Bejubelte Rettung einer Meerkatze aus südafrikanischem Dorf

Cora gibt ihrem Team Bescheid. Sie und ihr neuer Freund sind bereit zum Aufbruch.Manche Leute würden mich sicherlich für verrückt erklären, wenn ich ihnen erzähle, dass ich nachts bei Temperaturen im einstelligen Bereich dicht auf den Fersen eines Polizeibeamten, der Leiterin des kommunalen Tierschutzprogramms Cora Bailey und eines stolzen Zulu über eine verbrannte Ebene (im hiesigen Dialekt Veld genannt) laufe.  

Ich würde diesen Leuten allerdings widersprechen, es gibt für mich nämlich nichts Aufregenderes. 

Ich liebe meinen Job und wieder einmal bin ich nach meinem Besuch bei Cora Bailey und ihrem kommunalen Tierschutzprogramm CLAW (Community led animal welfare) durch und durch stolz darauf, in so einem wunderbaren Team mitarbeiten zu dürfen.

Cora hatte an diesem Tag einen Anruf von einem Polizisten erhalten und war darüber informiert worden, dass der Affe, der sich seit einer Weile in der Gegend eines Kulturdorfs aufhielt, Kinder auf dem Heimweg von der Schule erschreckt hatte und dass man bald etwas unternehmen würde, sofern Cora den Affen nicht einfängt. 

Das kann nur eins bedeuten, sagte Cora, und sie musste nicht weitersprechen. Wenn CLAW den Affen nicht einfangen und wegbringen würde, würde man ihn töten.

Kurz vor Sonnenuntergang machten wir uns auf zum Kulturdorf, als wir ankamen, war es schon dunkel. 

Der Dorfbewohner Buthelezi begrüßte uns lächelnd. Er sprang ins Fahrzeug und beschrieb uns den Weg zur Affenfalle.

Die Falle musste neu präpariert werden, aber es gab klare Anzeichen dafür, dass der Primat in der Nähe war. Buthelezi hatte, um ihn einzufangen, immer wieder einen Köder in die Falle getan. 

Der Affe war vor sechs Wochen zum ersten Mal gesehen worden, das ist für ein Wildtier, das in der Umgebung von Menschen überleben muss, eine lange Zeit, und seine Lage wurde sicher langsam kritisch.

Cora präparierte die Falle, unterhielt sich ein paar Minuten mit Buthelezi und dankte ihm dafür, dass er immer Köder in die Falle gelegt hatte. 

Die Nachtluft war bitterkalt, der Geruch des Feuers lag noch in der Luft und das verbrannte Gras knisterte unter unseren Füßen, als wir zurück zum Wagen gingen. 

Am nächsten Vormittag erhielten wir einen Anruf von Buthelezi und im Auto brach Jubel aus, als wir hörten, dass unser kleiner Primatenfreund in der Nacht die Falle besucht hatte und unversehrt gefangen worden war. 

Wir machten kehrt und fuhren sofort zum Kulturdorf.

Wie erwartet, sahen wir auf dem Weg zur Falle im Vorbeifahren Buthelezi, der uns strahlend anlächelte. Er war zurecht stolz darauf, dass er bei der Aktion hatte helfen können.

Cora zeigte sich überrascht, als sie sah, in welch gutem Zustand sich die männliche Grüne Meerkatze war und merkte an, dass der Affe sich in den sechs Wochen oder länger ziemlich gut gegen Hunde und Steine zur Wehr gesetzt und offensichtlich auch noch genügend Nahrung aufgetrieben hatte.

Das restliche CLAW-Team traf ein und die erfahrenen Hände von De Villiers, Hassan und Dr. Eric Mimbe platzierten das erschöpfte und verängstigte Tier sicher im Fahrzeug. 

Die nächsten paar Tage verbrachte der Affe in einer sicheren Unterkunft, bevor er dann in sein neues Zuhause weitab von den Lichtern der Stadt gebracht wurde.

Eine Sorge weniger für Cora, dachte ich mir da, zumindest war dank ihrer Souveränität mal wieder ein kleiner Sieg inmitten der vielen, schier unlösbaren Herausforderungen gelungen.

--LCH

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Kampagnenberater
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