Tollwut tötet überall auf der Welt. Doch wir können das Virus stoppen.

Rabies Day

Tollwut ist eine der tödlichsten Krankheiten überhaupt. Fast jeder, der sich mit der Krankheit infiziert, stirbt. Schätzungen zufolge werden jährlich etwa 59.000 Menschen durch Tollwut getötet. Fast alle durch Hundebisse. Und dies obwohl Tollwut vermeidbar wäre.

Unser englischsprachiger Leitfaden „Practical Guide to Understanding Risks and Prevention of Rabies in People and Dogs“  klärt über Tollwut auf und informiert, wie Mensch und Tier sich vor der gefährlichen Krankheit schützen können.

Auch Bali wird noch immer von einer massiven Tollwut-Epidemie heimgesucht. Zusammen mit unserer Partnerorganisation Bali Animal Welfare Association (BAWA) setzen wir uns dafür ein, die Hunde dort vor diesem schrecklichen Tod zu bewahren und zu verhindern, dass die Krankheit auf Menschen übergreift. Bereits seit 2012 sind wir mit unserem Team in 20 balinesischen Gemeinden im Einsatz, um das Bewusstsein hinsichtlich Tollwut bei den Bewohnern der Insel zu schärfen.

Durch Aufklärung in der Bevölkerung wollen wir verhindern, dass die Hunde getötet werden. Denn immer wieder werden Stimmen laut, die zum Töten der Tiere aufrufen. Dabei würde die Tötung der Hunde die Tollwut nicht eindämmen, sondern den Schutz von Menschen und Tieren nur weiter schwächen.

Grund dafür ist, dass etwa 70 Prozent der Tiere geimpft sein müssen, um die Übertragung von Tollwut unter den Hunden zu stoppen. Wenn Hunde getötet werden, trifft es allerdings auch bereits geimpfte Hunde. Somit bleiben weniger bereits immunisierte Hunde am Leben und der Schutz der Bevölkerung sinkt.

Dennoch veranlasst die balinesische Regierung bei Bestätigung eines Tollwutfalls oftmals die Tötung aller in dem Dorf lebenden Hunde, wenn sich die Dorfbewohner nicht gegen die Massentötung wehren.

Kürzlich gab es in Negari einen Tollwutfall. Negari ist das Heimatdorf von Made Suwana, dem Leiter unseres Aufklärungsteams. Er setzt sich unermüdlich für den Schutz der Hunde ein.

Ein Welpe gab komische Geräusche von sich und biss zwei Personen. Glücklicherweise wurden beide rechtzeitig von unserem Team geimpft. Dies rettete ihnen das Leben und verhinderte, dass die Tollwut ausbrechen konnte.

Das Problem ist, dass viele Menschen auf Bali nach einem solchen Zwischenfall denken, eine massenhafte Abschlachtung der Straßenhunde würde das Problem lösen. Doch das Töten trägt nicht zur Vorbeugung von Tollwut bei, sondern kann Menschen und Hunde stattdessen noch anfälliger für die Krankheit machen.

Zum Glück hat unser Kollege Made Suwana ein sehr gutes Verhältnis zum Dorfvorstand. Dadurch konnten er und das Team eine Massentötung der Hunde in Negari abwenden. Außerdem wurde die balinesische Regierung aufgefordert, alle Hunde nochmals zu impfen (In Bali ist nur die Provinzregierung autorisiert, Impfungen gegen Tollwut vorzunehmen.).

An Berichten wie diesem zeigt sich, wie wichtig die Arbeit auf Gemeindeebene ist. Ohne die guten Beziehungen des Teams vor Ort wären möglicherweise über 400 Straßenhunde ohne Grund getötet worden.

Glücklicherweise sind die Hunde in Negari davor bewahrt worden. Stattdessen werden sie nochmals geimpft, um zu einem besseren Schutz der Bevölkerung vor einer der tödlichsten Krankheiten weltweit beizutragen.

Kate Nattrass Atema

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Experten

Cynthia Milburn, Senior-Beraterin Strategieentwicklung
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Janice Hannah, Leiterin des IFAW Northern-Dogs-Projekts
Leiterin des Northern-Dogs-Projekts
Kate Nattrass Atema, Programmdirektorin Haustiere
Programmdirektorin Haustiere
Veterinarian, DVM, PhD - IFAW Beijing
Tierärztin, DVM, PhD
Shannon Walajtys, Leiterin IFAW Katastrophenhilfe
Leiterin des Bereichs Katastrophenhilfe