Beschlagnahmungen von Elfenbein lassen auf zunehmende Bedrohung von Elefanten schließen

Es ist nahezu unmöglich, alle Vorfälle der Wilderei bei Elefanten genau zu erfassen oder zu dokumentieren. Die unzähligen Vorfälle und die unzähligen Regionen, in denen sie sich abspielen, machen dies schlicht zu einer Herkulesaufgabe.

Meistens stehen wir lediglich mit einer mündlichen Erzählung da; Geschichten und Berichte, die, wenn man sie alle zusammen nimmt, immer noch sehr viel Einblick geben in das, was sich da weltweit im illegalen Elfenbeinhandel abspielt und wir können zumindest erahnen, in welchem Ausmaß die Elefanten tatsächlich bedroht sind.

Eins ist jedenfalls klar: Die Bedrohung ist ernst.

Laut einem Bericht des Elephant Trade Information System (ETIS) gab es:

„einen ständigen Aufwärtstrend beim illegalen Elfenbeinhandel seit dem Jahr 2004, mit einem außergewöhnlich steilen Anstieg im Jahr 2009, … Beschlagnahmungen von Elfenbein erreichten im Jahr 2009 Rekordhöhen und blieben im Jahr 2010 weitgehend auf diesem Level.“

Wie man aus den oben genannten Daten ersehen kann, zeichnet sich schon jetzt ab, dass das Jahr 2011 ein vernichtendes Jahr ist, wenn man bedenkt, dass bereits 4759 Elefantenstoßzähne beschlagnahmt wurden.

Fast 700 Stoßzähne wurden kürzlich in Malaysia beschlagnahmt (Bildrechte: Star Publications (M) Behad)Am ersten April entdeckten thailändische Beamte 247 Stoßzähne, versteckt in einer Lieferung aus Kenia; obwohl bis heute nicht klar ist, aus welcher Region das Elfenbein genau stammt.

Zwei Wochen später beschlagnahmten vietnamesische Beamte 122 Stoßzähne, nur einen Tag nachdem chinesische Zollbeamte 707 Elefantenstoßzähne bei einer Routineinspektion entdeckt hatten.

Anfang Mai entdeckten kenianische Behörden am Flughafen in Nairobi 84 Stoßzähne.

Im Juni wurden weitere 22 Elefanten im Kongobecken getötet und somit erhöht sich die Zahl der für ihr Elfenbein getöteten Elefanten auf mindestens 77 im Jahr 2011.

Am 8. Juli beschlagnahmten malaysische Beamte 405 Elefantenstoßzähne.

Am 26. Juli machten Beamte der US-Fischerei- und Wildtierbehörde ihren bisher größten Fang in Philadelphia: Mehr als 1000 Kilo Elfenbein wurde beschlagnahmt.

Aus einem Bericht vom 12. August geht hervor, dass die Anzahl der im chinesischen Guangzhou zum Verkauf angebotenen Elfenbeingegenstände zwischen 2004 und 2011 um 50 Prozent gestiegen ist. Die meisten dieser Gegenstände hatten keinen CITES-Nachweis.

Nur eine Woche später wurde eine Lieferung aus Tansania auf dem Weg nach China mit 664 Stoßzähnen in Malaysia beschlagnahmt.

1041 Stoßzähne wurden am 23. August auf dem Weg nach Malaysia auf der Insel Sansibar in Tansania beschlagnahmt.

In der folgenden Woche beschlagnahmten Beamte in Hongkong 794 Stoßzähne von afrikanischen Elefanten in einer Lieferung aus Malaysia. In derselben Woche beschlagnahmten malaysische Beamte 695 Stoßzähne aus Tansania auf dem Weg nach China.

In den letzten 2,5 Jahren wurden im Samburu Park mehr Elefanten Opfer von Wilderern als in den 11 Jahren davor.

Jede einzelne Beschlagnahmung demonstriert mehr als deutlich, dass der illegale Elfenbeinhandel floriert. Alle zusammen genommen zeigen mehr als deutlich, dass die Bedrohung für das Überleben von Elefanten in manchen Teilen von Afrika und Asien mehr als ernst ist.

- AH

Post a comment

Experten

Céline Sissler-Bienvenu,Direktorin Frankreich und frankophones Afrika
Direktorin Frankreich und frankophones Afrika
Mitglied des IFAW-Elefantenteams
IFAW-Elefantenexpertin
Grace Ge Gabriel, Regionaldirektorin Asien
Regionaldirektorin Asien
James Isiche, Regionaldirektor Ostafrika
Regionaldirektor Ostafrika
Jason Bell, Programmdirektor Elefanten, Regionaldirektor Südliches Afrika
Programmdirektor Elefanten, Regionaldirektor Südafrika
Peter Pueschel, Direktor Internationale Natur- und Umweltschutzabkommen
Direktor Internationale Natur- und Umweltschutzabkommen
Vivek Menon, Regionaldirektor Südasien
Regionaldirektor Südasien