Blickpunkt Deutschland: Kampagne gegen den illegalen Handel mit Elfenbein im Internet

Mein erstes Kuscheltier als Kind war ein Plüsch-Elefant. Jetzt gehören Elefanten immer noch zu meinen Lieblingstieren. Vor einigen Jahren hatte ich die Chance im Addo Elefanten-Nationalpark in Südafrika wild lebende Elefanten zu erleben. Seitdem bin ich noch mehr fasziniert von diesen intelligenten Tieren, die in engen sozialen Beziehungen zusammen leben.

Wilderei und der illegale Handel mit Elfenbein ist immer noch – oder besser gesagt: wieder eine zunehmende und ernste Gefahr für Elefanten. Als Kampaigner beim Internationalen Tierschutz-Fonds - IFAW Deutschland liegt mir daher die Kampagne zur Reduzierung des Wildtierhandels und insbesondere zur Beendigung des Elfenbeinhandels weltweit besonders am Herzen.

Ein aktueller Schwerpunkt meiner Arbeit ist der Handel mit Elfenbein im Internet. Aufgrund der Anonymität und der Geschwindigkeit des Internets und der Schwierigkeiten es zu kontrollieren, bieten Online-Marktplätze günstige Gelegenheiten für kriminelle Aktivitäten und Transaktionen. Daher sollte dort jeglicher Handel mit Elfenbein unterbunden werden. Nur so kann vermieden werden, dass die Online-Marktplätze eine Plattform für illegale Elfenbeinverkäufe bieten und so zum Abschlachten der Elefanten beitragen.

Vor kurzem hatte ich die Möglichkeit Vertreter und Vertreterinnen des Zollkriminalamtes (ZKA) und deren Zentrale Internet Recherche Einheit (ZIRE) zu treffen. Wir tauschten unsere Erfahrungen über die Herausforderungen des legalen und illegalen Wildtierhandels im Internet aus, insbesondere bezüglich Elfenbeins, und diskutierten die besten Strategien und Lösungsmöglichkeiten, um die bestehenden Probleme in den Griff zu bekommen.

Im Rahmen dieses Treffens präsentierte ich die Ergebnisse einer 2-wöchigen Untersuchung zum Elfenbeinhandel im Internet. Vom 21. Juni bis zum 1. Juli dieses Jahres untersuchte ich sieben deutsche, öffentlich zugängliche Online-Marktplätze. Einige dieser Websites wurden bereits bei der IFAW-Studie „Tod per Mausklick“ (2008) überprüft.

Während der zwei Wochen fand ich auf diesen sieben Websites 39 Elfenbein-Anzeigen. Einige boten einzelne Elfenbein-Schmuckstücke an, andere ganze Sammlungen von geschnitzten Elfenbein-Figuren, Elefanten-Stoßzähnen usw. Schockierend dabei vor allem, nicht eine Anzeige erfüllte die Vorgaben der Nutzungsbestimmungen der Website-Inhaber oder enthielt einen nachprüfbaren Beweis für die Legalität des Angebotes (wie eine entsprechende CITES-Vermarktungsgenehmigung).

Aber ich konnte auch sehr erfreuliche Aspekte feststellen: Vier der sieben untersuchten Online-Marktplätze hatten bereits ein Verbot für Elfenbein erlassen – zum Teil mit maßgeblicher Mithilfe durch den IFAW und mich -  und im Großen und Ganzen wurden alle diese Verbote seitens der Website-Inhaber erfolgreich umgesetzt und werden eingehalten: keine oder nur sehr vereinzelt wurden dort Elfenbeinangebote veröffentlicht, die alle nach wenigen Tagen wieder entfernt wurden. Die besten Ergebnisse konnte ich bei www.ebay.de und www.auvito.de feststellen, hier fand ich überhaupt keine Angebote mit Elfenbein.

Allerdings, ich entdeckte auch eine Website mit einem erheblichen Angebot von Elfenbein. Mehrere geschnitzte Elefanten-Stoßzähne, Elfenbein-Schachspiele, Statuen und Schmuck etc. wurden dort angeboten. Einige dieser Artikel wurden offensichtlich während der 2-wöchigen Untersuchungsphase verkauft. Die Nutzungsvorgaben und Grundsätze dieses Online-Marktplatzes enthalten keinerlei Hinweise auf Artenschutzregelungen.

Inzwischen konnte ich Kontakt zu den Inhabern dieser Website aufnehmen. Erfreulicherweise zeigen sie Interesse an diesem Thema und an einer Zusammenarbeit mit dem IFAW. Ziel ist, auch auf dieser Plattform ein Elfenbeinverbot zu etablieren und die Aspekte des Artenschutzes in den Nutzungsbedingungen zu verankern.

Zudem werde ich in den kommenden Monaten auch die anderen von mir untersuchten und  relevanten Online-Marktplätze im Auge behalten, um sicher zu sein, dass kein Elfenbein angeboten wird. Denn:

Der Handel mit Elfenbein birgt eine ernsthafte Gefahr für die Elefanten dieser Erde.

Wenn wir kein Elfenbein kaufen, müssen hierfür keine Elefanten sterben. Denn jedes Stück Elfenbein stammt von einem toten Elefanten. Kaufen Sie also kein Elfenbein oder andere Elefanten-Produkte im Internet oder sonst wo. Die Zukunft der Elefanten hängt davon ab.

-- RK

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Experten

Céline Sissler-Bienvenu,Direktorin Frankreich und frankophones Afrika
Direktorin Frankreich und frankophones Afrika
Mitglied des IFAW-Elefantenteams
IFAW-Elefantenexpertin
Grace Ge Gabriel, Regionaldirektorin Asien
Regionaldirektorin Asien
James Isiche, Regionaldirektor Ostafrika
Regionaldirektor Ostafrika
Jason Bell, Programmdirektor Elefanten, Regionaldirektor Südliches Afrika
Programmdirektor Elefanten, Regionaldirektor Südafrika
Peter Pueschel, Direktor Internationale Natur- und Umweltschutzabkommen
Direktor Internationale Natur- und Umweltschutzabkommen
Vivek Menon, Regionaldirektor Südasien
Regionaldirektor Südasien