Blickpunkt Naher Osten: Den Tiger im Tank

VIDEO: Ein Esso-Werbeclip aus den 60er-Jahren...

Exxon, oder Esso wie es damals noch hieß (und mancherorts auch immer noch heißt), hatte mal eine Fernsehwerbung, die sein Benzin mit dem Slogan bewarb, dass man „den Tiger im Tank“ habe, wenn man ihn mit Exxon befüllt.

Die Metaphorik war sehr treffend, aber ich glaube kaum, dass deshalb irgendwer darüber nachdachte, tatsächlich einen Tiger in seinem Tank oder an irgendeinem anderen Ort im Auto zu verstauen.

Ich will nicht altmodisch wirken, aber ich muss mich doch fragen, ob diese Zeiten nicht ein wenig besser waren, zumindest im Hinblick auf das Aufbewahren von Tigern in Autos. Letzten Monat wurde zum Beispiel mitten im Touristenviertel von Dubai zwischen Cafés und Restaurants ein Autofahrer gesehen, der einen Tiger auf dem Beifahrersitz hatte.

Es wurde darüber spekuliert, dass der Tiger vielleicht bloß ein Stofftier war, doch diese Vermutung wird schnell entkräftet, bedenkt man, dass es tatsächlich immer mehr Leute gibt, die sich exotische Haustiere halten, und dazu zählen natürlich auch Tiger, Löwen und Geparden.

Erst letzte Woche gab es Meldungen über Geparden, die herrenlos durch Abu Dhabi streiften.

Im Emirat Adschman wurde der Besitz exotischer Haustiere wie Tiger und andere Großkatzen vor kurzem verboten. Das Büro des Internationalen Tierschutzfonds in Dubai veranstaltet schon seit längerem eine Aufklärungskampagne mit dem Motto „Think Twice“, mit der die Einwohner der Vereinigten Arabischen Emirate dazu aufgerufen werden, auf die Haltung dieser zwar wundervollen, aber immer noch gefährlichen Tiere zu verzichten.

Wir haben außerdem ein Kinderbuch in arabischer Sprache herausgebracht, in dem erklärt wird, warum man keine exotischen Haustiere halten soll, auch wenn sie als junge Tiere sehr niedlich sind.

Der Handel mit exotischen Haustieren heizt die Wilderei an. Viele der gewilderten Tiere sterben bereits auf dem Weg zu ihren neuen Besitzern. Ich wünsche mir, dass verantwortungsvolle Tierliebhaber mit gutem Beispiel voran gehen und die Haltung exotischer Haustiere nicht vormachen.

Bei den Kindern kommt die Botschaft in der Regel an. Vielleicht müssen wir darauf hoffen, dass sie ihre Eltern gut erziehen.

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Experten

Dr. Maria (Masha) N. Vorontsova, Regionaldirektorin Russland und GUS
Regionaldirektorin Russland und GUS
Gail A'Brunzo, Leiterin IFAW Wildtierschutz
Leiterin Wildtierschutz, IFAW
Grace Ge Gabriel, Regionaldirektorin Asien
Regionaldirektorin Asien
Peter Pueschel, Direktor Internationale Natur- und Umweltschutzabkommen
Direktor Internationale Natur- und Umweltschutzabkommen
Vivek Menon, Regionaldirektor Südasien
Regionaldirektor Südasien