China: Dank Handelsverbot immer weniger Auktionen für Produkte von gefährdeten Arten

Im Dezember 2011 sollten im Pekinger Auktionshaus Googut im Rahmen einer Spezialauktion für Heiltinkturen 400 Flaschen Tigerknochenwein von diversen Herstellern Traditioneller Chinesischer Medizin versteigert werden. Der IFAW gab den chinesischen Behörden einen Hinweis auf diesen illegalen Verkauf und forderte sie auf, etwas gegen die Auktion zu unternehmen. Sie lenkten schließlich ein und verhinderten den Verkauf des Tigerknochenweins.Konkrete Zahlen haben wir leider meistens keine zur Hand, mit denen wir den Erfolg unserer Kampagnen gegen den Wildtierhandel genau bemessen können.

Umso erfreuter war ich heute natürlich, als ich erfuhr, dass unsere IFAW-Kampagne gegen den Verkauf von Tigerknochen, Rhinozeroshorn und Elfenbein in chinesischen Auktionshäusern den Umsätzen der Auktionsbranche im Jahr 2012 offenbar einen ordentlichen Dämpfer verpasst hat. Genauer gesagt einen Dämpfer von 322 Mio. US-Dollar.

Das entspricht einem Umsatzrückgang von 30 bis 40% im Vergleich zum Vorjahr. Verantwortlich für diesen drastischen Einsturz ist das Verbot von Produkten aus Elfenbein, Rhinozeroshorn und Tigerknochen bei Auktionen, da diese Produkte in der Regel der hochpreisigen Kategorie angehören.

Dank eines rechtzeitigen Hinweises vom IFAW verhinderte die chinesische Naturschutzbehörde Anfang 2012 die Versteigerung mehrerer Hundert Flaschen Tigerknochenwein und Nashornschnitzereien bei einer Auktion in Peking. Der Verkauf hätte gegen ein Verbot für Tigerknochen- und Rhinozeroshornprodukte aus dem Jahr 1993 verstoßen.

Der IFAW forderte die Regierung dazu auf, konsequent gegen den illegalen Handel durchzugreifen. Jeglicher Verkauf von Tigerknochenprodukten ist ein offensichtlicher Verstoß sowohl gegen internationale als auch gegen nationale Handelsverbote. Der zwangsläufige Effekt davon ist eine noch größere Nachfrage für Tigerprodukte und ein Anheizen der Wilderei wildlebender Tiger.

Chinas staatliche Forstbehörde forderte nach der verhinderten Auktion alle chinesischen Auktionshäuser per Eilmeldung dazu auf, geltende Handelsgesetze zu beachten. In der Meldung wurde an das bereits bestehende Verbot für Tigerknochen und Rhinozeroshorn erinnert und darüber hinaus ein Verbot jeglicher Versteigerung von Produkten, die von gefährdeten Arten wie Tigern, Nashörnern und Elefanten stammen, erlassen.

Das Verbot zeigte sofort Wirkung. Anfang 2012 konnten wir beobachten, wie zahlreiche Auktionen, bei denen gefährdete Arten versteigert werden sollten, abgesagt wurden.

In einem Artikel im Newsletter der Auktionsbranche (auf chinesisch) wurde der IFAW lobend für seinen Einsatz bei der Regierung zur Einführung des Verbots von Rhinozeroshorn, Elfenbein und Tigerknochenwein erwähnt.

Dem chinesischen Verband der Auktionshäuser zufolge ist im Jahr 2012 der Verkauf im Vergleich zum Vorjahr um beträchtliche 30 bis 40% zurückgegangen. Das Verbot für Rhinozeroshorn und Elfenbein habe diesen Rückgang ganz klar begünstigt, bestätigte auch der Auktionärsverband.

Ein Verbandssprecher berichtete, dass das Verbot für Rhinozeroshorn und Elfenbein sowie strengere Kontrollen bei der Einfuhr von Kunstgegenständen zu einem Einbruch der Gesamteinnahmen um 2 Milliarden Yuan (322 Mio. US-Dollar) geführt hätten.

"Der bei chinesischen Antik- und Kunstauktionen generierte Gesamtumsatz halbierte sich im Jahr 2012 auf 27,9 Milliarden Yuan (4,5 Milliarden US-Dollar) und verzeichnete damit zum ersten Mal seit der Finanzkrise 2008 überhaupt einen Rückgang."

Hauptursache für diesen Umsatzeinsturz sei in erster Linie der Rückgang des Verkaufs an Gegenständen zu über 1 Million Yuan (161.093 US-Dollar).

---GGG

Mehr Informationen über unseren Einsatz gegen den Wildtierhandel finden Sie hier.

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Experten

Dr. Maria (Masha) N. Vorontsova, Regionaldirektorin Russland und GUS
Regionaldirektorin Russland und GUS
Gail A'Brunzo, Leiterin IFAW Wildtierschutz
Leiterin Wildtierschutz, IFAW
Grace Ge Gabriel, Regionaldirektorin Asien
Regionaldirektorin Asien
Vivek Menon, Regionaldirektor Südasien
Regionaldirektor Südasien