Veranstaltung zur Bekämpfung des illegalen Online-Wildtierhandels bei CITES-Vertragsstaatenkonferenz

Montag, 26 September, 2016
Johannesburg

Veranstaltung zur Bekämpfung des illegalen Online-Wildtierhandels bei CITES-Vertragsstaatenkonferenz

Große Unternehmen, staatliche Behörden und die NGO Community richten am Montag, den 26. September im Rahmen der CITES-Konferenz ein gemeinsames Event aus. Dort wollen sie ein Zeichen für den Schutz gefährdeter Arten vor dem illegalen Wildtierhandel im Internet setzen.

Auf der Veranstaltung während der CITES-Vertragsstaatenkonferenz kommen unter dem Motto "Taking a Byte out of Wildlife Cybercrime" die Internet-Unternehmen Tencent aus China und eBay mit dem IFAW, TRAFFIC, der Staatsanwaltschaft Kenia und der chinesischen CITES-Behörde zusammen und stellen ihre Strategien zur Bekämpfung des illegalen Online-Wildtierhandels vor.

"Illegaler Wildtierhandel im Internet stellt eine ernsthafte Bedrohung für viele gefährdete Tierarten dar. Unter anderem sind Elefanten, Nashörner und viele Reptilien- und Vogelarten betroffen", erklärt Tania McCrea-Steele, Leiterin der IFAW Kampagne gegen den illegalen Online-Wildtierhandel. "In einer Zeit, in der der Rückgang bei Populationen afrikanischer Elefanten historische Ausmaße erreicht und drei Jahre in Folge über Tausend Nashörner jährlich gewildert werden - Tendenz steigend, ist es extrem wichtig, dass Unternehmen, Politik und NGOs sich zusammenschließen, um diese Entwicklung zu stoppen. Mit dieser gemeinsamen Initiative lässt sich der illegale Online-Wildtierhandel viel effektiver bekämpfen."

Tencent, Betreiber des Chat-Dienstes WeChat und des Instant Messaging-Dienstes QQ startete im Mai 2015 gemeinsam mit The Nature Conservancy und IFAW das Programm "Tencent for the Planet". Aufgabe des Programms ist es, die Nutzer der Dienste über Artenschutzfragen aufzuklären und den illegalen Wildtierhandel zu stigmatisieren. In Zusammenarbeit mit NGOs entwickelt Tencent bessere Strategien für die Überwachung krimineller Aktivitäten seiner Nutzer und die Identifizierung gefährdeter Arten. Das Programm ist außerdem dafür zuständig, illegale Angebote auf WeChat und QQ zu entfernen.

"Tencent ist es ein großes Anliegen, für ein sicheres und umweltfreundliches „Ökosystem Internet“ zu sorgen", so Band Yang, Leiter des Ausschusses für Informationssicherheit bei Tencent und Co-Veranstalter des Events. "In Sachen illegaler Wildtierhandel verfolgen wir in allen Unternehmenssparten eine Nulltoleranzpolitik. Es ist uns auch daran gelegen, innovative Methoden zu entwickeln, wie man gefährdete Arten im Internet schützen kann. Wir arbeiten auch mit anderen weltweit führenden Internet-Unternehmen zusammen, um gemeinsame Standards für die Bekämpfung des illegalen Online-Wildtierhandels zu entwickeln und durch Erfahrungsaustausch mit diesen Firmen unserem gemeinsamen Ziel näher zu kommen."

Im Januar 2009 verbot eBay weltweit den Verkauf von Elfenbein über seine Seite. Seitdem arbeitet das Unternehmen stetig an einer besseren Einhaltung gesetzlicher Bestimmungen und der Überwachung der Nutzer.

"eBay hat schon ein Jahrzehnt Erfahrung in der Bekämpfung des illegalen Online-Wildtierhandels", so Wolfgang Weber, Leiter der internationalen Rechtsabteilung bei eBay. "Wir haben 2006 zusammen mit dem IFAW und Strafverfolgungsbehörden den ersten runden Tisch zum Thema "Illegaler Elfenbeinhandel" veranstaltet. Unserer Erfahrung nach sind diese Kooperationen das stärkste und effektivste Mittel, um greifbare und nachhaltige Ergebnisse zu erzielen. Deshalb begrüßen und unterstützen wir diese wichtige Initiative."

"Angesichts der globalen Reichweite des Internets ist ein möglichst branchenweiter Austausch sowie branchenweit geltende Nutzungsbestimmungen in Bezug auf illegalen Online-Wildtierhandel erforderlich, um das Problem umfassend und effektiv anzugehen. Die Initiative könnte eine Gelegenheit sein, die Überwachung des Internets zu vereinfachen und zu vereinheitlichen", so Xu Ling, Leiterin von TRAFFIC. "TRAFFIC hat bereits einige starke Kooperationen mit der Privatwirtschaft gestartet, wir brauchen aber weltweit noch mehr Partner, um den illegalen Online-Wildtierhandel effektiv zu bekämpfen."

"Der illegale Online-Handel mit gefährdeten Arten ist ein weltweites Problem. Politiker, Unternehmen und NGOs müssen dieses Problem ernst nehmen und auf nationaler Ebene zusammenarbeiten. Wir müssen als Teil unserer weltweiten Bemühungen für den Schutz gefährdeter Arten koordinierte Maßnahmen ergreifen und uns für eine nachhaltige Entwicklung starkmachen", so Dr. Meng Xianlin, Leiter der CITES-Behörde China.

Online-Wildtierhandel ist ein riesiges Geschäft, das sehr schwer zu überwachen ist. Die IFAW-Studie Wanted – Dead or Alive: Exposing Online Wildlife Trade fand während einer sechswöchigen Studie im Jahr 2014 auf 280 untersuchten Webseiten in 16 Ländern mehr als 30.000 zum Verkauf angebotene Tiere oder Tierprodukte. Ermittler fanden 9.842 Anzeigen zum Verkauf von Produkten, die von gefährdeten Arten oder Wildtieren stammen, mit einem geschätzten Wert von mindestens 10 Millionen US-Dollar.

"Ich war schockiert, dass Anzeigen, die Elfenbein oder mutmaßlich Elfenbein anboten, fast ein Drittel der Online-Anzeigen ausmachten, die die IFAW-Studie Wanted - Dead or Alive aufdeckte. Kenia ist sehr stolz auf seine Elefanten und ist sehr darum bemüht, sie vor Wilderern zu schützen. Die Behörden müssen deshalb überall mit äußerster Härte gegen den illegalen Online-Wildtierhandel vorgehen", so Rodah Ogoma, stellvertretende Leiterin der kenianischen Staatsanwaltschaft.

Bei der heutigen Veranstaltung haben NGOs und Internet-Unternehmen die Gelegenheit, ihre gemeinsamen Bestimmungen für Online-Wildtierhandel vorzustellen, die sieben Unternehmen, darunter auch eBay und Tencent, in Zusammenarbeit mit TRAFFIC, IFAW und World Wildlife Fund vor kurzem erarbeitet haben.

Alle Redner werden die anderen Vertragsstaaten dazu aufrufen, Maßnahmen gegen den illegalen Handel zu ergreifen und sie dazu auffordern, Kenias Antrag zur "Bekämpfung des illegalen Online-Wildtierhandels" zu unterstützen.

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