16. CITES-Vertragsstaatenkonferenz in Bangkok: Mehrere bedrohte Haiarten brauchen dringend Schutz

Shark-Finning auf einem Markt in Dibba, Oman.Der Rückgang der Haibestände in den Weltmeeren hat mittlerweile ein beispielloses Ausmaß angenommen. Viele Haipopulationen wurden auf gerade mal 20% ihrer ursprünglichen Größe dezimiert. Der Hauptgrund für diese dramatische Entwicklung ist das so genannte „Shark-Finning“. Dabei scheiden Fischer den Haien bei lebendigem Leib die Flossen ab und werfen danach den Rest des Körpers wieder zurück ins Wasser. Die Flossen werden als Zutat für Haiflossensuppe verwendet.

Diese brutale und grausame Praxis hat verheerende Auswirkungen auf das marine Ökosystem. Haie sind keineswegs die blutrünstigen Killer als die sie gerne dargestellt werden, sondern übernehmen eine sehr wichtige Funktion im Lebenskreislauf der Meere.

Am besten kann der Schutz der Haie durch die gesetzlich verankerte Regulierung des Handels mit Haiprodukten gewährleistet werden. Der einzige Ort, wo eine solche gesetzliche, weltweite Regulierung erfolgen kann, ist die anstehende CITES-Vertragsstaatenkonferenz, die vom 3. bis 14. März 2013 in Bangkok stattfindet.

Zur Abstimmung stehen vier Anträge auf besseren Schutz der Haie.

Der Internationale Tierschutz-Fonds (IFAW) setzt sich vehement dafür ein, dass genug Mitgliedstaaten von der Notwendigkeit und Dringlichkeit der Haianträge überzeugt sind. Eine erfolgreiche Durchsetzung der Anträge hätte den Schutz des Weißspitzen-Hochseehais, von drei Hammerhaiarten, des Heringshais sowie des Mantas zur Folge.

Die Erhaltung der Haie ist auch sehr problematisch, weil sie eine sehr niedrige Vermehrungsrate haben und einige Jahr benötigen, bevor sie paarungsfähig sind. Beispielweise erreicht der weibliche Heringshai die Geschlechtsreife erst mit 13 Jahren. Auch die Schwangerschaftsdauer kann bisweilen sehr lang ausfallen. Das Weibchen des Bogenstirn-Hammerhais etwa trägt ihren Nachwuchs, genau wie ein Mensch, neun bis zehn Monate ins sich.

Zudem ist die Anzahl des Nachwuchses oft gering. Der Weißspitzen-Hochseehai etwa bringt alle zwei Jahre gerade mal fünf oder sechs Junghaie zur Welt.

Es besteht jedoch Hoffnung, denn in der Vergangenheit haben wir uns auch schon erfolgreich für einen besseren Schutz des Walhais unter dem CITES-Abkommen eingesetzt, der mit einer Länge von 20 Metern der längste lebende Fisch der Welt ist.

Wenn sich die Politiker der Welt darauf einigen können, den Haien den dringend benötigten Schutz zu gewähren, besteht wieder ein klein wenig Hoffnung, dass die Haibestände und damit auch unsere Meere sich wieder erholen.

--RS

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Experten

Azzedine Downes, Präsident und CEO
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Céline Sissler-Bienvenu,Direktorin Frankreich und frankophones Afrika
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Dr. Elsayed Ahmed Mohamed, Regionaldirektor Mittlerer Osten
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Dr. Maria (Masha) N. Vorontsova, Regionaldirektorin Russland und GUS
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Grace Ge Gabriel, Regionaldirektorin Asien
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Isabel McCrea, Regionaldirektorin Ozeanien
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Jeffrey Flocken, Regionaldirektor Nordamerika
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Kelvin Alie, Programmdirektor Wildtierhandel
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Peter Pueschel, Direktor Internationale Natur- und Umweltschutzabkommen
Direktor Internationale Natur- und Umweltschutzabkommen
Robert Kless, Leiter Wildtier-Kampagnen, IFAW Deutschland
Leiter Wildtier-Kampagnen, IFAW Deutschland
Vivek Menon, Regionaldirektor Südasien
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