Blickpunkt Afrika: Die andere Seite des Elefantensterbens

Trinkende Elefanten.Wie privilegiert ich doch bin, dass ich für eine Organisation wie den Internationalen Tierschutz-Fonds arbeiten darf. Ich komme gerade aus dem Chobe-Nationalpark im Norden Botswanas, wo ich gemeinsam mit meinen wunderbaren Kollegen vom IFAW sehen durfte, wie sich unsere Arbeit im Bereich Elefantenschutz entwickelt. 

Wir hatten eine großartige Zeit dort.

Der Chobe-Nationalpark liegt da, wo vier Länder aufeinander treffen: Botswana, Namibia, Sambia und Simbabwe. Der Park bietet einen riesengroßen Lebensraum für Wildtiere und ist unbestritten der weltweit bedeutendste Lebensraum für Elefanten. 

Fast 200.000 Elefanten leben in dem auf die vier Länder aufgeteilten Gebiet; das ist fast die Hälfte der gesamten Elefantenpopulation Afrikas. 

„Bedeutend“ ist da wahrscheinlich noch untertrieben. 

Die Politik im Bereich Elefantenschutz ist eine der Herausforderungen, mit der wir als Organisation konfrontiert werden, und es gibt grundsätzlich zwei verschiedene Trends in der Politik. Auf der einen Seite werden Elefanten getötet, um die steigende Nachfrage nach Elfenbein in Asien, insbesondere in China, zu bedienen. 

Der politische Trend ist hier, dass einige Länder den Ernst der Lage verkennen und sich weiterhin für eine Legalisierung des Elfenbeinhandels einsetzen. Da jedoch immer noch Elefanten getötet werden, und das in zunehmend alarmierendem Ausmaß, und außerdem mehr und mehr Elfenbein illegal gehandelt wird, ist diese Auffassung kaum nachzuvollziehen. 

Noch nie zuvor wurde so viel Elfenbein in großen Mengen beschlagnahmt wie im vergangenen Jahr. Die Tatsache, dass Elefanten für das Elfenbein getötet werden, ist nicht hinnehmbar. 

Von der Wilderei sind in erster Linie die Elefantenpopulationen im Kongobecken, in Westafrika, in Teilen von Kenia, im Süden Tansanias und im Norden Mosambiks betroffen. Doch sie greift immer weiter um sich, und viele Menschen erkennen mittlerweile, dass es für die Elefanten kein gutes Ende nehmen wird, wenn wir nicht bald handeln und sie schützen.

Löwen mit ihrer Beute.

Dann sind da noch die großen, genetisch überlebensfähigen Elefantenpopulationen in relativ sicheren Lebensräumen. Im Norden Botswanas befindet sich so eine Population und es war eine großartige Erfahrung, eine Weile inmitten von Afrikas größter Elefantenpopulation zu verbringen.  

Es war auch eine großartige Erfahrung, Diskussionen beizuwohnen, die sich wegbewegt haben vom althergebrachten Ansatz, die Anzahl der Tiere durch Massentötungen zu kontrollieren, hin zu einem Ansatz, bei dem es vielmehr darum geht, den Elefanten Raum zu geben, um eine stabile Anzahl an Tieren in den verschiedenen Regionen zu gewährleisten. 

Was wir in Botswana erlebt haben, war einerseits traurig, andererseits beruhigend. 

Traurig auch, weil wir viele Elefanten sahen, die mit Dürre und Nahrungsmangel zu kämpfen hatten, und weil viele diesem Kampf erlagen. Manchmal wurden junge Elefanten von Löwen gerissen, weil sie zu schwach waren, um weiterzulaufen. 

All das ist aber auch der Kreislauf der Natur im Norden Botswanas und die erhöhte natürliche Sterblichkeit ist ein Faktor unter vielen, der zur Stabilität einer Population beiträgt. Das ist wichtig!

Die Reise war zugleich inspirierend und beruhigend. 

Wir sind auf dem richtigen Weg. Wir werden uns weiterhin für unseren Ansatz, den Tierschutz mit dem Naturschutz zu verbinden, stark machen und wie eh und je für unsere beiden zentralen Grundsätze einstehen: (1) den Schutz der Elefanten vor skrupellosen Wilderern und Elfenbeinschmugglern und (2) die Erhaltung überlebensfähiger Elefantenpopulationen in sicheren Lebensräumen. 

Und Letzteres ist keine Zahlenspielerei!

--JBL

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Experten

Céline Sissler-Bienvenu,Direktorin Frankreich und frankophones Afrika
Direktorin Frankreich und frankophones Afrika
Mitglied des IFAW-Elefantenteams
IFAW-Elefantenexpertin
Grace Ge Gabriel, Regionaldirektorin Asien
Regionaldirektorin Asien
James Isiche, Regionaldirektor Ostafrika
Regionaldirektor Ostafrika
Jason Bell, Programmdirektor Elefanten, Regionaldirektor Südliches Afrika
Programmdirektor Elefanten, Regionaldirektor Südafrika
Peter Pueschel, Direktor Internationale Natur- und Umweltschutzabkommen
Direktor Internationale Natur- und Umweltschutzabkommen
Vivek Menon, Regionaldirektor Südasien
Regionaldirektor Südasien