Besorgniserregender Trend in Frankreich: Auktionshäuser versteigern regelmäßig Elefanten-Elfenbein

Teilweise werden Auktionshäuser für den Verkauf von illegalen Elfenbeinobjekten genutzt. Sie müssen sicherstellen, dass sie Elfenbeinschmugglern nicht durch den Verkauf ganzer Partien Elfenbein unbewusst Hilfestellung geben.

Erst vor kurzem wurden bei einer Auktion in Cannes in Südfrankreich Spitzenpreise für den Verkauf von 47 Elefanten-Stoßzähnen erzielt: Für einige Partien wurden bis zu 1.000 Euro pro Kilo bezahlt, obwohl der durchschnittliche Preis für Elfenbein vorher bei 300 bis 500 Euro gelegen hatte.

Insgesamt wurden bei dieser einen Auktion 600 Kilogramm Elfenbein für insgesamt 520.000 Euro an Käufer aus der ganzen Welt verkauft. Sie kamen unter anderem aus Katar, China und sogar Armenien.

Nachdem Elfenbeinobjekte lange Zeit aus der Mode waren, gibt es sie in manchen Auktionshäusern nun scheinbar wieder in großen Mengen. Und sie lassen sich in Frankreich gut verkaufen. Die Auktion, die vor kurzem in Cannes stattgefunden hat, beweist, dass Käufer bereit sind, unglaubliche Preise für Elfenbeinartikel zu bezahlen.

Dies mag eine gute Nachricht für die Versteigerer sein, aber was bedeutet es für die Elefanten? Um die wachsende Nachfrage nach Elfenbeinobjekten zu befriedigen, werden jedes Jahr 30.000 bis 50.000 Elefanten gewildert und getötet. In China, dem Land mit der größten Nachfrage nach Elfenbein,  gilt das „weiße Gold“ als Zeichen von Wohlstand. Verkäufe wie die Auktion in Cannes verstärken diesen Trend weiter.

Der IFAW ist der Ansicht, dass jede Art von Elfenbeinverkauf verboten werden muss, solange Elefanten noch immer wegen ihres Elfenbeins getötet werden. Nur so kann verhindert werden, dass der legale Markt einen Deckmantel für illegale Verkäufe bietet. 

Erst im vergangenen Monat wurden zwei Männer wegen versuchten Betrugs im Zusammenhang mit einer kriminellen Organisation angeklagt, weil sie Elefantenstoßzähne verkaufen wollten. Diese Anzeige war erfolgt, weil die ONCFS (das französische Bundesamt für Jagd und Natur) in den Auktionshäusern in Cannes eine Kontrolle durchgeführt hatte, nachdem dort zwei Paar illegaler Elefantenstoßzähne mit einem Gewicht von insgesamt 110 Kilo zum Verkauf angeboten worden waren.

Bei Durchsicht der Dokumente, die die Stoßzähne als “legal und für den Verkauf zugelassen” ausgewiesen hatten, stellte sich heraus, dass die Papiere gefälscht waren. Die darauffolgende Kontrolle der OCLAESP (Zentralamt für den Kampf gegen die Beeinträchtigung der Umwelt und der Volksgesundheit) brachte drei weitere Elefantenstoßzähne sowie 23 Elfenbeinobjekte in den Wohnungen der Angeklagten zum Vorschein.

Die Ausbreitung des illegalen Wildtierhandels mit bedrohten Arten ist ein transnationales Verbrechen, das stärkere nationale Sicherheitsvorkehrungen erfordert. Präsident Hollande gab deshalb die Eckpfeiler eines französischen Aktionsplanes bekannt, der die Wilderei und den illegalen Handel von bedrohten Arten wie Nashörnern und Elefanten unterbinden soll. Dazu gehört unter anderem auch, dass Gerichtsverfahren konsequenter verfolgt und Strafen erhöht werden sollen.    

Da teilweise Auktionshäuser für den Verkauf von illegalen Elfenbeinobjekten genutzt werden, müssen die Versteigerer  dafür sorgen, dass sie den Wilderern nicht indirekt Hilfestellung beim Verkauf ganzer Partien Elfenbein geben.

Wir müssen immer bedenken, dass jedes Stück Elfenbein von einem toten Tier kommt.  

Mia Crnojevic

Erfahren Sie um mehr darüber, was der IFAW tut, um den illegalen Wildtierhandel zu stoppen.

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Vivek Menon, Regionaldirektor Südasien
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