Bennys Vermittlung wird leicht, der Abschied von ihm schwer

Benny wird vor seiner Operation untersucht.Benny kam am kanadischen Thanksgiving bei uns an. Am nächsten Tag war er schon beim Tierarzt, der sich sein Bein ansehen sollte. 

Sein Bein von der Schulter abwärts sah gut aus, aber am Fußgelenk war seine Pfote abgeknickt. 

Weil Benny den Fuß permanent am Boden schleifte und mithilfe des überdrehten Gelenks sein Gleichgewicht hielt, befanden sich auf der Oberseite der Pfote tiefe Scheuerwunden, und die Pfotenspitzen sowie eine Kralle vom Krallenbett an waren ganz weggescheuert. 

Keiner will einem Hund ein Bein amputieren, wenn es nicht absolut notwendig ist. Auch die Leute, die Benny hergebracht hatten, hofften auf eine andere Lösung. 

Der Tierarzt erklärte, dass Benny am linken Vorderlauf offensichtlich eine Verletzung erlitten hatte, wahrscheinlich war er von einem Auto angefahren worden. Dabei war sein Bein nach außen hin umgenickt und die Nerven, die von der Achsel ab sein Bein hinunter verlaufen, zerstört worden. 

Bei der Untersuchung stellte sich heraus, dass Benny im ganzen Bein kein Gefühl hatte – deshalb hatte er keine Schmerzen durch die aufgescheuerten Stellen. 

Benny erholt sich unter Decken.

Ja, er konnte sein Bein am Schultergelenk bewegen, doch die Scheuerwunden waren ein potenzieller Entzündungsherd, und wenn eine Entzündung in die Knochen gelangt, kann das sehr gefährlich sein. 

Man entschied also, ihm das Bein operativ zu entfernen.

Ich durfte bei der Operation assistieren. 

Die zwei Assistenten bereiteten Benny für die Amputation und seine Kastration vor – beides sollte erledigt werden, während er unter Narkose stand. 

Zuerst wurde schnell die Kastration durchgeführt, dann machte ich mich fertig, um bei der Amputation zu assistieren. Früher hat man das Schulterblatt zum Schutz der Organe am Körper gelassen, doch heutzutage nimmt man es ebenfalls ab, da der Brustkorb genug Schutz bietet.

Die Operation dauerte ca. zwei Stunden und Benny wurde zugedeckt unter eine wärmende Lampe gelegt, wo er sich erholen konnte. 

Am nächsten Morgen sah ich ein Bild von Benny, wie er bereits auf den Beinen war und durch die Gegend spazierte. 

Er beschwerte sich nicht und hatte sich in Windeseile an seine Dreibeinigkeit gewöhnt. 

Stattdessen erwachte er mit wedelndem Schwanz und brachte alle Leute zum Lächeln. 

Benny zeigt uns allen, wie man mit einer positiven Einstellung auch den widrigsten Umständen trotzen kann.  Die Operation ist nun vier Tage her und Benny versetzt mich immer noch in Staunen. 

Der Arzt hat ihm Ruhe verordnet und Benny ist ein sehr vernünftiger Patient. Er schläft bei meinen Füßen und folgt mir durchs Haus. 

Er hat sich nicht ein einziges Mal Schmerzen anmerken lassen, nicht ein einziges Mal wollte er an die Wunde unter dem Verband, und er war nicht ein einziges Mal mürrisch.

Benny zeigt uns allen, wie mit einer positiven Einstellung auch den widrigsten Umständen trotzen kann. 

Es wird ein einfaches Spiel werden, für Benny ein neues Zuhause zu finden – ihn gehen zu lassen wird hingegen sehr schwer.

--JH

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Alexa Kessler, Projektleiterin für den Bereich Haustiere, IFAW Deutschland
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Cynthia Milburn, Direktorin Tierschutzaufklärung und -bildung
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Dr. Ian Robinson, Vizepräsident für Kampagnen und internationale Angelegenheiten
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Gail A'Brunzo, Leiterin IFAW Wildtierschutz
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Hanna Lentz, Programm-Managerin/Campaignerin, IFAW Zentrale USA
Programm-Managerin/Campaignerin, IFAW Zentrale USA
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Nancy Barr, Programmdirektorin Kinder- und Jugendprogramm “Animal Action“
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Leiterin des Bereichs Katastrophenhilfe