrohung der Art. Zusammengenommen bringen Faktoren wie schrumpfender Lebensraum, schmelzendes Eis, Wilderei und Verschmutzung durch Öl- und Gasgewinnung die ohnehin schwindenden Eisbärenpopulationen in sehr ernstzunehmende Bedrängnis.

„Diese Entscheidung ist für die Russen und die russischen Eisbären extrem enttäuschend. Denn der kommerzielle Handel von Eisbären in Kanada ist der Deckmantel für das illegale Geschäft mit Eisbären in Russland.“, sagt Masha Vorontsova, Leiterin des IFAW-Russland.
In enger Zusammenarbeit mit Russland hatten die Vereinigten Staaten eine Führungsrolle bei dem Versuch eingenommen, eine Entscheidung für einen besseren Schutz der Eisbären zu erwirken.
„Der Eisbär hat eine düstere Zukunft vor sich – und der heutige Tag hat seine Situation nicht verbessert. Die fortschreitende Bejagung des Eisbären im Interesse des internationalen Handels ist nicht nachhaltig. Mitglieder der CITES-Konferenz haben die Pflicht, Tiere vor solch einer Bedrohung zu schützen“, so Dan Ashe, Direktor des U.S. Fish & Wildlife Service und Vorsitzender der U.S. Delegation bei CoP16. „In dieser Verantwortung gegenüber den Eisbären haben wir hier heute versagt.”
 

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