Der Kampf gegen den Wildtierhandel ist mit einem einzigen Gipfel noch lange nicht gewonnen

Wir müssen unseren Kindern, deren Kindern, unseren Großeltern und jedem, der uns zuhört, beibringen, dass es das Ziel der Tierschutzbewegung ist, eine Welt zu schaffen, in der Wildtiere respektiert und geschützt werden. Dank einiger großer internationaler Polizeioperationen wurden in den vergangenen Jahren beträchtliche Mengen an Elfenbein beschlagnahmt - 24,3 Tonnen im Jahr 2011, 30 Tonnen im Jahr 2012 und 41,5 Tonnen im Jahr 2013. Bei staatlich organisierten Elfenbeinvernichtungen in den USA, China und zuletzt in Frankreich konnte die Welt wiederholte Male zusehen, wie tonnenweise Statuetten, Schmückstücke und Stoßzähne von toten Elefanten öffentlich zerstört wurden.

Und erst gestern hat das Weiße Haus mit der Veröffentlichung seines ersten Entwurfs der nationalen Strategie zur Bekämpfung des Wildtierschmuggels einen wichtigen Schritt für den Schutz von Elefanten, Nashörnern und anderen Tierarten getan.

In den Medien findet man jedoch immer noch regelmäßig Berichte, die kein Wort über die grausame Wilderei verlieren, die sich von Afrika bis Indien abspielt, und die über Social Media-Plattformen wie Facebook an Millionen Nutzer weiterverbreitet werden. Medienberichte machen uns weis, dass Tigerfelle und Leopardenkrallen unter Sammlern noch immer heißbegehrt sind. Vergangenen Sommer wurde das Fell eines Eisbären, obwohl er laut IUCN-Liste als gefährdet gilt, für stattliche 22.000 kanadische Dollar verkauft. Das war – verglichen mit dem Vorjahrespreis für ein ähnliches Produkt – ein Anstieg um 50 Prozent.

Der Kampf für den Schutz wilder Tierarten vor dem kommerziellen Handel ist mittlerweile ein weltweites Thema. Diese Woche kamen in London Regierungsvertreter aus aller Welt zusammen, um gemeinsam ein Zeichen für den Tierschutz zu setzen.

Solche publikumswirksamen Veranstaltungen sind wichtig, um einen Wandel anzustoßen. Sie sind jedoch nur ein kleiner Schritt im Kampf gegen den Wildtierhandel, der noch Generationen andauern wird.

Wir müssen dafür sorgen, dass die Impulse, die durch solche Veranstaltungen gesetzt werden, nachhaltige Entwicklungen nach sich ziehen, damit Elefanten und andere Wildtiere genauso wie die Menschen, die in ihrer Nähe leben, in eine sichere Zukunft blicken können.

Wir müssen unseren Kindern, deren Kindern, unseren Großeltern und jedem, der uns zuhört, beibringen, dass es das Ziel der Tierschutzbewegung ist, eine Welt zu schaffen, in der Wildtiere respektiert und geschützt werden. Und wir müssen sie bitten, mitzuhelfen.

Kurzfristig gesehen müssen wir natürlich der akuten Krise und der Wilderei von Elefanten wegen ihres Elfenbeins ein Ende setzen. Wie viele andere Tierschutzorganisationen bildet der IFAW in den Elefanten-Verbreitungsländern Ranger aus, die im Kampf gegen die Wilderei an vorderster Front arbeiten: bis heute sind dies fast zweitausend Ranger. Damit die Ranger jedoch so effektiv wie möglich arbeiten können, unterzeichnete der IFAW als erste Nichtregierungsorganisation mit INTERPOL eine gemeinsame Absichtserklärung. Dieses Abkommen ermöglicht die Verfolgung Krimineller auch über Ländergrenzen hinweg.

Unsere finanzielle Unterstützung von Ermittlungen hat dazu geführt, dass Verantwortliche verurteilt und Regierungen in aller Welt die Schaltzentralen von Warlords angreifen und Terroristennetzwerke in Ländern wie Somalia, dem Kongo und Mali zerschlagen konnten.

Jetzt wird es Zeit, dass wir unsere Bemühungen auch im Hinblick auf die Gesetzgebung in den betreffenden Ländern intensivieren, um effektiv gegen die Wilderei vorgehen zu können, da es in vielen Ländern noch an rechtlichen Grundlagen und Möglichkeiten zur Durchsetzung der Gesetze fehlt. Industrieländer wie die USA und Großbritannien, die bereits über eine umfassende Gesetzgebung verfügen, müssen diesen Ländern dabei helfen.

Die Menschen sind durchaus gewillt, Gesetze zu befolgen. Viele Länder verfügen nur schlicht nicht über die Ressourcen, um Tierschutzgesetze einzuführen, durchzusetzen und dadurch weltweit die äußerst raffiniert agierenden Verbrechersyndikate zu bekämpfen.

Was wir derzeit dringend brauchen, und wofür die Delegierten sich in London diese Woche zum Abschluss des Gipfels hoffentlich auch noch aussprechen werden, ist ein Informationsaustausch und ein koordiniertes Vorgehen zwischen lokalen Vollzugsbehörden, nationalen Regierungen, Nichtregierungsorganisationen und INTERPOL.

Zudem brauchen wir natürlich auch engagierte Tierschützer, die Organisationen wie dem IFAW helfen, gemeinsam mit den betroffenen Ländern eine rechtliche und wirtschaftliche Infrastruktur aufzubauen, die für die Durchsetzung von Tierschutzgesetzen unabdingbar ist.

Die Zukunft der bedrohten Wildtierarten, zu denen unter anderem Elefanten, Nashörner und Tiger gehören, hängt davon ab.

Azzedine Downes

Erfahren Sie mehr darüber, was der IFAW unternimmt, um den illegalen Wildtierhandel zu bekämpfen.

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Experten

Céline Sissler-Bienvenu,Direktorin Frankreich und frankophones Afrika
Direktorin Frankreich und frankophones Afrika
Mitglied des IFAW-Elefantenteams
IFAW-Elefantenexpertin
Grace Ge Gabriel, Regionaldirektorin Asien
Regionaldirektorin Asien
James Isiche, Regionaldirektor Ostafrika
Regionaldirektor Ostafrika
Jason Bell, Programmdirektor Elefanten, Regionaldirektor Südliches Afrika
Programmdirektor Elefanten, Regionaldirektor Südafrika
Peter Pueschel, Direktor Internationale Natur- und Umweltschutzabkommen
Direktor Internationale Natur- und Umweltschutzabkommen
Vivek Menon, Regionaldirektor Südasien
Regionaldirektor Südasien