Partnerschaft mit UNDP für Straßenhunde in Bosnien

In Bosnien arbeitet das Entwicklungsprogramm der Vereinten Nationen (United Nations De­vel­op­ment Pro­gramme, UNDP) mit Vertretern der örtlichen Gemeinden zusammen, um herauszufinden, wo die gravierendsten Sicherheitsrisiken in den Gemeinden liegen. Für UNDP war es eine Überraschung, als sich herausstellte, dass viele Kommunen Streunerhunde als ernsthafte Gefahr für den Menschen sehen.

Bisher hatten Hundeschützer versucht, das Problem mit den Straßenhunden in den Griff zu bekommen, indem sie die Tiere einfingen, sterilisierten und wieder freiließen. Außerdem hatten sie Tierheime eingerichtet. Allerdings hat diese Strategie nicht funktioniert und die Menschen fühlten sich nicht sicher. Für Bosnien war deshalb eine andere Methode erforderlich.                      

Nachdem UNDP festgestellt hatte, dass es Ähnlichkeiten zwischen ihrer eigenen Vorgehensweise und der des IFAW in Bezug auf die Methoden bei der Lösung von Problemen mit Straßenhunden gibt, trat UNDP im Jahr 2013 mit der Bitte um Hilfe an den IFAW heran.                            

Im Sommer 2013 startete die einzigartige Partnerschaft zwischen UNDP und dem IFAW mit einem Treffen mit Vertretern aus sechs bosnischen Gemeinden (unter anderem Bihac, Jajce, Gradacac, Lopare und Sanski Most). Wir stellten den Gemeindevertretern den Ansatz des IFAW vor. Dieser sieht vor, dass wir die Gemeinden dabei begleiten, selbst einen nachhaltigen und humanen Plan für die Lösung ihres Problems mit den Streunerhunden zu entwickeln und umzusetzen. Die Gemeindevertreter waren von unserem Vorschlag so begeistert, dass sie sich alle bereit erklärten, unsere Methode auszuprobieren.

Dank UNDP können wir in jeder Gemeinde mit den entsprechenden Interessenvertretern zusammenarbeiten, um ihre Situation zu verstehen und herauszufinden, welche Ressourcen bereits genutzt werden wie beispielsweise lokale Behörden, Gesundheitseinrichtungen, Schulen, Tierärzte, Gemeindemitglieder, die sich um Hunde kümmern, beziehungsweise Menschen, die Hunde beherbergen oder Pflegefamilien für sie suchen.

Wir binden die Menschen vor Ort direkt mit ein und entwickeln gemeinsam mit ihnen einen lokal ausgerichteten Langzeitplan, der dem Wohl von Mensch und Hund dient. Seit wir in einigen Gemeinden unsere Arbeit aufgenommen haben, bekamen wir auch aus anderen bosnischen Kommunen Anfragen. Auch sie wollen mit uns zusammenarbeiten, um einen individuell abgestimmten Plan für das Streunerhundeproblem in ihrer Region zu entwickeln.        

Die Partnerschaft von UNDP und dem IFAW trägt den Namen „Humane Communities: Security, Health and Animal Welfare“ (sinngemäß: Humane Kommunen: Sicherheit, Gesundheit und Tierschutz) und hat sich gegenüber der Clinton Global Initiative verpflichtet. Als Teil der Verpflichtung überwacht und dokumentiert der IFAW verschiedene Maßnahmen, die als Kriterien für die Überprüfung der Wirksamkeit unserer Methode dienen. Dadurch kann das Projekt in Bosnien zum Vorbild für die Entwicklung kulturell angemessener, lokal gesteuerter Streunerhundprojekte auf der ganzen Welt werden. Dieselbe Herangehensweise wird in einem Projekt in Puerto Natales in Chile angewandt, das ebenso als Teil unserer Verpflichtung gegenüber der Clinton Global Initiative anerkannt ist.