Umstrittene Nashorn-Horn-Auktion startete in Südafrika

Nach längerem juristischem Tauziehen zwischen Regierung und privaten Nashorn-Züchtern ist der Handel mit Nashorn-Horn seit April 2017 in Südafrika wieder erlaubt. Das macht sich der weltweit größte private Züchter John Hume zunutze, indem er 264 Hörner vom 23. bis 25. August 2017 in einer Online-Auktion und im September in einer klassischen Auktion in der Provinz Gauteng versteigert. Mit dem Gewinn will er angeblich seine Nashörner besser schützen.

Aus unserer Sicht ist das eine fatale Aktion, die die Nachfrage nach dem Horn steigern und die Ausrottung der Nashörner weiter vorantreiben wird. Dem wohlhabenden Farmer mit dem teuren Hobby geht es nicht um den Schutz wilder Nashörner,  sondern lediglich um seine eigenen Tiere – und um seinen höchst privaten Profit. Ins Ausland dürfen die Hörner nicht verkauft werden, aber die Nachfrage in Südafrika selbst ist gering. Wertvoll ist das Horn nur in Vietnam und China, wo ihm fälschlicherweise heilende und Potenz steigernde Wirkung zugesprochen wird. Diesen Markt hat Hume offenbar auch im Auge, denn er veröffentlichte seine Auktions-Webseite auch auf Chinesisch und Vietnamesisch. Wir befürchten, dass das Horn über Mittelsmänner und Schmuggler letztendlich doch im Ausland und dort auf dem Schwarzmarkt landen wird. In einer Zeit, in der in zehn Jahren 7000 Nashörner von Wilderern getötet wurden, kann und sollte man sich solche Experimente mit dem Artenschutz nicht leisten. Es leben nur noch etwa 28.000 Nashörner auf unserem Planeten. Wir müssen alles tun, um sie zu schützen, statt sie noch mehr zu gefährden, indem wir ihre Hörner vermarkten und somit deren Wert erhöhen.

VOX News berichtete über die Auktion und interviewte den IFAW dazu.  

Dörte von der Reith

Erfahren Sie mehr über die Arbeit des IFAW zum Schutz bedrohter Arten.

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Staci McLennan, Regionaldirektorin Europäische Union
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Leiterin der Kampagne gegen illegalen Online-Wildtierhandel, IFAW Großbritannien
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Senior-Berater für Strategische Partnerschaften und Philanthropie