Der kanadische Senator Mac Harb beweist Mut, indem er sich gegen die kommerzielle Robbenjagd einsetzt

Am heutigen Tag beginnt im kanadischen Senat eine Debatte über Senator Mac Harb's Gesetzesvorlage zur Beendigung der kommerziellen Robbenjagd.

Eine sachliche Diskussion der Robbenjagd ist in diesem Land seit langem überfällig.

Warnhinweis: Das Video enthält Filmaufnahmen von kommerzieller Robbenjagd.

Obwohl die Jagdsaison 2012 ein in vollem Umfang mit öffentlichen Geldern subventioniertes Unterfangen gewesen zu sein scheint, an dessen Ende ein Haufen unverkäuflicher Robbenfelle stand, wurde sie merkwürdigerweise von einigen Politikern als "Erfolg" gefeiert.

Eine der letzten kanadischen Robbenverarbeitungsfirmen  schloss in diesem Jahr für immer ihre Pforten. Der letzte Verarbeiter – eine in Norwegen ansässige Firma – benötigte $ 3.6 Millionen an öffentlichen Geldern, um ihr Überleben zu sichern.

Trotz dieser staatlichen Rettungsaktion, mit der unter anderem den Robbenfängern Rückhalt gegeben werden sollte, nahmen nur 680 von ihnen an der diesjährigen Jagd teil, und die 70.000 getöteten Tiere konnten auch nicht die vom Robbenfängergewerbe behauptete Nachfrage von 100.000 Fellen stillen. Glücklicherweise lag die Zahl damit weit unter der unhaltbaren Fangquote von 400.000 Tieren, die vom Ministerium für Fischerei und Meeresressourcen festgesetzt wurde.

Trotz der Anstrengungen der kanadischen Regierung (und der Verschwendung von Millionen von Dollar) bleiben die großen Märkte wie Russland, Europa und die Vereinigten Staaten für kanadische Robbenerzeugnisse geschlossen.

Auch die Schweiz hat in diesem Monat ein Einfuhrverbot für Robbenerzeugnisse beschlossen.

Regierungsbeamte machen den Robbenfängern immer noch Hoffnung auf den "Zugang zum chinesischen Markt" – aber den versprechen sie seit mindestens 18 Jahren , und passiert ist noch nichts.

Man hat hierzulande eine sehr eigene Definition von einem "erfolgreichen Gewerbe", wie es scheint!

So lange die Kanadier diesem Treiben zusehen und es zulassen, dass die Politiker ihr Geld für diese Art von "erfolgreichen" Unternehmen zum Fenster hinauswerfen, wird die Robbenjagd weitergehen. Im Grunde müsste uns längst klar sein, dass solche Ausflüge aufs Treibeis, wo man drei Wochen alte Robbenwelpen erschlägt, in unserer Zeit kein angemessener Broterwerb mehr sein können.

Wie es bei vielen anderen Gewerben, deren Produkte nicht mehr gebraucht oder gewünscht werden, der Fall ist, so ist auch das Ende der kommerziellen Robbenjagd seit langem überfällig.

Wir vom Internationalen Tierschutz-Fonds wissen, dass Veränderungen zum Guten sich nur sehr langsam durchsetzen.

Wir unterstützen Senator Harbs mutige und engagierte Initiative, die gewerbliche Robbenjagd im Parlament auf die Tagesordnung zu setzen – ein Thema, über das zu lange geschwiegen wurde.

--SF

Werden Sie aktiv und nehmen Sie Kontakt zu den Mitgliedern des Senats von Kanada auf. Bitten Sie sie darum, die Gesetzesvorlage von Senator Harb zur Einstellung der kommerziellen Robbenjagd in Kanada zu unterstützen.

Kommentare: 1

 
Gast
2 Jahre ago

Please support the bill of senator Harb to stop the commercial seal hunt.

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Experten

Dr. Ralf Sonntag, Länderdirektor Deutschland
Länderdirektor Deutschland
Robbie Marsland, Regionaldirektor Großbritannien
Regionaldirektor Großbritannien
Sheryl Fink, Direktorin Wildtier-Kampagnen, IFAW Kanada
Direktorin Wildtier-Kampagnen, IFAW Kanada
Sonja Van Tichelen, Regionaldirektorin Europäische Union
Regionaldirektorin Europäische Union