Die Fortsetzung der kommerziellen Robbenjagd in Kanada ist schwer nachvollziehbar

Ein Robbenjäger häutet auf dem kanadischen Eis ein kurz zuvor getötetes Robbenjunges.Was für eine Woche!

Die Pläne des IFAW-Robbenteams haben sich so schnell verschoben wie die Eisschollen vor der kanadischen Ostküste, auf denen vor kurzem noch die Sattenrobbenjungen geboren wurden. Sie sind mittlerweile drei Wochen alt, und die meisten von ihnen verlieren jetzt ihren weißen Pelz – das sichere Indiz dafür, dass die alljährliche kanadische Robbenjagd wieder vor der Tür steht.

Es ist immer ziemlich unklar, wann genau die Jagd letztendlich beginnt, und dieses Jahr war keine Ausnahme. Nur wenige Stunden, nachdem bekannt gegeben wurde, dass die Jagd im Sankt-Lorenz-Golf am 26. März eröffnet würde, änderte das kanadische Fischereiministerium noch einmal seine Meinung und gab als neuen Termin den 22. März an.

Mit weniger als 36 Stunden Vorwarnung mussten wir schnell handeln. Und das taten wir auch.

Am Tag der Eröffnung flogen wir zu dem Ort, an dem sich die größte (und vielleicht letzte) große Ansammlung von Robben im Golf befindet, auf einer kleinen Eisfläche vor den Magdalenen-Inseln.

Anstatt der angekündigten 5000 bis 10.000 Tiere fanden wir lediglich ein paar Hundert dort vor, die sich an den letzten noch verbliebenen Eisschollen festklammerten.

Wir sahen dort alle möglichen Tiere, angefangen bei Müttern mit ihren noch weißen Jungen, ausgewachsenen Männchen und sogar einige Mützenrobben.

Es waren sechs Boote da, die Robben jagten und die alle Tiere, die ihnen vor den Bug kamen, erschossen und zu Tode knüppelten.

Einige Boote warfen Kadaver über Bord, andere ließen die Pelze zurück. So ein verschwenderischer Umgang wird in Kanada bei anderen Jagdarten im Allgemeinen nicht geduldet. Und da man annimmt, dass in den vergangenen Jahren die Sterblichkeit bei Jungtieren sehr hoch war, dadurch überhaupt nur noch sehr wenige Tiere im Golf übrig bleiben, und da die Märkte für Robbenprodukte weiter schwinden, ist es wirklich sehr schwer nachzuvollziehen, dass die Jagd überhaupt noch weitergeht.

Über dem grausamen Anblick der wehrlos getöteten Tiere muss ich mir immer wieder vor Augen führen, was wir trotz allem bislang erreicht haben.

Von den ganzen 11 Jahren, in denen ich die Robbenjagd mit dem IFAW nun dokumentiere, waren die letzen Jahre definitiv anders. Weniger Boote, weniger getötete Robben und natürlich auch weniger Eisschollen - Eis, das für die Tiere in den ersten Wochen nach der Geburt überlebenswichtig ist.

Es sieht fast so aus, als habe der Klimawandel der Robbenjagd im Golf den Garaus gemacht, zumindest im Moment. Am Ende des ersten Jagdtages wurde von 1724 getöteten Robben berichtet. Auch wenn es furchtbar ist, dass die Jagd überhaupt stattfindet, haben wir für die Robben in Kanada schon einiges verbessern können

Wir müssen weitermachen.

Das Ende der grausamen, unnachhaltigen und unnötigen Industrie ist zum Greifen nah.

Helfen Sie dem IFAW aus der Jagd Geschichte zu machen und schreiben Sie der kanadischen Regierung, dass es Zeit ist, der Jagd ein Ende zu bereiten.

Ich danke Ihnen herzlich.

-SF

Kommentare: 1

 
Gast
2 Jahre ago

I have sent this letter to 400 Canadian politicians.

To
The Minister of Fisheries and Oceans
The Hon. Keith Ashfield
cc The Right Hon. Stephen Harper
cc the Members of Parliament , Canadian Senators

Dear Minister,
Canada tries very hard to appear in the view of us Europeans as one of the few last refuges of unspoilt nature.
What a deceit: every year thousands and thousands of defenseless baby seals are slaughtered in the Gulf of St. Laurence and off N.F. The commercials seal hunt is an unnecessary and brutal massacre, unworthy of such a rich 1st world country.
Even though ice conditions in the last two years endangered the harp seal population ( DFO stated that 80 per cent of the breed drowned) you set the catch quota of 2012 to a reckless 400.000
Your doing is irresponsible. Man sees himself as the “masterpiece of creation” and derives the right to interfere, exploit and destroy nature.
Your doing is a crime, not only against our nature. It is also a deceit of your own citizens by ignoring the fact that, thanks to many many responsible engaged people all over the world, markets for seal products have finally collapsed.
Capable politicians realize when the wind changes. The dark chapter of for some centuries lasting gory commercial seal hunt has just closed. It should be your priority task to offer alternative sustainable future businesses to your coastal inhabitants and not lull them into delusion by stock-piling seal pelts at the expense of your tax payers.
Prove our humane uniqueness by accepting our responsibility to protect our nature and preserve the beauty of our planet for our descendants. Stop the commercial seal hunt.
My family and I would love to see the beauties of your country and spend our holidays in Canada`s unspoilt nature. But as long as you continue this barbaric massacre we boycott your country.

Sincerely
Dr. Astrid Kammerer-Höfer
Kandelstr. 18
79194 Gundelfingen, Germany

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Experten

Dr. Ralf Sonntag, Länderdirektor Deutschland
Länderdirektor Deutschland
Robbie Marsland, Regionaldirektor Großbritannien
Regionaldirektor Großbritannien
Sheryl Fink, Direktorin Wildtier-Kampagnen, IFAW Kanada
Direktorin Wildtier-Kampagnen, IFAW Kanada
Sonja Van Tichelen, Regionaldirektorin Europäische Union
Regionaldirektorin Europäische Union