Blickpunkt Südafrika: Tierärztliche Versorgung stärkt Fürsorge und Mitgefühl

Einer der klinikeigenen Hunde erwacht von einem Nickerchen und holt sich von Maria ein paar Streicheleinheiten.Maria Limani zog im Jahr 1991 vom Ostkap nach Kapstadt.

Sie hat zwei Kinder, ein Enkelkind und zwei Hunde.

Ich kenne Maria fast so lange wie sie in der Mdzananda-Tierklinik arbeitet, seit 15 Jahren. Viele von Marias Kollegen arbeiten schon fast genauso lange dort.

Maria ist ausgebildete tiermedizinische Assistentin. In der Klinik arbeitet sie auf der Krankenstation, im OP, im Sprechzimmer und begleitet außerdem jeden zweiten Nachmittag die mobile Tierklinik.

Es ist eine Freude, Maria bei der Arbeit im Sprechzimmer zuzusehen. Mit ihrer souveränen und ruhigen Art wirken ihre Beratungsgespräche mit den Tierbesitzern, damit diese einschätzen können, ob ihr Tier in die Klinik gebracht werden muss, wie ein Kinderspiel.

Mit ihren über 15 Jahren Erfahrung weiß Maria, wann es sich um einen Notfall handelt, wann ein Tier dringend ins Krankenhaus eingeliefert werden muss oder wann einer der Mdzananda-Tierärzte zu Rate gezogen werden muss.

Sie möge den Kontakt mit den Tierbesitzern zwar sehr gerne, sagt Maria, aber am meisten Spaß mache ihr immer noch die Arbeit im OP. Und das obwohl der OP ein sehr stressiger Arbeitsplatz sei, schließlich komme es auf jeden kleinen Handgriff an und es müsse streng Protokoll geführt werden, damit alle Tiere in der Obhut der Mdzananda-Klinik auch wohlbehalten wieder zu ihren Besitzern zurückkommen.

Als größte Herausforderung empfindet Maria die Arbeit in der mobilen Tierklinik, die zweimal täglich ins Township Khayelitsha fährt. Mit den mobilen Tierkliniken sollen auch die Tierbesitzer erreicht werden, die nicht über die Mittel verfügen, ihr Tier zu einem Tierarzt zu bringen oder deren Tiere nicht transportfähig sind. Die afrikanische Sonne kann gnadenlos sein und die mobile Klinik muss oft in der größten Hitze arbeiten.

Maria erzählt, dass die meisten Tiere, die behandelt werden, Opfer von Autounfällen und von Babesiose seien. Jeden Tag werden auf den verkehrsreichen Straßen von Khayelitsha zahlreiche Tiere angefahren, weil die meisten Bewohner dort keine eingezäunten Höfe haben.

Durch die Sommerhitze vermehren sich Flöhe und Zecken und weil die wenigsten Menschen über die Krankheit Bescheid wissen, infizieren sich dann viele Hunde mit Babesiose. Maria erklärt, dass ein Hund die Krankheit überleben kann, wenn sie früh genug behandelt wird, doch auch der gesamte Gesundheitszustand des Tiers vor Ausbruch der Krankheit ist entscheidend dafür, ob es die Krankheit übersteht oder nicht.

Ich habe Maria gefragt, ob sich in der Bevölkerung von Khayelitsha durch die mobile Tierklinik etwas verändert habe. Die Leute seien durch das regelmäßige Angebot tiermedizinischer Versorgung insgesamt fürsorglicher geworden und zeigten mehr Mitgefühl, hat sie geantwortet.

Als wir unser Gespräch beenden, erwacht AJ, einer der klinikeigenen Hunde gerade von einem Nickerchen und holt sich bei Maria erst mal ein paar Streicheleinheiten.

--LCH

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Cynthia Milburn, Direktorin Tierschutzaufklärung und -bildung
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Gail A'Brunzo, Leiterin IFAW Wildtierschutz
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