Blickpunkt Europa: Osteuropa und Ostafrika nehmen Schutz der Elefanten gemeinsam in Angriff

Elefantjunges im kenianischen Amboseli-Nationalpark trinkt bei seiner Mutter. c. IFAW/K. BrannonIm Rahmen eines außergewöhnlichen Workshops, an dem auch Mitarbeiter des Internationalen Tierschutz-Fonds teilnahmen, kamen in dieser Woche Regierungsvertreter aus Osteuropa mit Regierungsvertretern aus Ostafrika zusammen.

Ziel des Treffens war der Austausch über Maßnahmen zum Schutz von Elefanten vor Wilderei und illegalem Elfenbeinhandel sowie die Definition gemeinsamer Ziele im Rahmen der Konvention über den Internationalen Handel mit gefährdeten Arten (CITES).

Diese Art von Zusammenarbeit zwischen Ländern, die auf den ersten Blick über keinerlei Beziehung zueinander verfügen, ist für den Schutz der Elefanten auf lange Sicht unverzichtbar.

Der Workshop fand im kenianischen Tsavo-Nationalpark statt. Tsavo ist der größte Nationalpark in Kenia und Heimat von ca. 12.570 Elefanten (Stand 2011); ungefähr ein Drittel aller Elefanten in Kenia.

Dadurch ist das Ökosystem im Tsavo-Nationalpark für den Elefantenschutz in Ostafrika ein Ort von großer Bedeutung. 

Auf dem gesamten Kontinent werden in alarmierendem Ausmaß Elefanten wegen ihres Elfenbeins gewildert und leider bleibt auch Tsavo davon nicht verschont.

Während des Workshops erreichte uns die Nachricht, dass im Park vier Elefanten getötet und ihre Stoßzähne entfernt worden waren. Somit liegt die Anzahl der in diesem Jahr in Tsavo getöteten Elefanten bereits bei 15. Da jedoch die meisten Vorfälle dieser Art auf Ranches vorkommen und erst gar nicht gemeldet werden, ist die wirkliche Anzahl vermutlich höher.

In den Delegationen aus Bulgarien, Kroatien, Tschechien, Ungarn, Polen, Rumänien, Serbien, der Slowakei und der Ukraine waren größtenteils Beamte angereist, die für die Durchsetzung der CITES-Bestimmungen zuständig sind.

Die Delegierten erhielten einen umfassenden Überblick über die Arbeit der kenianischen Naturschutzbehörde Kenya Wildlife Service und der regionalen Strafverfolgungsbehörden im Kampf gegen die Elefanten-Wilderei.

Die kenianischen und ugandischen Vertreter sprachen sehr leidenschaftlich über die Elefantenpopulationen in ihren Ländern, wo die Tiere nicht nur für die Afrikaner sondern für die ganze Welt als Naturerbe gelten.

Diese Länder setzen enorme Kapazitäten und finanzielle Mittel für den Kampf gegen die Wilderei, den Schutz der Lebensräume sowie die Lösung des Mensch-Elefanten-Konflikts frei und unterstützen auch Einheimische dabei, sich den Elefantenschutz wirtschaftlich zunutze zu machen.

Um die Elefanten-Wilderei endgültig aus der Welt zu schaffen, müssen so viele Verbündete gewonnen werden wie nur möglich.

Europäische und außereuropäische Länder tragen Verantwortung für den Schutz der Elefanten. Die osteuropäischen Staaten spielen bei den Entscheidungen, die im Rahmen der CITES auf europäischer und auf globaler Ebene getroffen werden, oft eine gewichtige Rolle.

Kein Land und insbesondere kein Entwicklungsland vermag es, ohne die Hilfe anderer Staaten gegen die in der Wilderei und im illegalen Elfenbeinhandel organisierten Verbrechernetzwerke vorzugehen.

Ich bin zuversichtlich, dass mit diesem Zusammentreffen ostafrikanischer und europäischer Länder der Grundstein für eine künftige Zusammenarbeit erfolgreich gelegt ist.

--RR

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Experten

Céline Sissler-Bienvenu,Direktorin Frankreich und frankophones Afrika
Direktorin Frankreich und frankophones Afrika
Mitglied des IFAW-Elefantenteams
IFAW-Elefantenexpertin
Grace Ge Gabriel, Regionaldirektorin Asien
Regionaldirektorin Asien
James Isiche, Regionaldirektor Ostafrika
Regionaldirektor Ostafrika
Jason Bell, Programmdirektor Elefanten, Regionaldirektor Südliches Afrika
Programmdirektor Elefanten, Regionaldirektor Südafrika
Peter Pueschel, Direktor Internationale Natur- und Umweltschutzabkommen
Direktor Internationale Natur- und Umweltschutzabkommen
Vivek Menon, Regionaldirektor Südasien
Regionaldirektor Südasien