Die EU ist gefordert den Eisbären zu retten - durch ein Verbot des internationalen Handels

Die Eisbären sind bedroht und ihre Situation verschlechtert sich immer weiter. Während ihnen das Eis unter den Pfoten wegschmilzt, eine Folge des Klimawandels, und somit ihr Lebensraum schwindet, werden Eisbären auch noch bejagt, um ihre Felle international zu verkaufen. Forscher gehen davon aus, dass im Jahr 2050, also in nicht mal 40 Jahren, nur noch zwei-Drittel so viele Eisbären wie heute leben werden. Das macht deutlich: Die Eisbären brauchen jede Hilfe, um zu überleben. Ein internationales Handelsverbot ist dabei ein ein einfaches aber sofort wirksames Mittel, die Bedrohung zu vermindern.

Darum geht es, wenn sich Anfang März Delegationen aus 177 Ländern in Bangkok, Thailand, auf der Verstragstaatenkonferenz des Washingtoner Artenschutzübereinkommens (WA oder englisch: CITES) treffen. CITES hat die Aufgabe den internationalen Handel mit bedrohten Arten so zu reglementieren, dass vom Handel keine Bedrohung ausgeht. Bereits vor 3 Jahren hat CITES darüber verhandelt, die Eisbären in die höchste Schutzkategorie aufzunehmen, und somit den internationalen Handel mit ihren Fellen oder Klauen zu verbieten. Aber trotz aller Fakten und Logik ist der Antrag damals gescheitert. Viele Regierungen, und (kaum zu glauben) sogar manche Naturschutzorganisation, schrecken vor der Wahrheit zurück: die Auswirkungen des Klimawandels erfordern zunehmend eine vollständige Unterschutzstellung vieler Wildtierarten. So ist es auch bei den Eisbären. Die Bestände halten unter den Bedingungen zukünftig eine Bejagung für den internationalen Handel einfach nicht mehr aus, deshalb muss das ein Ende haben. 

Kanada ist das einzige Land, dass heute noch die Bejagung der Eisbären für den internationalen Handel zulässt. Obwohl 85% der kanadischen Bevölkerung will, dass  damit Schluss ist. Aber auch in der EU herrscht noch keine Einigkeit bei den Regierenden, obwohl sicher die große Mehrheit der Bevölkerung dafür wäre. Während Länder wir Österreich, Deutschland, Großbritannien und Belgien sich klar für das Handelsverbot aussprechen, sind Länder wie die Niederlande, Frankreich, Schweden, Finnland, Portugal oder Spanien noch unentschieden. Aber Unentschlossenheit entlässt sie nicht aus ihrer Verantwortung.

Am 6.Februar treffen sich die Umweltminister aller EU-Länder in Brüssel, um die gemeinsame Position der EU abzustimmen. Eine Einigung ist wichtig, weil nur dann alle EU Mitgliedsstaaten en Bloc bei CITES für die Unterschutzstellung stimmen können. Kann sich die EU nicht einigen werden alle 27 Stimmen der EU Länder verloren sein, weil sie sich bei der Abstimmung enthalten müssten. Eine fatal Folge der Unentschlossenheit, vor allem und zu allererst für die Eisbären. Ob es allen gefällt oder nicht: Die EU ist gefordert durch ein Verbot des internationalen Handels den Eisbären zu retten !

--PP

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Experten

Azzedine Downes, Präsident und CEO
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Céline Sissler-Bienvenu,Direktorin Frankreich und frankophones Afrika
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Dr. Elsayed Ahmed Mohamed, Regionaldirektor Mittlerer Osten
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Dr. Maria (Masha) N. Vorontsova, Regionaldirektorin Russland und GUS
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Grace Ge Gabriel, Regionaldirektorin Asien
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Isabel McCrea, Regionaldirektorin Ozeanien
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Jeffrey Flocken, Regionaldirektor Nordamerika
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Kelvin Alie, Programmdirektor Wildtierhandel
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Peter Pueschel, Direktor Internationale Natur- und Umweltschutzabkommen
Direktor Internationale Natur- und Umweltschutzabkommen
Robert Kless, Leiter Wildtier-Kampagnen, IFAW Deutschland
Leiter Wildtier-Kampagnen, IFAW Deutschland
Vivek Menon, Regionaldirektor Südasien
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