Blickpunkt Mexiko: Glauben Sie an Schicksal? Der Hund Kaab tut es!

In einem Abwasserkanal gibt der Autor „Kaab” ein bisschen Wasser.Am 7. August fuhr ich von einer großen Kastrationskampagne in Playa del Carmen nach Hause, etwas in Sorge, weil wir am nächsten Tag von Hurrikan Ernesto überrannt werden sollten und deshalb in Alarmbereitschaft waren. Plötzlich wurde über den lokalen Radiosender die Meldung über einen Hund durchgegeben, der in einen deckellosen Gulli gefallen oder geworfen worden war. Eine Minute später rief mich die Radiomoderatorin auf meinem Handy an und fragte, ob der IFAW dem Hund helfen könne. Sie war sehr erfreut zu hören, dass wir schon unterwegs waren und dass sie die gute Nachricht direkt über den Äther schicken konnte.

IFAW-Tierärztin Erika Flores und die lokale Tierärztin Monse Ramirez Morales waren bei mir. Als wir ankamen, fanden wir ein paar Leute vor, die in den Gulli schauten, aber nicht wussten, was sie tun sollten. Es war eine große Öffnung, und unten lagen eine Menge Steine, Müll, rostige Drähte und in der Ecke saß ein verschreckter Hund, der ähnlich aussah wie ein Labrador. Aufgrund seiner vergeblichen Versuche, aus dem Loch zu kommen, hatte er Kratzer an der Schnauze und am Körper.

Da ein Hurrikan vor der Tür stand, war es wichtig, ihn schnell rauszuholen, bevor alles überschwemmt würde, also ging ich vorsichtig nach unten und nachdem auch ich mir einige Kratzer zugezogen hatte, kam ich nah an ihn heran. Ich bemerkte ein paar Hühnerknochen, die ihn vielleicht in den Gulli gelockt hatten, aber es lagen dort noch weitere Knochen und Fleisch herum, also war er nicht hungrig, sondern sehr erschöpft und durstig, und ich bat Erika, mir etwas Wasser zu reichen. Sie holte ein Messer heraus und schnitt eine Plastikflasche zu einer behelfsmäßigen Schale zurecht, und sobald ich dem Hund das Wasser hinhielt, begann er gierig zu trinken.

Nachdem wir sein Vertrauen gewonnen hatten, bat ich Erika auch nach unten und mithilfe unserer Leinen konnten wir ihn nach oben hieven.  Das Erste was er tat, als er oben war: Er wedelte mit dem Schwanz!

Erika nannte ihn „Kaab”, was auf Maya „Honig” bedeutet, ein perfekter Name nicht nur wegen seiner Farbe, sondern wegen seines Charakters, so ein süßer Hund!

Seine Rettung wurde auch im Radio bekannt gegeben und es meldeten sich ein paar Leute, die bereit waren ihn aufzunehmen, falls sich sein Besitzer nicht melden würde. Es vergingen ein paar Tage, glücklicherweise wurde der Hurrikan ein Tropensturm und wir hatten nur starken Wind und Regen, aber leider meldete sich niemand wegen Kaab, obwohl er ganz offensichtlich an ein Leben mit Menschen gewöhnt war. Er konnte Sitz machen, er konnte an der Leine laufen und sogar neben dem Fahrrad herrennen.

Wir veröffentlichten seine Geschichte auch über Facebook, wo sie sich wie ein Lauffeuer verbreitete. In der Zwischenzeit wurde Kaab gründlich gewaschen, er bekam eine Zeckenbehandlung, eine Wurmkur, Impfungen, wurde kastriert und alles wurde für eine Adoption eingeleitet.

Glückwunsch und herzlichen Dank an Vanessa Peña und Miguel Angel Lozano dafür, dass sie Kaab in ihr Herz und in ihr Haus lassen, ein echtes Happyend!

Zehn Tage nach seiner Rettung bekamen wir plötzlich einen Anruf von einem Paar, dessen geliebter Hund vor kurzem gestorben war, ein Labrador aus dem Tierheim, der ebenfalls Kaab geheißen hatte. Die beiden waren beeindruckt davon gewesen, wie ähnlich dieser Kaab ihrem eigenen Hund sah...Schicksal oder Zufall?

Sie kamen aus der Nachbarstadt Puerto Morelos, um den Hund anzuschauen, und es war Liebe auf den ersten Blick auf beiden Seiten. Als sie ihn sahen, legten sie ihm das Halsband mit der Hundemarke ihres geliebten Kaabs um. Es ist doch eine wunderbare Art, seinem Hund Tribut zu zollen, indem man einem anderen, hilfebedürftigen Hund eine Chance gibt!

Glückwunsch und herzlichen Dank an Vanessa Peña und Miguel Angel Lozano dafür, dass sie Kaab in ihr Herz und in ihr Haus lassen, ein echtes Happyend!

-- JDLT

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Alexa Kessler, Projektleiterin für den Bereich Haustiere, IFAW Deutschland
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Director, Community Led Animal Welfare (CLAW)
Cynthia Milburn, Direktorin Tierschutzaufklärung und -bildung
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Dr. Ian Robinson, Vizepräsident für Kampagnen und internationale Angelegenheiten
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Gail A'Brunzo, Leiterin IFAW Wildtierschutz
Leiterin Wildtierschutz, IFAW
Hanna Lentz, Programm-Managerin/Campaignerin, IFAW Zentrale USA
Programm-Managerin/Campaignerin, IFAW Zentrale USA
Kate Nattrass Atema, Programmdirektorin Haustiere
Programmdirektorin Haustiere
Nancy Barr, Programmdirektorin Kinder- und Jugendprogramm “Animal Action“
Programmdirektorin Kinder- und Jugendprogramm “Animal Action“
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Leiterin des Bereichs Katastrophenhilfe