Das Verschwinden der Haie

Das Verschwinden der Haie

Noch vor ein paar Jahrzehnten waren Haie nichts anderes als die Monster der Meere, denen man besser nicht begegnet. Inzwischen bezahlen Sporttaucher viel Geld, um in Regionen zu kommen, wo man zumindest noch gelegentlich den einen oder anderen Hai sieht. Leider hat sich inzwischen eine weitere Umweltkatastrophe  in die Ozeane geschlichen, das Verschwinden der Haie, insbesondere der größeren Arten.

Von vielen dieser Arten sind vielleicht gerade noch 20 %, häufig weniger, übrig und in vielen Ökosystemen können sie ihre Rolle längst nicht mehr erfüllen. Sie haben die Aufgabe als Großraubfische die Nahrungspyramide  sozusagen von oben zu managen. Ihr Verschwinden bedeutet oft, dass andere Arten, häufig kleinere Raubfische, zunehmen und ganze Populationen in einzelnen Gebieten verschwinden lassen.

Der Grund dafür ist,dass es in einigen asiatischen Gebieten als Delikatesse oder als Statussymbol gilt, den geschmacklosen Knorpel von Haiflossen in einer Suppe zu essen. Dafür werden jährlich schätzungsweise bis zu 100 Millionen Haie abgeschlachtet, wobei ihnen häufig lebend die Flossen abgeschnitten werden und die hilflosen Tiere dann wieder ins Wasser geschmissen werden, wo sie jämmerlich verenden.

Da Haie sich nur sehr langsam fortpflanzen, können ihre Bestände diesen Raubbau nicht verkraften und verschwinden aus den marinen Ökosystemen.

Im Moment bin ich in Bonn, wo im Rahmen der Bonner Konvention für wandernde Tierarten speziell über die katastrophale Situation der Haie diskutiert wird. Delegierte aus der ganzen Welt arbeiten hier zusammen, um einen Aktionsplan für mehr Haischutz aufzustellen. Zusammen mit anderen Verbänden sind wir aktiv an diesem Prozess beteiligt.

Daneben bereiten wir auch gerade einen internationalen Workshop in Dubai vor, um mit den Ländern dieser Region Lösungen für den Haischutz zu finden und um sie für ihre Unterstützung beim Washingtoner Artenschutzabkommen (CITES) zu gewinnen, wo insbesondere Deutschland, die USA und Brasilien bei der nächsten Tagung Anträge zum verstärkten Schutz einiger Hai-Arten einbringen werden.

--RS

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Experten

Azzedine Downes, Präsident und CEO des IFAW
Präsident, CEO und Geschäftsführer IFAW-Deutschland
Céline Sissler-Bienvenu,Direktorin Frankreich und frankophones Afrika
Direktorin Frankreich und frankophones Afrika
Dr. Elsayed Ahmed Mohamed, Regionaldirektor Mittlerer Osten
Regionaldirektor Mittlerer Osten
Dr. Maria (Masha) N. Vorontsova, Regionaldirektorin Russland und GUS
Regionaldirektorin Russland und GUS
Grace Ge Gabriel, Regionaldirektorin Asien
Regionaldirektorin Asien
Isabel McCrea, Regionaldirektorin Ozeanien
Regionaldirektorin Ozeanien
Jeffrey Flocken, Regionaldirektor Nordamerika
Regionaldirektor Nordamerika
Kelvin Alie, Programmdirektor Wildtierhandel
Programmdirektor Wildtierhandel
Peter Pueschel, Direktor Internationale Natur- und Umweltschutzabkommen
Direktor Internationale Natur- und Umweltschutzabkommen
Robert Kless, Leiter Wildtier-Kampagnen, IFAW Deutschland
Leiter Wildtier-Kampagnen, IFAW Deutschland
Vivek Menon, Regionaldirektor Südasien
Regionaldirektor Südasien