Belugas: Die Welt hinter sich lassen und Natur erleben

 

Zuallererst beschwerte sich mein Computer darüber, dass er kein Internet-Netzwerk finden konnte. Dass hier genauso wenig ein Telefonnetzwerk zu finden war, war ihm ziemlich egal.

Wenn man in einer Großstadt lebt, wo Verkehrsstaus, E-Mails, soziale Netzwerke und Telefonanrufe das Leben bestimmen, kann man das wahre Leben leicht völlig vergessen. Und wenn man sich dann plötzlich inmitten der Natur in der Wildnis wieder findet, fühlt man sich zuerst einmal verloren.

Stellen Sie sich vor, es gibt kein Telefon, kein Internet, keine Autos, keinen Müll, keine Fertiggerichte in Plastikboxen und kein Plastik, wohin man blickt und das beste und schmackhafteste Dessert ist klares Wasser.

Wald, Meer, Wale, Vögel und die Aussicht aus dem Fenster sind nicht abhängig von Ihrem Geldbeutel, sondern davon, wie Sie Ihr Zelt ausrichten.

Elektrizität ist nun ein Wunder und ein Schatz, den man hüten und mit dem man sparsam umgehen muss, genau wie mit dem letzten Geld, das ich schon völlig vergessen hatte.

Und alles ist lebendig … man wacht um 5.30 Uhr morgens auf, man könnte sagen mit der Morgendämmerung, allerdings gibt es erst gar keinen Sonnenuntergang, und schon gar keine Nacht.

Es sind nur 150 km bis zum Nördlichen Polarkreis!

Alles ist weiß: die Nacht, das Meer und die Wale! Sie tragen all Ihre warme Kleidung auf einmal, Sie trinken Tee und spazieren ungefähr einen Kilometer entlang der Litoralzone (die Küstenzone, wo die Gezeiten stattfinden).

Siehe da, ein Wunder!

Wild lebende Tiere in ihrer Umgebung und Sie sind ein Außenstehender, der verstehen möchte, was hier passiert.

Sie denken zurück an die Tage Ihrer Kindheit – alle Erwachsenen um Sie herum sind glücklich, sie sagen, es sei ein Urlaub oder ein Ballett oder ein Theater, aber Sie verstehen immer noch nicht, was hier passiert, aber es ist aufregend, interessant, faszinierend.

Hier ist es genauso: Sie sitzen da und schauen einfach dabei zu, was passiert und Sie wissen nicht was, aber keiner weiß das wirklich, aber es ist etwas sehr Schönes.

Gemeinsam mit unseren Partnern vom russischen Tiersender ZOO TV arbeite ich beim Dreh der Sendung „We care“ mit, eine Sendung über das Sommer-Forschungscamp für Belugas des Internationalen Tierschutzfonds auf den Solovezki-Inseln im Weißen Meer im Norden Russlands.

Sechs Leute arbeiten im IFAW-Beluga-Camp.

Der Camp-Leiter ist Vsevolod Mikhailovich Belkovich. Die Wissenschaftler sind Vera Krasnova, Yaroslav Alekseev, Fotobeweise – Anton Chernetsky, Videos – Vladimir Baranov, Logistik – Alexander Bratanoc. Dieser einzigartige Ort, wo sich die Wale aufhalten, liegt nur 15 Meter, im wahrsten Sinne des Wortes nur einen Steinwurf; vor der Küste.

Es werden verschiedene Untersuchungen in den folgenden Bereichen durchgeführt: Überwachung von Anzahl, Alter und Geschlecht bei Einzeltieren und die Mengenverhältnisse in Gruppen, Akustik, Fotobeweise, Verhalten. Ein Gerät namens „Quad Splitter“ wurde in diesem Jahr eingeführt.

Das Gerät zeichnet gleichzeitig über und unter der Wasseroberfläche Bild und Ton auf. Dies ermöglicht, das Verhalten der Wale besser zu verstehen. Drei Bioanalysen wurden entnommen, um ein Archiv für Beluga-Biopsien anzulegen.

Die Wetterstation misst die Wetterbedingungen und die Beobachter machen Notizen zu Verhaltensänderungen.

Später werden die Werte nebeneinander gestellt, um Aussagen über den Einfluss der Wetterverhältnisse auf die Lebensweise und das Verhalten der Wale treffen zu können.

Welches Wetter bevorzugen die Tiere: Regen, Nebel oder Sonne?

Aber vielleicht spielt das Wetter für sie, die unter Wasser leben, ja auch überhaupt keine Rolle!

- LA

 

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Experten

Dr. Maria (Masha) N. Vorontsova, Regionaldirektorin Russland und GUS
Regionaldirektorin Russland und GUS
Dr. Ralf Sonntag, Länderdirektor Deutschland
Länderdirektor Deutschland
Isabel McCrea, Regionaldirektorin Ozeanien
Regionaldirektorin Ozeanien
IFAW Japan Representative
Repräsentantin IFAW Japan
Patrick Ramage, Programmdirektor Wale
Programmdirektor Wale