Blickpunkt Kenia: Kinder und Jugendliche malen mit Begeisterung für den Tierschutz

Hunderte von Elefantenstoßzähnen sind in einem der Nationalparks Afrikas zu einem brennenden Haufen aufgetürmt. Eine Gruppe von Menschen steht daneben, die Köpfe wie in Trauer gesenkt. Der Rauch steigt gen Himmel und man erahnt darin Elefanten. Wahrscheinlich wissen es die Leute nicht, aber diese Elefanten stampfen mit den Füßen auf, und allem Anschein nach tun sie dies vor Freude. Nachdem sie ihr Leben durch die Kugeln und Pfeile der Wilderer verloren haben, bleibt ihnen zumindest der Trost, dass ihre Stoßzähne jetzt unbrauchbar sind. Damit können sie nicht mehr verkauft werden, was die Nachfrage nach Elfenbein weiter anheizen würde. Dies würde am Ende auch ihre dem Massaker entronnenen Verwandten das Leben kosten.

Dies ist ein Kunstwerk von Ben, einem 14 Jahre alten Teilnehmer am Wettbewerb von 2011/12 zur Gestaltung des Tierschutzkalenders. Das Wettbewerbsthema ist passend – Elefanten vergessen nie.

In den vergangenen 12 Jahren habe ich Tausende von Kunstwerken erhalten, die von Kindern und Jugendlichen mit großer Hingabe für den Wettbewerb gezeichnet oder gemalt wurden. Und obwohl wir einige Themen bereits zum zweiten Mal hatten, bin ich immer noch nachhaltig beeindruckt und überrascht von der Ausdruckskraft der Werke, die die Kinder mit Herz und Verstand gestalten.

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Die Wettbewerbsbeiträge sind einfach, aber dabei farbenfroh, kreativ und erfrischend tiefgründig.

Die Elefanten, Tiger, Wale, Robben, Hunde, Katzen und anderen Tiere in diesen Kunstwerken weinen und lachen, sprechen, sind wütend, traurig, machen eine freundliche Miene, telefonieren – kurz, sie tun alles, was man sich nur vorstellen kann. Ihre Körper sind bunt, geblümt, gestreift, gepunktet, kariert oder mit Smiley-Gesichtern übersäht. Seit Bestehen dieses offenen Wettbewerbs für Jugendliche zwischen fünf und achtzehn Jahren haben wir die Teilnehmer gebeten, verschiedene Materialien zu gestalten, und sie haben Poster, T-Shirts, Kalender, Aufkleber und Lesezeichen entworfen. Die wenigen Male, wo wir um die Einreichung von Werken für Kalender baten, gab es Schüler, die ganze spiralgebundene Kalender einschließlich Schutzblättern einreichten. Sie verwenden dabei verschiedene Medien – Papier, Stoff, Baumwolle, Stifte, Farben, Kreiden, Sand, Glitterpuder, Draht – die Liste könnte endlos fortgesetzt werden.

Aber diese Farbenpracht und Vielfalt der benutzten Medien ist nicht alles: die Werke sind darüber hinaus feinsinnige Interpretationen der vorgegebenen Themen. Sie sind einfach, aber trotzdem tiefgründig und äußerst anrührend. Die Herkunft der Kinder und ob sie ein bestimmtes Tier schon einmal in Wirklichkeit gesehen haben, spielt keine Rolle – dass sie mit Herz und Verstand bei der Sache sind, ist das Entscheidende. Man spürt die Qualen des Tigers in Gefangenschaft, man fühlt mit dem Elefantenkalb, das seine Mutter beweint, die von Wilderern getötet wurde; man freut sich mit den Herrchen oder Frauchen von Hunden, die ihre Tiere baden oder mit den Walbeobachtern, die die Meeressäuger die Wasseroberfläche durchbrechen sehen; man trauert mit dem Kind, das mitansehen muss, wie ein Robbenbaby brutal erschlagen oder eine Antilope von Wilderern abgeschlachtet wird. 

Die Qualität der Beiträge macht es den Juroren schwer, unter diesen beeindruckenden Werken die Diamanten herauszupicken. Sechs Stunden lang diskutieren sie, amüsieren sich, streiten sich, sind sich einig, sind uneins, denken still nach und machen kurze Pausen zur Erholung, bis sie endlich die besten Werke auswählen. Alle Gewinner erhalten tolle Geschenke für ihre Arbeit, und ich habe die Ehre, bei der Vorstellung der Preisträger dabei zu sein und die Freude in ihren Gesichtern zu sehen, während ich gleichzeitig die lebhaften Diskussionen zwischen den Kindern und ihren Eltern oder Lehrern mitbekomme.

Was wir vom IFAW umgekehrt jedoch von ihnen erhalten, ist unbezahlbar. Diese Kinder und viele andere erinnern uns daran, was wir für unsere gemeinsame Umwelt tun sollten, um sie zu erhalten. Wie Aaryan, der uns zeigt, dass das Überleben der Elefanten in unseren Händen liegt und wir alles in unserer Macht Stehende dafür sollten. Zumindest müssen wir sicher stellen, dass ihre Hoffnungen und Träume von einer Welt, in der Menschen und Tiere zusammenleben, Realität bleibt.

- EW

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Experten

Céline Sissler-Bienvenu,Direktorin Frankreich und frankophones Afrika
Direktorin Frankreich und frankophones Afrika
Mitglied des IFAW-Elefantenteams
IFAW-Elefantenexpertin
Grace Ge Gabriel, Regionaldirektorin Asien
Regionaldirektorin Asien
James Isiche, Regionaldirektor Ostafrika
Regionaldirektor Ostafrika
Jason Bell, Programmdirektor Elefanten, Regionaldirektor Südliches Afrika
Programmdirektor Elefanten, Regionaldirektor Südafrika
Peter Pueschel, Direktor Internationale Natur- und Umweltschutzabkommen
Direktor Internationale Natur- und Umweltschutzabkommen
Vivek Menon, Regionaldirektor Südasien
Regionaldirektor Südasien