Ein großartiger Erfolg für den Walschutz

Minkwale auf dem japanischen Fabrikschiff Nisshin Maru während einer Waljagd im Schutzgebiet des Südpolarmeers. © IFAW

Es war eine ehrgeizige Entscheidung der australischen Regierung, Japan wegen seines Walfangs im Südpolarmeer vor den Internationalen Gerichtshof zu bringen. Mein Kollege Patrick Ramage und ich waren dabei, als das Gericht das großartige Urteil zum Schutz der Wale fällte.

Die diesjährige japanische Jagdsaison in der Antarktis ist vorbei. Und im nächsten Jahr werden die Wale im Südlichen Ozean zum ersten Mal seit über hundert Jahren nicht mehr bedroht sein. Denn das Schlachten dort hat ein Ende gefunden. Japan begann erst spät mit der Waljagd im Südpolarmeer. Jedoch hatten andere Länder wie Großbritannien und die USA zu diesem Zeitpunkt längst großen Schaden angerichtet, auch wenn sie dort mittlerweile schon lange keine Wale mehr jagen. Von einst einer Dreiviertelmillion Blauwale in der Region sind heute nur noch einige tausend am Leben.

Doch im Gegensatz zu vielen anderen Ländern entschied Japan, mit der Waljagd in dieser abgelegenen Region weiterzumachen. Nach dem Moratorium zum gewerblichen Walfang im Jahr 1986 führte Japan seinen Walfang unter dem vermeintlichen Deckmantel der Wissenschaft fort und tötete mehr als 10.000 Zwergwale im Südpolarmeer.

Selbst die Entscheidung der Internationalen Walfangkommission (IWC), das Südpolarmeer zum Schutzgebiet zu erklären, reichte nicht aus, um Japan vom Walfang abzuhalten. 23 Nationen stimmten bei der IWC-Konferenz 1994 für ein Schutzgebiet. Nur Japan stellte sich dagegen.

Der aktuelle Urteilsspruch ist entwaffnend eindeutig. Paragraph 247 besagt, dass Japan sich nicht an die verbindlichen Entscheidungen der IWC gehalten hat, da die Sondergenehmigungen nicht den Vorgaben von Artikel VIII der IWC-Konvention entsprechen. Der Artikel regelt, wie wissenschaftlichen Walfang definiert ist. Aus diesem Grund entschied das Gericht, dass Japan alle noch vorhandenen Genehmigungen für „wissenschaftlichen Walfang“ in der Antarktis widerrufen muss.

Es scheint mir noch gar nicht lange her, dass ich vergangenen Juni auf den unbequemen Sitzen der Galerie des Gerichtssaals saß und die australischen und japanischen Argumente gegen Japans Walfang mitverfolgte. Heute ist es das Urteil, das für Japan sehr unbequem ist, aber es birgt auch große Chancen. Es ist an der Zeit, dass Japan seiner Walforschung im Südpolarmeer durch humane Methoden ein neues Gesicht gibt.

Wir wollen, dass Japan uns an seinem Forschungswissen teilhaben lässt, damit wir unsere Wissenslücken in diesem abgelegenen Teil der Erde schließen können. Japan könnte sich der Southern Ocean Research Partnership anschließen und beim humanen Studium der Wale mit Australien zusammenarbeiten. Ganz so, wie es beide Länder in anderen Bereichen der antarktischen Forschung bereits tun.

Man sagt, ein Sieg hat immer viele Väter. Es gibt viele Organisationen und Menschen auf der ganzen Welt, die auf diesen großartigen Erfolg für die Wale hingearbeitet haben.

Jeder, der daran beteiligt war, wird den Beitrag, den das Walteam des IFAW dabei geleistet hat, bereitwillig anerkennen. Dieses Ergebnis wäre ohne unsere engagierten Bemühungen während der letzten zehn Jahre und ohne die Unterstützung unserer Förderer nicht möglich gewesen.

Vassili Papastavrou

Erfahren Sie mehr darüber, was der IFAW tut, um Wale weltweit zu schützen.

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Experten

Dr. Maria (Masha) N. Vorontsova, Regionaldirektorin Russland und GUS
Regionaldirektorin Russland und GUS
Dr. Ralf Sonntag, Länderdirektor Deutschland
Länderdirektor Deutschland
Isabel McCrea, Regionaldirektorin Ozeanien
Regionaldirektorin Ozeanien
IFAW Japan Representative
Repräsentantin IFAW Japan
Patrick Ramage, Programmdirektor Wale
Programmdirektor Wale