Buckelwal-Forschungsprojekt in Sansibar: Gefahr durch Fischernetze und Beifang

Von unserem Netzwerk von Fischern erreichte uns in dieser Woche die Nachricht zweier Vorfälle von gerissenen Fischernetzen hier vor der Küste in Kizimkazi Dimbani. Solche Ereignisse wecken erneut unsere Sorge um das Problem des Beifangs beim Netzfischen: Immer wieder verfangen sich Tiere versehentlich in den Netzen und ertrinken. Betroffen von diesem Problem sind besonders an der Küste beheimatete Arten in der gesamten Region Ostafrika und anderswo in der Welt.

Von unserem Netzwerk von Fischern erreichte uns in dieser Woche die Nachricht zweier Vorfälle von gerissenen Fischernetzen hier vor der Küste in Kizimkazi Dimbani. Solche Ereignisse wecken erneut unsere Sorge um das Problem des Beifangs beim Netzfischen: Immer wieder verfangen sich Tiere versehentlich in den Netzen und ertrinken. Betroffen von diesem Problem sind besonders an der Küste beheimatete Arten in der gesamten Region Ostafrika und anderswo in der Welt.

In der Gegend um Sansibar (Unguja Island) ist die Stellnetzfischerei mit Treib- und Bodennetzen eine alltägliche Bedrohung für die dort beheimateten Populationen der indopazifischen Großen Tümmler und Sousas (pomboro) und je nach Saison sind der Bedrohung auch die Buckelwale (nyangumi) ausgesetzt. Bis heute wird Fleisch von Delfinen, die als Beifang ins Netz gehen, beim Langleinenfischen als Beute für Haie benutzt und der Blubber (Fettschicht) von toten Walen wird zu Öl verarbeitet und z.B. zum Abdichten von Booten verwendet.

Die unzähligen Netze, die man im Wasser schwimmen sieht, verdeutlichen uns, wie groß die Bedrohung für alle an der Küste beheimateten Tierarten ist.
Auf unseren Feldexpeditionen, bei denen wir wichtige Daten zum Verhalten der Tiere und Fotobeweise sammeln, wird uns oft angst und bange, wenn ein Tier vor unseren Augen in die Nähe von Netzen schwimmt. Manchmal ist es sogar schwierig, das Boot durch den dichten Teppich aus Netzen zu steuern, der an der Wasseroberfläche schwimmt.

Mehrmals haben wir bereits eine Mutter mit Kalb beobachtet, wie sie sich in Gewässern bewegen, wo überall Netze im Weg sind. Wir atmen jedes Mal auf, wenn Mutter und Kalb eine Stelle sicher durchqueren und nur knapp den gefährlichen Schnüren entgehen.

Solche Vorfälle verdeutlichen den dringenden Handlungsbedarf. Fortschritte sind durchaus zu verzeichnen: Es werden so genannte Pinger (akustische Alarmsender) ausgegeben, die Delfine durch akustische Signale von den Netzen fernhalten. Es bedarf jedoch weiterer Forschung und Gelder, um daraus eine nachhaltige Lösung zu machen. Neue Batterien müssen angeschafft haben, da ihre Laufzeit nur ca. zwei Jahre beträgt, und es werden zusätzliche Pinger gebraucht, da jeder Fischer sechs davon pro 500 Meter Netz benötigt.

Für Wale kann die gleiche Technik allerdings nicht angewandt werden, da sie nicht auf die akustischen Signale reagieren. Da brauchen wir andere Lösungen. Wir sind zurzeit dabei, „schwache Verbindungsschnüre“ zu entwickeln, die in die Netze eingearbeitet und dann zerstört werden, wenn ein Wal ins Netz gelangt und ihn davor bewahren, sich völlig darin zu verfangen. Zur Umsetzung dieses Lösungsansatzes bedarf es allerdings noch einiges an Entwicklung, Zeit und Geld!

Eine wirtschaftliche und gleichzeitig Wal schonende Lösung könnte auch sein, in den Gegenden nachhaltiges Whalewatching zu etablieren und es statt Fischfang zu betreiben. Die Fischer könnten, anstatt ihre Netze auszuwerfen, zahlende Touristen mit zur See nehmen, die die Wale beobachten. Auch solche Lösungen sind natürlich abhängig von den zur Verfügung stehenden Geldern, sie müssen dauerhaft unterstützt und finanziert werden.

Unser Projektpartner Mwalimo ist einer der hiesigen Langleinenfischer und eines Abends wollte er uns und der Welt, für die er normalerweise schreibt, einfach mal ein bisschen über sich erzählen.

„Ich bin Mwalim. Ich wurde 1960 in Kizimkazi Dimbani geboren und bin in Kizimkazi Mkunguni zur Schule gegangen, habe die Schule 1985 beendet und 1990 geheiratet. Ich habe als Fischer mit Leinen, Netzen, Reusen und Fallen gearbeitet und habe mehr als 200 Hühner in meinem Haus in der Nähe der Straßenkreuzung in Mkunguni.

Ich habe auch als Kapitän des Touristenschiffs in unserem Hafen in Dimbani gearbeitet und baue viele Pflanzen wie Maniok, Yam, Papayas, Auberginen, Chilis, Bananen und viele andere an, die bei uns wachsen. Ich habe viele Freunde aus europäischen Ländern wie England, Amerika, Schweden, Belgien und Südafrika. Sie kommen nach Sansibar für Projekte für Delfine, Wale, Schildkröten und viele andere Meerestierarten.

Mein bester Freund ist Mr Per und mein zweitbester Freund ist Frederik und die drittbeste Freundin ist Kristin. Von 2010 bis 2011 waren alle Studenten sehr klug und wir kamen gut aus und sie waren sehr nett zu allen Kindern in unserem Dorf. Gott schütze Rachael, Lucy, Kyla und auch Kristin. Ich kann sagen, dass ich euch sehr für eure Hilfe danke und dass wir uns hoffentlich im Jahr 2012 wieder sehen! Auf Wiedersehen und herzliche Grüße. Mwalim“

Speise der Woche: Nachdem wir uns entschieden hatten, den Ramadan zu machen (tagsüber zu fasten), kamen wir in den Genuss eines leckeren Futari (Abendessen während des Ramadan) und wir bekamen die Gastfreundschaft der Mitarbeiter im Karamba Resort zu spüren. Haferbrei (uji) als Vorspeise, Coconut Tambi (ein lokales Nudelgericht) mit Maniok (muhogo) und Datteln (tende).

Tutaonana badaye (bis später),

- Das Sansibar-Buckelwal-Team

Um den vorherigen Beitrag des Teams in Sansibar zu lesen, klicken Sie hier.

Post a comment

Experten

Dr. Maria (Masha) N. Vorontsova, Regionaldirektorin Russland und GUS
Regionaldirektorin Russland und GUS
Dr. Ralf Sonntag, Länderdirektor Deutschland
Länderdirektor Deutschland
Isabel McCrea, Regionaldirektorin Ozeanien
Regionaldirektorin Ozeanien
IFAW Japan Representative
Repräsentantin IFAW Japan
Patrick Ramage, Programmdirektor Wale
Programmdirektor Wale
Robbie Marsland, Regionaldirektor Großbritannien
Regionaldirektor Großbritannien