VIDEO: Kanadische Robbenjagd startet schleppend, Robbenjäger bleiben zu Hause

Es gibt nichts Frustrierenderes, als perfekt auf die Dokumentation der kommerziellen Robbenjagd vorbereitet zu sein und dann von einer völlig außerhalb der eigenen Kontrolle stehenden Gewalt davon abgehalten zu werden – dem Wetter. Eisnebel, schlechte Sichtverhältnisse und Schnee machten einen Flug heute unmöglich. Behördenangaben zufolge waren nur 28 Boote in Richtung „The Front“ ausgelaufen: ähnlich wenige waren es auch im 2011 gewesen; im Gegensatz zu den 2100 Booten im Jahr 2006 jedoch ein drastischer Rückgang. Nach zwei Tagen Jagd waren etwa 2260 Robben getötet worden. Aus der Luft konnten wir gestern dennoch einige furchtbare Szenen dokumentieren. Eine der schrecklichsten zeigt ein aus großer Entfernung angeschossenes Robbenjunges, das zwei Minuten lang vor Schmerzen schreit und leidet, bevor der Robbenjäger ihm endlich den erlösenden Todesschuss gibt. Der Jäger hatte sich seinerseits völlig vorschriftsmäßig verhalten. Die Regeln besagen, dass ein zweiter Schuss abgegeben werden muss, wenn eine Robbe sich nach dem ersten Schuss noch deutlich sichtbar bewegt. Doch aufgrund der großen Entfernung und der schwierigen Bedingungen, von einem schwankenden Boot einen sauberen Schuss abzugeben, spielen sich solche Szenen viel zu oft ab.

Einem Bericht von Kanadas öffentlicher Rundfunkanstalt CBC zufolge sagen mittlerweile viele Fischer, dass die Märkte so sehr geschrumpft seien, dass es sich nicht einmal mehr lohnt, an der Robbenjagd teilzunehmen. Bei einem Stückpreis von 27 Dollar pro Robbenfell vermag es auch das Rettungspaket der Regierung nicht mehr, die Robbenjäger zu diesem gefährlichen, unberechenbaren und unrentablen Unterfangen zu bewegen.

Die Saison ist noch jung, aber ich hoffe ganz fest, dass die Bestellung von 130.000 Robbenfellen in diesem Jahr unerfüllt bleibt. Wenn sogar die Robbenjäger selbst sagen, dass sich die Jagd nicht mehr lohnt, müssen wir dafür sorgen, dass sie genauso unrentabel bleibt und die sterbende Industrie endlich zu Grabe tragen.

Dafür benötigen wir dringender denn je Ihre Hilfe. Bitte gehen Sie auf ifaw.org und helfen Sie uns, der Robbenjagd ein Ende zu bereiten.

--SF

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Azzedine Downes, Präsident und CEO
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Céline Sissler-Bienvenu,Direktorin Frankreich und frankophones Afrika
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Dr. Elsayed Ahmed Mohamed, Regionaldirektor Mittlerer Osten
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Regionaldirektor Südliches Afrika und Programmdirektor Naturschutz
Dr. Maria (Masha) N. Vorontsova, Regionaldirektorin Russland und GUS
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Grace Ge Gabriel, Regionaldirektorin Asien
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Kelvin Alie, IFAW Vizepräsident Natur- und Tierschutz
Vizepräsident
Rikkert Reijnen, Programmdirektor Wildtierkriminalität
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Robert Kless, Leiter IFAW Deutschland
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Staci McLennan, Regionaldirektorin Europäische Union
Staci McLennan, Regionaldirektorin Europäische Union
Tania McCrea-Steele, Leiterin der Kampagne gegen illegalen Online-Wildtierhandel
Leiterin der Kampagne gegen illegalen Online-Wildtierhandel, IFAW Großbritannien
Vivek Menon, IFAW Senior-Berater Strategische Partnerschaften
Senior-Berater für Strategische Partnerschaften und Philanthropie