Das EU-Parlament beschließt Resolution gegen den illegalen Wildtierhandel

Konfisziertes Elfenbein
Mittwoch, Januar 15, 2014
Hamburg

Das EU-Parlament stimmte heute für eine EU-Resolution zum illegalen Wildtierhandel. Wenn die Resolution so umgesetzt wird, könnte das die EU an die Spitze des internationalen Kampfes gegen den illegalen Wildtierhandel stellen. Dieser hat einen geschätzten Umsatz von 19 Millionen US-Dollar und rangiert an vierter Stelle des internationalen Verbrechens, gleich nach dem Handel mit Drogen, der Produktpiraterie und dem Menschenhandel. Der IFAW (Internationaler Tierschutz-Fonds) begrüßt diese Entscheidung des EU-Parlaments.

„Das EU-Parlament gibt damit der EU-Kommission und den Mitgliedsstaaten einen klaren Auftrag, einen Aktionsplan mit entsprechender Finanzierung zu entwickeln, um die Verbrechen an Wildtieren zu stoppen“, so Robert Kless, Leiter der Wildtierhandelskampagne des IFAW-Deutschland. „Diese Resolution ist die Antwort auf den dramatischen Anstieg der Wilderei in den letzten Jahren, die viele Tierarten an den Rand der Ausrottung bringt.“

Die Resolution sieht eine Reihe von Maßnahmen zur strengeren Regulierung des Handels mit Wildtierprodukten vor, u. a. nationale Aktionspläne innerhalb der EU, höhere Strafen für illegalen Handel, mehr finanzielle und personelle Ressourcen und Weiterbildung für Vollzugsmitarbeiter.

Jüngste Beispiele haben gezeigt, dass die Strafen unangemessen sind. So wurden letztes Jahr in Irland zwei Schmuggler, die mit acht Rhinozeros-Hörnern erwischt wurden, zu je 500 Euro Geldstrafe verurteilt, obwohl der Wert der Ware auf dem Schwarzmarkt bei etwa 500 000 Euro lag. Eine lächerliche Strafe für so ein schwerwiegendes Verbrechen.

2013 wurden 41 Tonnen illegales Elfenbein beschlagnahmt – die höchste Zahl seit 25 Jahren. Elefanten sind bedrohter denn je. Nashörner in Südafrika werden in nie dagewesenem Ausmaß abgeschlachtet. Noch vor zehn Jahren wurden wenige Dutzend im Jahr getötet, 2013 waren es fast 1000 der bedrohten Tiere.

Konkret fordert die Resolution von der EU-Kommission und den Mitgliedsstaaten u. a.:

  • Die Entwicklung eines EU-Planes gegen Wilderei und den illegalen Wildtierhandel mit klaren Aufgaben und Zeitplänen
  • Die Zerstörung der Elfenbeinlagerbestände in den EU-Staaten
  • Verschärfung der Strafverfolgung und härtere Strafen
  • Die Bildung einer Einheit zur Bekämpfung von Wildtierverbrechen innerhalb Europols
  • Die vollständige Implementierung der Empfehlungen aus „Project WEB“ – einer gemeinsamen Initiative von Interpol und IFAW zur Bekämpfung des Wildtierhandels im Internet
  • Die Einführung eines EU-Handelsverbots von Elfenbein

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