Die Europäer halten beim Schutz der Robben vor der grausamen Jagd zusammen

Die Regierungen von Kanada und Norwegen fechten vor der WTO das EU-Verbot für Robbenprodukte an.Die Kampagne gegen die kanadische Robbenjagd begann im Jahr 1969 mit der Gründung des Internationalen Tierschutz-Fonds (IFAW). Bilder von Robben, die grausam abgeschlachtet und manchmal bei lebendigem Leib gehäutet wurden, brachten eine breite Unterstützung für ein Einfuhrverbot für Robbenprodukte in die EU auf den Plan. Das zeigt sehr schön, wie groß unter EU-Bürgern und EU-Entscheidungsträgern der Rückhalt für den Tierschutz ist. Im Ergebnis wurde dann im Jahr 2009 die Robben-Verordnung verabschiedet, die den Import der Produkte verbot, die aus der grausamen kommerziellen Robbenjagd stammen.

Die Europäer sind mit ihrer Ablehnung der Robbenprodukte nicht allein – Russland, die USA, Mexiko, Taiwan und andere Länder haben ähnliche Gesetze.

Die Vertretung des Unvertretbaren bei der WTO

Anstatt denen zu helfen, die in einem für das 21. Jahrhundert völlig veralteten Industriezweig tätig sein müssen, hat sich die kanadische Regierung mit Norwegen zusammengetan, um das EU-Gesetz vor der Welthandelsorganisation (WTO), der für die Regulierung des internationalen Handels zuständigen Institution, anzufechten. In ihrer Klage berufen sie sich darauf, dass die EU durch die Verabschiedung der Verordnung gegen Handelsgesetze verstoßen habe und dass die Robbenjagd human ablaufe. Bei der WTO geht es allerdings nicht nur um Handel, sie erkennt durchaus auch an, dass moralische Werte und der Schutz von Tier und Mensch manchmal wichtiger sind als Geld. Die WTO-Regeln erlauben Handelsbeschränkungen im Namen der Wahrung der „öffentlichen Moral“.

Ein Gremium mit Handelsexperten wird vom 18. bis 20. Februar in Genf  Kanadas und Norwegens Klage und die Verteidigung der Europäischen Kommission anhören. Das IFAW-Team wird sehr genau darüber wachen, dass all unsere Bemühungen und der Schutz der Robben nicht drohen, auf dem Altar des Freihandels geopfert zu werden.

--SVT

Post a comment

Experten

Dr. Ralf Sonntag, Länderdirektor Deutschland
Länderdirektor Deutschland
Sheryl Fink, Direktorin Wildtier-Kampagnen, IFAW Kanada
Direktorin Wildtier-Kampagnen, IFAW Kanada
Sonja Van Tichelen, Regionaldirektorin Europäische Union
Regionaldirektorin Europäische Union