Blickpunkt Südafrika: CLAW-Team rettet Welpen aus Kanalisation

Die Hundemutter im Abwasserkanal.Muttersein ist ein stressiger Job, und jede Mutter kann sicherlich bestätigen, dass man für das eigene Kind durchaus auch sein Leben aufs Spiel setzen würde. So geschehen im Fall einer Hündin und ihren drei Wochen alten Welpen, die für ihre Kleinen ihr Leben riskierte.

Als Cora von einem besorgten Tierfreund telefonisch erfährt, dass eine Hündin in einem Abwasserkanal hinter einem Lagerhaus, an dem den ganzen Tag schwer beladene LKWs vorbeikommen, Junge geworfen hat, räumt sie diesem Notfall höchste Priorität ein.

Meine Kollegin und ich begleiten Cora zum Lagerhaus, wo sie zunächst die Lage einschätzt und wir dann ein mögliches Rettungsszenario entwerfen, das unterm Strich vor allem möglichst stressfrei für die Hündin und ihre Kleinen ablaufen soll.

Alsbald taucht die Hundemutter auf und begutachtet uns misstrauisch, wie wir vor dem Eingang der Kanalisation herumstehen.

Wir fordern die Hündin auf, nach drinnen zu gehen, damit sie uns zeigt, wo genau ihre Jungen sich befinden.

Sie geht in den Kanal hinein, Cora blendet für einen Moment ihre Angst vor Ratten und Mäusen aus und steckt wagemutig ihren Kopf hinein. Der strenge Geruch von ungefiltertem Abwasser strömt uns aus der Kanalisation entgegen, als Cora und Christina sich vor der Öffnung krümmen, um zu sehen, wie tief im Kanal die Hündin mit ihren Welpen haust.

Nach einigen akrobatischen Verbiegungen mit dem Handy in einer Hand und der Taschenlampe in der anderen wird die Hündin schließlich in der Dunkelheit ausgemacht. Offenbar befinden sich mindestens zwei Welpen bei ihr.

Wir starten einen ersten Versuch, die Welpen herauszuholen – ohne Erfolg.

Dann müssen wir den Rettungsversuch auch schon abbrechen, weil wir einen sechs Wochen zuvor ausgebüchsten Affen wieder einsammeln müssen. Wir verlegen die Rettung auf den darauffolgenden Morgen.

Am nächsten Tag kommen wir ausgerüstet mit Stange, Netz, Handy und Taschenlampe erneut beim Lagerhaus an und sind entschlossener denn je, die Welpen da rauszuholen.

Die Mutter begrüßt uns mit leichtem Schwanzwedeln, und ich folge ihr zu ihrer eigentlichen Bleibe, wo sich die anderen beiden Welpen befinden. Es sieht fast aus, als wollte sie uns sagen „Ok, hier sind zwei davon, und jetzt hol mir die anderen auch“.

Cora und Christina versuchen erneut, die Welpen zu bergen, die sich offenbar mindestens zwei bis drei Meter tief im Kanal befinden.

Kurzerhand ruft Cora telefonisch De Villiers Katywa zu Hilfe, einen langjährigen Kollegen und erfahrenen Tierpfleger.

Mit über zwanzig Jahren Erfahrung in Tierschutz und Tierrettung ist De Villiers einer von Coras Mitarbeitern des Vertrauens.

Er kommt mit Dr. Eric Mimbe und Hassan.

In der Zwischenzeit ist die Hündin wieder in den Kanal zurückgegangen, um nach ihren Jungen zu sehen.

Cora, die Mutter und einer der beiden runden Welpen.

Ohne einen Moment des Zögerns tritt das Tierretterteam um De Villiers in Aktion. Innerhalb von Sekunden ist der Kanaleingang frei von Schutt und Dreck geräumt und De Villiers verschwindet darin.

Unter den Jubelrufen der Augenzeugen, die sich um den Schauplatz der Rettung angesammelt haben, taucht die Hündin mit einem ihrer Welpen auf.

Cora nimmt den Welpen entgegen, die besorgte Mutter weicht ihr nicht von der Seite.

Ein paar Sekunden später schon überreicht De Villiers auch schon den zweiten Welpen an Hassan und überprüft noch ein letztes Mal, ob auch wirklich alle Welpen gerettet sind.

Mit Überraschung stellen wir fest, dass die zwei Welpen rund und gesund sind, nicht gerade das, was wir von ihnen nach den ersten drei Wochen ihres Lebens in der Gosse erwartet hätten.

Instinktiv hatte sich ihre Mutter wohl mehr um diese beiden gekümmert als um die anderen, damit sie auf jeden Fall überleben konnten.

Es ist ein rührender Anblick, wie sie da ganz nah bei ihren Welpen und deren Rettern bleibt, bei Cora, De Villiers, Eric und Hassan.

Dank Cora Bailey und dem CLAW-Team, der IFAW-Mitarbeiterin Christina Pretorius und einem besorgten Tierfreund wurde eine erschöpfte Hundemutter wieder mit all ihren Welpen vereint.

Sie wurde sterilisiert und lebt heute zusammen mit ihren Welpen glücklich bei ihrer neuen Familie.

--LCH

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Experten

Alexa Kessler, Projektleiterin für den Bereich Haustiere, IFAW Deutschland
Projektleiterin für den Bereich Haustiere, IFAW Deutschland
Cora Bailey
Director, Community Led Animal Welfare (CLAW)
Cynthia Milburn, Direktorin Tierschutzaufklärung und -bildung
Direktorin Tierschutzaufklärung und -bildung
Dr. Ian Robinson, Vizepräsident für Kampagnen und internationale Angelegenheiten
Vizepräsident für Kampagnen und internationale Angelegenheiten
Gail A'Brunzo, Leiterin IFAW Wildtierschutz
Leiterin Wildtierschutz, IFAW
Hanna Lentz, Programm-Managerin/Campaignerin, IFAW Zentrale USA
Programm-Managerin/Campaignerin, IFAW Zentrale USA
Kate Nattrass Atema, Programmdirektorin Haustiere
Programmdirektorin Haustiere
Nancy Barr, Programmdirektorin Kinder- und Jugendprogramm “Animal Action“
Programmdirektorin Kinder- und Jugendprogramm “Animal Action“
Shannon Walajtys
Leiterin des Bereichs Katastrophenhilfe