Die Debatte zwischen Pro-Robbenjagd-Rhetorikern und nüchtern argumentierenden Jagdgegnern im kanadischen Senat wird wieder aufgenommen

Der kanadische Senator Mac HarbGestern hielt Senator Mac Harb eine leidenschaftliche, an den kanadischen Senat gerichtete Rede, als die Debatte über seine Gesetzesvorlage zum Stopp der Robbenjagd (Gesetzesvorlage S-210) wieder aufgenommen wurde.

Wir begrüßen Senator Harbs unerschütterlichen Einsatz und Mut im Kampf gegen die grausame und sinnlose Robbenjagd, ein Morden, das in einer jüngst veröffentlichten veterinärwissenschaftlichen Studie als "per se unmenschlich" bezeichnet wird.

Senator Harb deckt die Fakten auf: Die Märkte für Robbenprodukte trocknen aus, die kommerzielle Robbenjagd ist ein dahinsiechendes Gewerbe und die Regierung Kanadas hat darin versagt, Robbenjägern und ihren Gemeinschaften Entschädigungen zu leisten oder Alternativen zu bieten.

Er weist auf die fortgesetzte Verschwendung kanadischer Steuergelder hin, mit denen das Gewerbe subventioniert wird, und nicht zuletzt auf die 3.6 Mio. Dollar, die zur Rettung des Robbenfängergewerbes und den Einspruch der kanadischen Regierung gegen das EU-Verbot von Robbenprodukten bei der Welthandelsorganisation ausgegeben wurden.

Der Senator rief auch nachdrücklich zur Unterstützung der Inuit-Gemeinschaften auf und beklagte, dass die kanadische Regierung diese bitter enttäuscht habe, als sie die für die Inuit und First Nations von der EU vorgesehenen Ausnahmeregelungen nicht in Anspruch nahm.

Er wies auf das seit langem schlechte Fischereimanagement der Regierung hin und entlarvte die Behauptungen von Jagdbefürwortern, die die Schuld für die Nicht-Erholung der Fischbestände Robben und anderen Räubern in die Schuhe schieben wollen.

Die Politiker müssen endlich aufhören, sich die "guten alten Zeiten" zurückzuwünschen – oder gar eine Rückkehr zu ihnen zu fördern –, als noch Seehundstran in Lampen verwendet wurde und Männer ein tragisches Ende bei der Seehundsjagd fanden. Die Welt braucht und will keine Robbenprodukte, und es besteht absolut keine Notwendigkeit, die archaische Praxis der kommerziellen Robbenjagd in die Zukunft hinüberzuretten.

Wie nicht anders zu erwarten, konterten Senator Harbs Kollegen wieder nur mit der üblichen hilflosen, durch keinerlei Argumente untermauerten Pro-Jagd-Rhetorik.

Zunächst wird behauptet, die Debatte über die Robbenjagd sei emotional geladen und werde nicht wissenschaftlich geführt (da hat sich der Herr Senator, der diese Behauptung aufstellte, wohl die Lektüre der zahlreichen Berichte, die das Gegenteil zeigen, gespart!).

Dann die revolutionäre Enthüllung von Senator Patterson, die Robben seien keine Vegetarier (Gähn... war dieser Geistesblitz nicht schon vor 20 Jahren in Umlauf?), und schließlich die immer wieder gehörte Feststellung, die Robben ernährten sich von Fisch, und da sage einem doch schon "der gesunde Menschenverstand", dass sich das negativ auf die Erholung der Fischbestände auswirken müsse. Naturwissenschaftler weisen allerdings darauf hin, dass marine Ökosysteme dann doch etwas komplizierter sind und dass es einer differenzierteren Analyse bedarf, wenn man den Einfluss des Fischkonsums der Robben auf die Fischbestände bestimmen will. Jüngste wissenschaftliche Erkenntnisse deuten darauf hin, dass Sattelrobben die Erholung der Kabeljaubestände nicht verhindern – und zwar weder durch ihre Jagd auf den Kabeljau selbst, noch durch Nahrungskonkurrenz bei der Jagd auf Lodden.

Die Rede von Senator Harb kann in voller Länge online nachgelesen werden. 

Eine Environics-Umfrage, die vom Internationalen Tierschutz-Fonds im vergangenen Juni in Auftrag gegeben wurde, ergab, dass 69% der Kanadier für Senator Harbs Gesetzesvorlage stimmen würden. 

Sind Sie einer von diesen 69%?

Dann werden Sie aktiv und senden Sie dem Senat von Kanada eine Botschaft, in der Sie die Senatoren und Senatorinnen wissen lassen, dass Sie Senator Harbs Gesetzesvorlage unterstützen und Ihren Beitrag dazu leisten möchten, dass die Robbenjagd endlich auf dem Scheiterhaufen der Geschichte landet.

--SF

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Experten

Dr. Ralf Sonntag, Länderdirektor Deutschland
Länderdirektor Deutschland
Sheryl Fink, Direktorin Wildtier-Kampagnen, IFAW Kanada
Direktorin Wildtier-Kampagnen, IFAW Kanada
Sonja Van Tichelen, Regionaldirektorin Europäische Union
Regionaldirektorin Europäische Union