Tierrettung in Chile: Hilfseinsatz nach verheerenden Überschwemmungen

Völlige Zerstörung in einer Wüstenregion, in der normalerweise das ganze Jahr über so gut wie kein Regen fällt: Heftige Niederschläge sorgten dafür, dass sämtliche Wasserläufe über die Ufer traten und ganze Städte und Dörfer von Wasser und Schlamm überflutet wurden. 

Die Unerschütterlichkeit der Chilenen erstaunt mich immer wieder. Viele Menschen haben bei der verheerenden Katastrophe ihr Leben verloren. Doch diejenigen, die überlebt haben, sind einfach nur dankbar.

Häuser wurden zerstört und die lokale Wirtschaft ist am Boden. Als die chilenische Regierung den IFAW und unsere lokale Partnerorganisation Global Alliance for Animals and People (GAAP) offiziell um Hilfe bei der Versorgung der Tiere bat, zögerten wir keine Sekunde und mobilisierten sofort unser Rettungsteam.

Wegen des meterhohen Schlamms in den Straßen und Häusern mussten Tausende Einwohner evakuiert werden.

Während der starken Regenfälle hatten sich viele Tiere in höhere Lagen geflüchtet. Als sie zurückkamen, waren ihre Besitzer fort und ihre gewohnte Umgebung war nicht wiederzuerkennen.

Sie waren verängstigt, ausgehungert und hatten nicht einmal mehr ein Zuhause. Der IFAW und GAAP kümmerten sich darum, dass die Tiere umgehend medizinisch versorgt werden und Futter bekommen.

Wir suchen die Evakuierungszentren auf und fragen dort nach zurückgelassenen Haustieren. Täglich sind unsere Teams unterwegs, um den Tieren Futter zu bringen. Es sind auch Tierärzte in unserem Team, die wenn nötig, medizinische Notversorgung leisten. Wir sind auch der veterinärmedizinische Hochschule COLVEMET und der nationalen Koordinierungsstelle für Tierschutz- und Aktivistengruppen CONAA sehr dankbar dafür, dass sie uns tiermedizinisch und logistisch von der Hauptstadt Santiago aus unterstützen. 

Noch immer ist sauberes Wasser für Menschen und Tiere knapp. Wir sind deshalb sehr froh, dass uns lokale Organisationen kontinuierlich mit sauberem Wasser versorgen, das wir verteilen können. Einer unserer ehrenamtlichen Helfer vor Ort hat ein System zur Kontrolle der Futter- und Wasserversorgung entwickelt. So haben wir den Versorgungsstand in allen Gemeinden stets im Blick.

Auf den Straßen ist für Fahrzeuge noch immer kaum Durchkommen. Mit großen Maschinen wird Tag und Nacht daran gearbeitet, die Straßen vom Schlamm zu befreien, um den Rettungskräften den Weg freizumachen. Ganze Häuser stehen unter Schlamm.

Die Mutter einer unserer ehrenamtlichen Helfer verlor alles. In ihrem Haus steht der Schlamm über einen Meter hoch. Jetzt wartet sie geduldig darauf, dass die Gemeinde die Straße freiräumt, damit sie den Schlamm aus dem Haus entfernen und irgendwo hinbringen kann. Als wir sie trafen, redete sie nur davon, wie dankbar sie sei, noch am Leben zu sein. Mit keinem Ton beklagte sie sich. Sie war nur dankbar, überlebt zu haben.

Auch heute haben wir von der Katastrophe betroffene Tiere untersucht und geimpft. In ganz Copiapó kümmern wir uns um die Hunde. Die Tierklinik der Gemeinde Copiapó unterstützt uns bei den Behandlungen.

Außerdem verteilen wir auch Futter an Tierbesitzer, die keine Möglichkeit haben, Futter für ihre Tiere zu bekommen. Mit Unterstützung unserer lokalen Partner konnten wir bereits mehr als fünf Tonnen Futter beschaffen. Doch wir brauchen noch mehr.

Voraussichtlich müssen wir noch mindestens einen Monat lang gemeinsam mit lokalen Tierärzten medizinische Nothilfe leisten. Daher werden dringend Tierarzneimittel und tierärztliche Mitarbeiter gebraucht. Nur dank der Hilfe unserer Spender können wir diese wichtige Hilfe leisten.

Hunderte Kleintiere und Tausende größere Tiere kamen bei dem Sturm und der darauffolgenden Schlammflut ums Leben. Gemeinsam mit der chilenischen Armee, Regierungsbehörden und humanitären Hilfsorganisationen helfen wir den Opfern der Flut.

Am Tag unserer Ankunft trafen wir auf acht Hunde, die von der Luftwaffe gerettet worden waren. Als die Männer über eine von der Schlammflut zerstörte Siedlung flogen, entdeckten sie die ziellos umherirrenden Hunde und landeten kurzerhand, um sie mitzunehmen.

Es passieren so viele Dinge hier, die das Mitgefühl und die Nächstenliebe der Menschen deutlich machen. Das Erste, was ich jeden Morgen sehe, ist das Schild einer chilenischen Hilfsorganisation mit der Aufschrift „Krisenbewältigung in Copiapó“. Es zeigt die Unerschütterlichkeit und Stärke der Chilenen, die sich weder von dieser noch von einer anderen Katastrophe, die noch kommen mag, ihren Lebensmut nehmen lassen.

Shannon Walajtys

Nur dank der Unterstützung unserer Spender können wir die Tiere in Chile retten und versorgen. Helfen Sie uns dabei.

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Experten

Kampagnenberater
Kampagnenberater
Brian Sharp, Leiter Rettungseinsätze, Einsatzkoordinator für Strandungen
Leiter Rettungseinsätze, Einsatzkoordinator für Strandungen
Céline Sissler-Bienvenu,Direktorin Frankreich und frankophones Afrika
Direktorin Frankreich und frankophones Afrika
Katie Moore, Leiterin Marine Mammal Rescue and Research
Programmdirektorin Tierrettung
Shannon Walajtys, Leiterin IFAW Katastrophenhilfe
Leiterin des Bereichs Katastrophenhilfe
Vivek Menon, IFAW Senior-Berater Strategische Partnerschaften
Senior-Berater für Strategische Partnerschaften und Philanthropie