2016 wieder ein fatales Jahr für Elefanten

Solche Stoßzähne sind leider begehrt
Dienstag, 3 Januar, 2017
Hamburg

Hamburg, 3. Januar 2017 – Mehr als 21,5 Tonnen nicht spezifiziertes, illegales Elfenbein, plus 949 Stoßzähne und über 3000 Einzelstücke (Schnitzereien usw.) wurden 2016 weltweit beschlagnahmt. Bei mindestens 17 Aufgriffen handelte es sich um große Mengen von über 500 Kilogramm, die laut INTERPOL auf organisiertes Verbrechen hinweisen. Ladungen in solchem Umfang wurden vor allem in Vietnam abgefangen, aber auch in Malaysia, Uganda, Tansania, Sudan, Spanien, Österreich und Deutschland. Einer der größten Aufgriffe 2016 gelang Behörden überraschend in Deutschland, wo sie 1,2 Tonnen Elfenbein sicherstellten.

„Es vergeht praktisch kein Tag, an dem nicht Dutzende von Elefanten von Wilderern getötet werden. In jeder einzelnen Woche im letzten Jahr entdeckten Beamte illegales Elfenbein irgendwo auf der Welt“, sagte Robert Kless, Leiter der Wildtierhandelskampagne des IFAW (International Fund for Animal Welfare) in Deutschland. „Und das ist nur die Spitze des Eisbergs, da nur ein kleiner Teil des illegalen Elfenbeins auf dem Markt abgefangen wird“.

Im August wurde eine neue Studie veröffentlicht: Great Elephant Census. Es war die erste Kontinent weite Zählung der afrikanischen Savannen-Elefanten, die zwei Jahre dauerte. Die Ergebnisse schockierten Naturschützer weltweit, denn sie zeigen, dass die Elefantenpopulationen zwischen 2007 und 2014 um 30 Prozent schrumpften -  das entspricht 144.000 Elefanten! Der aktuelle Rückgang liegt bei acht Prozent pro Jahr, Hauptursache ist die Wilderei. Wenn der aktuelle Trend anhält, könnte die Population bis 2025 auf 160.000 Tiere sinken.

„Elefanten haben den kritischen Punkt längst erreicht und die nächsten fünf Jahre sind entscheidend, wenn wir ihr Schicksal drehen wollen“, so Kless. „Die Ankündigung Chinas zum Jahresende, den nationalen Handel mit Elfenbein endlich zu beenden, könnte dafür ausschlaggebend sein.“

In 2016 wurden einige wichtige Änderungen in der Gesetzgebung zum Wildtierhandel beschlossen. Neben China kündigten auch Frankreich und die USA strengere Elfenbein-Handelsregelungen an und die EU führte einen Aktionsplan gegen den illegalen Wildtierhandel ein. Auf der Artenschutz-Konferenz CITES im September in Johannesburg wurden mehrere Beschlüsse gefasst, die den Schutz der Elefanten vor dem internationalen Handel verbessern.

Der IFAW befürwortet ein vollständiges Verbot des internationalen Elfenbeinhandels, die Schließung nationaler Märkte und die Zerstörung von Elfenbeinbeständen.

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