Die chinesische Regierung geht gegen Versteigerungen von illegalen Wildtierprodukten vor

Donnerstag, Januar 12, 2012
Hamburg

Die chinesische Regierung hat alle Auktionshäuser des Landes in einer Eilmeldung aufgefordert, sich an bestehende Gesetze zum Handel mit Wildtieren und Wildtierprodukten zu halten. Besonders weist sie auf das Verbot des Handels mit Tigerknochen und Nashornhorn hin. Nach einem Hinweis des IFAW (Internationaler Tierschutz-Fonds) hatten die Behörden den Verkauf hunderter Flaschen von Tigerknochenwein und Nashorn-Schnitzereien bei einer Auktion in Peking gestoppt.

Die geplante Versteigerung verletzte ein chinesisches Gesetz aus dem Jahr 1993, das jeden Handel, Transport, Versand, Im- und Export von Tigerknochen und Nashornhorn sowie deren Produkten verbietet.
„Die Versteigerung von Tigerknochenwein ist nicht nur illegal, sie widerspricht auch Chinas Versprechen, gegen die Wilderei, den Schmuggel und den Handel mit Tigerprodukten vorzugehen“, so Dr. Meng Xianlin, Direktor der zuständigen CITES-Behörde in China (CITES – Convention on International Trade in Endangered Species of Fauna and Flora).
„Tiger und Nashörner sind nicht nur durch nationale chinesische Gesetze geschützt, sondern auch durch das CITES-Abkommen, das den internationalen Handel mit aus ihnen gefertigten Produkten verbietet“, so Grace Ge Gabriel, Leiterin des Asien-Büros des IFAW. „Dennoch haben wir in letzter Zeit weltweit einen sprunghaften Anstieg des illegalen Handels mit genau diesen Produkten beobachtet. Häufig werden sie auf Auktionen als Antiquitäten ausgegeben.“
Angebote von Nashorn-Produkten finden sich offen in Online-Anzeigen von Auktionshäusern, auf Facebook und eBay.
2011 gab es 30 Diebstähle von Nashorn-Schnitzereien aus europäischen Museen, Galerien, Antiquitäten-Geschäften und Auktionshäusern.
Nach Veröffentlichung der Eilmeldung der chinesischen Regierung sagte ein weiteres Auktionshaus eine Versteigerung ab mit dem Titel: „Nashornhorn der Ming-Qing-Dynastien“, die für Ende Dezember geplant war.
„Die Werbung und die Versteigerung von Tigerknochen und Nashornhorn verwirrt die Öffentlichkeit“, so Gabriel weiter. „Leute denken, der Handel sei legal. Das heizt die Nachfrage und die Wilderei von Tigern und Nashörnern an. Das chinesische Verbot der Versteigerung von Produkten geschützter Tierarten sollte auch von anderen Ländern übernommen werden.“
Der IFAW fordert eine erhöhte Wachsamkeit der Behörden, um illegale Versteigerungen von Wildtierprodukten zu verhindern.

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