Wilde Nächte im Kafue-Nationalpark: Sambische Elefantenkuh Chamilandu hat sich gepaart

Ein wilder Elefantenbulle folgt Chamilandu, Leitkuh einer Gruppe von Elefantenwaisen des Elephant Orphanage Project (EOP)

Chamilandu, die Matriarchin einer Gruppe zunehmend unabhängiger älterer Elefantenwaisen im Kafue-Nationalpark in Sambia, hat am 20. September 2017 einen entscheidenden Punkt ihrer Rehabilitation erreicht. Chamilandu ist die älteste weibliche Elefantenwaise der Herde. Zwischen ihr und einem wilden Elefantenbullen kam es im Park zu Interaktionen, die möglicherweise ihr Leben verändern werden. Über diese Entwicklung sind wir sehr glücklich, denn langfristig besteht unser Ziel darin, dass Chamilandu und alle anderen verwaisten Elefanten eines Tages wieder ständig in freier Wildbahn unter wilden Elefanten leben.

Chamilandu ist jetzt 11 Jahre alt. Mit eineinhalb Jahren wurde sie aufgrund von Wilderei zur Waisen. Vor Kurzem wurde beobachtet, wie sie mit einem wilden Elefantenbullen von etwa 20 Jahren interagierte, der sie dabei mehrfach besprang.

Der Elefantenbulle wurde am 20. September früh um 3:30 Uhr zum ersten Mal gesichtet, als er am Fluss Nkala Wasser trank, der durch das Camp unseres Auswilderungszentrums in Kafue fließt. Chamilandu und der neunjährige Batoka, ein weiterer Elefantenwaise in der Auswilderungsphase, hielten sich in der Nähe auf, etwa 50 Meter entfernt. Weil der Bulle sich in Anwesenheit von Menschen aggressiv verhielt, wurden zusätzliche Sicherheitsvorkehrungen getroffen. Mehrere Teams sahen eine Wunde, die sich an Batokas Hinterteil zeigte. Vermutlich wurde sie von den Stoßzähnen des Bullen verursacht, der Batoka als Bedrohung wahrnahm.

Bald durchquerte der Elefantenbulle den Fluss, um sich zu Chamilandu und Batoka zu gesellen. Er blieb bei ihnen, bis sich die Waisen um 11 Uhr dem Rest ihrer Herde anschlossen und ihren täglichen Streifzug durch den Busch antraten. 

Am 21. September tauchte der Bulle um 6 Uhr morgens erneut auf, als Chamilandu sich im boma befand, einem Freiluftgehege, das Schutz vor Raubtieren bietet. Dort können sich die Elefanten in der Auswilderungsphase bei den jüngeren Waisen aufhalten, wahlweise können sie auch im Busch bleiben. Mit Groll-Lauten kommunizierten die beiden Tiere miteinander, und Chamilandu wurde aus dem boma gelassen. Bis 14 Uhr blieb sie bei dem Elefantenbullen. Es wurde beobachtet, wie der Bulle ihr nachstellte und sie zu bespringen versuchte, teilweise mit Erfolg. Außerdem präsentierte sich Chamilandu dem Bullen. Ein solches Verhalten legt nahe, dass sie brünstig war. Chamilandu hielt sich auch abends weiterhin außerhalb des boma auf und wurde am 22. September um 1 Uhr morgens erneut von dem Bullen begleitet. Dieses Paarungsverhalten ließ sich weiter beobachten, als Chamilandu und der Bulle sich in der Nähe des Camps aufhielten.

Sie verbrachten auch den Rest des Tages nahe beieinander. Am Morgen des 23. September hatte der Bulle das Gebiet verlassen und kehrte nicht zurück. Das Elephant Orphanage Project war auf dieses Ereignis vorbereitet, seit wir 2015 die ersten Anzeichen von Paarungswilligkeit beobachtet haben. Für die Tierpfleger ist dies eine äußerst gefährliche Phase, da sie für Chamilandu bei Anspannung und Angst nach wie vor „Mutter“ sind, von einem Bullen aber als Konkurrenz betrachtet werden. Daher wurden strenge Sicherheitsmaßnahmen angewandt, sobald der Bulle sich dem Camp näherte.

Die Brunst setzt etwa alle 15 Wochen ein, aber da Chamilandu so häufig besprungen wurde, kann es durchaus sein, dass sie trächtig geworden ist. Einen ersten Hinweis hierzu werden wir haben, falls sie im Januar keine Anzeichen der Brunst zeigt. Chamilandu hat im Auswilderungsprozess bedeutende Schritte in Richtung eines Lebens in freier Wildbahn gemacht.

Sollte sie tatsächlich trächtig sein, wird sie nach einer Tragzeit von ganzen 22 Monaten Nachwuchs zur Welt bringen!

Wir werden Sie über Chamilandus Geschichte weiter auf dem Laufenden halten.

Lisa Olivier

Erfahren Sie mehr über die Arbeit des IFAW zum Schutz der Elefanten.

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Céline Sissler-Bienvenu,Direktorin Frankreich und frankophones Afrika
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Jason Bell, IFAW Vizepräsident Natur- und Tierschutz
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Vivek Menon, IFAW Senior-Berater Strategische Partnerschaften
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