Bahnbrechende Initiative gegen illegalen Wildtierhandel am Horn von Afrika

Die Teilnehmer des Workshops zum Thema Wildtierschmuggel am Horn von Afrika.Ich bin gerade aus Äthiopien zurück, wo der Internationale Tierschutz-Fonds in Zusammenarbeit mit der äthiopischen Naturschutzbehörde, dem Zentrum für Umweltschutz in der Region Horn von Afrika und dem Auswärtigen Amt der USA einen bahnbrechenden zweitägigen Workshop organisiert hat, um den Aufbau eines regionalen Strafverfolgungsnetzes in die Wege zu leiten.

Es war das erste Mal, dass Länder dieser Region zusammenkamen, um einen formalen Rahmen für die regionale Zusammenarbeit im Kampf gegen den Wildtierschmuggel zu schaffen.

Das Horn von Afrika gilt sowohl als Ursprungsort als auch als Umschlagplatz für illegal gehandelte Wildtiere und Wildtierprodukte.

Der Workshop wurde im Konferenzzentrum der Afrikanischen Union in Addis Abeba veranstaltet und von der äthiopischen Ministerin für Kultur und Tourismus Tadelech Dalacho eröffnet. Bei ihrer Ansprache hob sie die Entschlossenheit der äthiopischen Regierung hervor, dem illegalen Wildtierhandel die Stirn zu bieten. Sie signalisierte außerdem ganz klar die Bereitschaft ihres Landes zur Zusammenarbeit mit regionalen und internationalen Partnern im Kampf gegen den Wildtierschmuggel.

Der US-Botschafter in der Afrikanischen Union Michael Battle rief bei seiner Ansprache im Namen der US-Regierung zu einer engeren grenzüberschreitenden Zusammenarbeit innerhalb der Region auf und betonte die Bemühungen der USA im Kampf gegen die globale Umweltkriminalität.

Alle beteiligten Akteure erkannten an, dass die Bekämpfung des Wildtierschmuggels nicht allein dem Tier- und Naturschutz dient, sondern auch zur Entwicklung des Kontinents und zu einem sichereren und stabileren Afrika beiträgt.

Folgende Länder und Institutionen nahmen am Workshop teil: Äthiopien, Kenia, Uganda, Dschibuti, Somalia, Somaliland, Sudan, Südsudan sowie Institutionen wie die  IGAD (Intergovernmental Authority for Development), die CITES, die Freeland Foundation, TRAFFIC, die WCS, die EU und die GIZ. Sie alle haben den dringenden Bedarf für ein regionales Strafverfolgungsnetz zur Bekämpfung des Wildtierschmuggels am Horn von Afrika erkannt. Es wurde ein Lenkungskomitee gegründet und mit dem Mandat ausgestattet, den Weg für den Aufbau eines solchen Netzes zu ebnen.

Äthiopien übernahm den Vorsitz im Lenkungskomitee, während die IGAD als Plattform für das Netzwerk fungieren soll.

Von links nach rechts: Dr. Araya Asfaw, Leiter des Zentrums für Umweltschutz  in der Region Horn von Afrika, Kelvin Alie, IFAW, Tadelech Dalacho, Äthiopische Ministerin für Kultur und Tourismus, Michael Battle, US-Botschafter in der Afrikanischen Union und Ewnetu Bilata, Leiter der äthiopischen Naturschutzbehörde

Ich habe mich sehr über den Ausgang dieses Workshops gefreut, zu dem der Anstoß übrigens bei einer IFAW-Schulung zur Prävention von Wildtierschmuggel im Jahr 2011 in Dschibuti gegeben wurde, bei der alle Teilnehmer einhellig großes Interesse am Aufbau eines regionalen Strafverfolgungsnetzes signalisierten.

Dieser Schritt ist für das Horn von Afrika selbstverständlich ein großer Erfolg, dennoch besteht nach wie vor sowohl auf nationaler als auch auf regionaler Ebene großer Handlungsbedarf, um den Wildtierschmuggel von allen Seiten anzugehen.

Somit wird sich der IFAW auch weiterhin für einen langfristigen Ausbau von Kapazitäten einsetzen, damit Strafverfolgungsbehörden effektiver durchgreifen können. Insbesondere streben wir Verbesserungen im Bereich Erkennung und Überwachung von Schmugglerware sowie eine stärkere Regulierung des Handels an.

Ich bin sehr stolz darauf, dass ich als Teil eines internationalen Teams dieses  Strafverfolgungsnetz für das Horn von Afrika mit aus der Wiege heben durfte.

--KA

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Experten

Céline Sissler-Bienvenu,Direktorin Frankreich und frankophones Afrika
Direktorin Frankreich und frankophones Afrika
Mitglied des IFAW-Elefantenteams
IFAW-Elefantenexpertin
Grace Ge Gabriel, Regionaldirektorin Asien
Regionaldirektorin Asien
James Isiche, Regionaldirektor Ostafrika
Regionaldirektor Ostafrika
Jason Bell, Programmdirektor Elefanten, Regionaldirektor Südliches Afrika
Programmdirektor Elefanten, Regionaldirektor Südafrika
Peter Pueschel, Direktor Internationale Natur- und Umweltschutzabkommen
Direktor Internationale Natur- und Umweltschutzabkommen
Vivek Menon, Regionaldirektor Südasien
Regionaldirektor Südasien