Welt-Elefanten-Tag: feiern oder trauern?

Die Dickhäuter - sie sollen leben!
Montag, 11 August, 2014
Hamburg

Morgen ist Welt-Elefanten-Tag - zu Ehren der sensiblen, hoch sozialen Dickhäuter, die uns Menschen so faszinieren. Doch die Bilanz zu diesem Datum sieht finster aus: Nicht eine einzige Woche ist dieses Jahr vergangen, ohne dass eine größere Menge illegalen Elfenbeins irgendwo aufgegriffen wurde.

„Für jedes Kilo Elfenbein, das beschlagnahmt wird, sind Elefanten gestorben. Die meisten in afrikanischen Ländern, wo Armut und politische Instabilität es Wilderern und den Handelskartellen dahinter leicht machen, ungehindert zu operieren“, so Robert Kless, Kampagnenleiter für Wildtierhandel beim IFAW-Deutschland.

„In den letzten sieben Monaten wurden fast zehn Tonnen Elfenbein in Ladungen von mehr als 500 Kilo aufgegriffen – laut Interpol ein Indiz dafür, dass das organisierte Verbrechen hinter dem Schmuggel steckt“, so Kless weiter. „Diese Zahl beinhaltet aber nicht die vielen Aufgriffe von weniger als 500 Kilo.“

In Togo wurden im Januar vier Tonnen Elfenbein aufgegriffen – die größte bisherige Beschlagnahme in dem Land, in dem es nur noch weniger als 200 Elefanten geben soll. Zunehmend wird es aber als Umschlagplatz zur Ausfuhr illegalen Elfenbeins aus Afrika genutzt. Die bisher größte Menge in Kambodscha ging den Behörden im Mai ins Netz: Dort waren es drei Tonnen. Kambodscha gilt als eines der Hauptdurchgangsländer für illegales Elfenbein.

Im Juni wurden in Mombasa, Kenia, 2,1 Tonnen Elfenbein aufgegriffen und 790 Kilo in Hongkong in einem Flugzeug nach Kambodscha.

„Der Elfenbeinhandel kann nur gestoppt werden, wenn die Regierungen zusammenarbeiten und mit Interpol kooperieren, um die Hintermänner dieses internationalen Verbrechens aufzuspüren“, so Kless weiter. „Außerdem muss die Staatengemeinschaft die erforderlichen Ressourcen zur Verfügung stellen, die im Kampf gegen die Wilderei-Mafia benötigt werden.“

„Auch wenn das Schicksal der Elefanten düster aussieht, ist doch in den letzten Monaten einiges passiert auf Seiten der internationalen Politik, die endlich begreift, dass sie handeln muss“, resümiert Kless. „Aber es ist noch lange nicht genug, die EU beispielsweise muss einen verbindlichen Aktionsplan aufstellen und mit genügend finanziellen und personellen Ressourcen ausstatten, um dieses Problem wirksam in Angriff zu nehmen.“

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