Waisenstation für Nashörner muss wegen schlechter Sicherheitslage schließen

Das Fundimvelo Thula Thula Nashorn-Waisenhaus in der südafrikanischen Provinz KwaZulu-Natal musste wegen der schlechten Sicherheitslage vor Ort seine Türen schließen.

Im Februar hatten Wilderer die Waisenstation mitten in der Nacht überfallen. Die Mitarbeiter wurden brutal angegriffen und ein Nashornkalb getötet. Ein zweites Kalb musste am nächsten Tag aufgrund der Schwere seiner Verletzungen eingeschläfert werden. Ziel der Wilderer war es, die kleinen Hornansätze der Tiere zu erbeuten.

Die Laurence Anthony Earth Organisation, Betreiber der Waisenstation, gab bekannt, dass die Sicherheit der in der Einrichtung verweilenden Menschen und Tiere nicht länger gewährleistet werden könne und das Waisenhaus deshalb auf Anraten von Sicherheitsexperten, Wildhütern und Polizei seine Türen schließe. Die Reservate und Parks in KwaZulu-Natal sind von der Nashornwilderei mit am stärksten betroffen.

Joseph Okori, Regionaldirektor des IFAW Südliches Afrika verurteilte den Überfall auf das Waisenhaus und seine Mitarbeiter als abscheulich und tragisch.

"In dieser Einrichtung leben Nashornjunge, die meist ohnehin schon traumatisiert sind. Sie mussten zusehen, wie ihre Mutter von Wilderern getötet wurde. Der Überfall zeigt die Skrupellosigkeit mit der die Wilderer bei der Jagd nach dem Horn vorgehen", so Okori.

"Die Tatsache, dass sie sich ausgerechnet so ein leichtes Ziel wie Thula Thula auswählen, wo die Mitarbeiter sich unermüdlich um die kleinsten Opfer der grausamen Wilderei kümmern, macht es doppelt abscheulich."

Nur wenige Wochen nach dem Überfall auf Thula Thula töteten Wilderer in einem Zoo bei Paris ein Breitmaulnashorn wegen seines Horns. Manchmal veranlassen Parkmanager sogar, dass die Hörner von Nashörnern vorbeugend entfernt werden, um sie vor Wilderern zu schützen. Die Hörner sind begehrte Beute, weil sie in einigen asiatischen Ländern für viel Geld gekauft werden. Dort sagt man dem Horn irrtümlich magische oder heilende Kräfte nach und betrachtet es als Luxusgegenstand oder sogar als gutes Investment.

Aber es gibt auch eine gute Nachricht. Alle Nashornkälber, ein kleines Nilpferd und alle Betreuer wurden sicher aus Thula Thula weggebracht. Die Tiere können nun in Sicherheit weiter versorgt werden. Alle entwickeln sich bestens.

Nichtsdestotrotz müssen alle Akteure der Wildereibekämpfung, wie es Joseph Okori fordert, an allen Fronten - ob im Herkunfts- oder Verbraucherland - noch viel konsequenter gegen Nashornwilderei und illegalen Handel mit Hörnern vorgehen. Nur so können wir die Nashörner auch noch für zukünftige Generationen erhalten.

Christina Pretorius

Erfahren Sie mehr über den Einsatz des IFAW im Kampf gegen die Wilderei.

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Beth Allgood, IFAW Länderdirektorin USA
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Cynthia Milburn, Senior-Beraterin Strategieentwicklung
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Dr. Joseph Okori, Regionaldirektor Südliches Afrika und Programmdirektor Natursc
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Rikkert Reijnen, Programmdirektor Wildtierkriminalität
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