Drei neue Elefantenkälber im Rehabilitationszentrum in Indien

Das völlig verängstigte Kalb war von Fischern vor dem Ertrinken gerettet worden.Innerhalb von 72 Stunden kamen zwei neue männliche Elefantenkälber – beide nicht einmal drei Monate alt – im Wildtier-Rehabilitationszentrum an, das der IFAW gemeinsam mit dem Wildlife Trust of India betreibt. Einige Tage zuvor war ein weibliches Kalb eingetroffen, nachdem sich Versuche, sie wieder mit ihrer Herde zusammenzubringen, als vergeblich herausgestellt hatten.

Ein zweieinhalb Monate altes männliches Elefantenkalb wurde von Mitarbeitern der Forstbehörde in Obhut genommen, die für die Gebiete Majuli und Nimati in der Nähe des Flusses Brahmaputra zuständig sind. Das völlig verängstigte Tier war von Fischern in einem der Nebenflüsse des Brahmaputra vor dem Ertrinken gerettet worden. Die Forstmitarbeiter brachten den kleinen Elefanten auf die nächstgelegene Insel Major Chapori Island. Dort versuchten sie, das Kalb wieder mit seiner Herde zu vereinen.

Doch trotz langer Wartezeit erschien die Herde nicht. Angesichts des kritischen Zustands des Elefantenjungen brachten die Forstmitarbeiter das Kalb über Nacht an einem sicheren Ort unter. Am nächsten Morgen transportierten sie es dann ans andere Ufer.

Daraufhin wurde das Team unseres Rehabilitationszentrums zu Hilfe gerufen. Dr. Panjit Basumatary, der Tierarzt des Zentrums, kümmerte sich um den kleinen Elefanten und behielt ihn über Nacht zur Beobachtung auf der Krankenstation.

"Das Kalb wog 140 Kilo und stand stark unter Stress. Sichtbare äußere Verletzungen hatte es jedoch nicht. Um den Kleinen zu beruhigen, haben wir ihn auf der Krankenstation zusammen mit einem anderen Elefantenkalb untergebracht.", so Basumatary.

72 Stunden nach Einweisung des ersten Kalbs wurde auf Majuli Island von der Forstbehörde Jorhat ein zweites männliches Elefantenkalb gefunden. Es hatte Verletzungen. Die Forstmitarbeiter übernahmen es aus der Obhut des geistlichen Oberhaupts von Dakhinpat Satra, einer der größten Stätten des Vishnuismus in Assam. 

Das Kalb hatte große Mühe aufzustehen. Seine verletzten Körperpartien waren sichtlich geschwollen und es humpelte bei jedem Schritt.

Das religiöse Oberhaupt wollte den Elefanten trotz der Verletzungen behalten. Nach langen Diskussionen und dem Hinweis auf das Wildtierschutzgesetz von 1972 willigte er endlich ein, das Kalb den Forstmitarbeitern zu übergeben, um es fachkundig behandeln zu lassen.

Die Forstbehörde Jorhat informierte sofort unser Rehabilitationszentrum und forderte Hilfe an. "Das Kalb war dehydriert. Auf der rechten und linken Seite des rechten vorderen Fußgelenks und am Kniegelenk des linken Vorderbeins hatte er insgesamt vier große Stichwunden. Eine weitere Stichwunde befand sich über der linken Hinterbacke. Das Kalb hatte große Mühe aufzustehen. Die verletzten Körperpartien waren sichtlich geschwollen und es humpelte bei jedem Schritt.", so der verantwortliche Tierarzt Dr. Biswajit Boruah. Das Kalb wiegt 135 Kilo und wird momentan auf der Krankenstation versorgt.

Das dritte Elefantenkalb wurde von seiner Mutter getrennt, als es in den Graben einer Teeplantage fiel. Der Unfall spielte sich etwa zwei Kilometer entfernt vom Kalapahar Daigurung Elefantenkorridor ab. Die Forstmitarbeiter konnten das weibliches Kalb retten und brachten es zum nächsten Waldabschnitt, um es vor Schaulustigen zu schützen. 

Das Kalb wurde erneut verlassen. Die Forstmitarbeiter fanden es jedoch am nächsten Morgen auf der Teeplantage wieder.

Noch am selben Abend versuchte unser Tierarztteam unter der Leitung von Dr. Daoharu Baro gemeinsam mit einem Tierpfleger und den Forstmitarbeitern, das Kalb mit seiner Herde wieder zu vereinen. Zur großen Freude aller Beteiligten nahm ein Elefant das Kalb mit in den Wald. Doch um sicherzugehen, dass die Wiedervereinigung wirklich geglückt war, entschied das Team, 48 Stunden vor Ort zu bleiben.

Das Kalb wurde erneut verlassen. Die Forstmitarbeiter fanden es jedoch am nächsten Morgen auf Teeplantage wieder. Sie verständigten das Tierarztteam unseres Rehabilitationszentrums. Dr. Panjit Basumatary und die Tierpfleger kamen sofort, um das Elefantenbaby zu retten.

"Das Kalb stand stark unter Stress. Wir versorgten die Kleine vor Ort so gut wie möglich und brachten sie ins Rehabilitationszentrum. Sie wurde auf der Krankenstation untergebracht und über Nacht von einem Pfleger beobachtet. Abgesehen von Stresssymptomen zeigte sie jedoch keine Auffälligkeiten", so Basumatary.

Mit den drei Neuankömmlingen leben jetzt insgesamt zehn Elefanten im Rehabilitationszentrum: drei männliche und sieben weibliche. Die Elefanten werden alle von Hand aufgezogen, auf ein Leben in Freiheit vorbereitet und später wieder ausgewildert.

Rupa Gandhi Chaudhary

Helfen Sie uns, Elefanten in Indien und Tiere überall auf der Welt zu retten und zu versorgen.

Post a comment

Experten

Céline Sissler-Bienvenu,Direktorin Frankreich und frankophones Afrika
Direktorin Frankreich und frankophones Afrika
Dr. Joseph Okori, Regionaldirektor Südliches Afrika und Programmdirektor Natursc
Regionaldirektor Südliches Afrika und Programmdirektor Naturschutz
Faye Cuevas, Esq., Vizepräsidentin
Vizepräsidentin
Grace Ge Gabriel, Regionaldirektorin Asien
Regionaldirektorin Asien
James Isiche, Regionaldirektor Ostafrika
Regionaldirektor Ostafrika
Jason Bell, IFAW Vizepräsident Natur- und Tierschutz
Vizepräsident Natur- und Tierschutz
Vivek Menon, IFAW Senior-Berater Strategische Partnerschaften
Senior-Berater Strategische Partnerschaften