Swasiland lehnt sich mit CITES-Antrag zur Legalisierung des Handels mit Nashorn weit aus dem Fenster

Swasiland fordert in seinem Antrag, die Listung seiner Population von Breitmausnashörnern zu ändern und den Handel mit deren Hörnern damit teilweise zu legalisieren.Alle hatten erwartet, dass Südafrika bei der 17. Vertragsstaatenkonferenz (CoP17) des Übereinkommens über den Internationalen Handel mit gefährdeten Arten (CITES) einen Antrag auf Legalisierung des Handels mit Nashorn stellen würde. Stattdessen kam dieser Antrag von Swasiland. Damit hatte keiner gerechnet. In Südafrika war schon sehr lange darüber debattiert worden, ob ein derartiger Antrag bei der CoP17 gestellt werden sollte oder nicht. Über all den Debatten war der benachbarte Binnenstaat Swasiland in Vergessenheit geraten.

Die Erleichterung darüber, dass Südafrikas Umweltministerin Edna Molewa den Verzicht auf einen Antrag bekannt gab, währte nur kurz. Denn da meldete sich auch schon Swasiland mit seinem eigenen, ziemlich gewagten und fast schon unverschämten Antrag.

Swasiland fordert in seinem Antrag, die bei der 13. Vertragsstaatenkonferenz 2004 beschlossene Listung seiner Breitmaulnashornpopulation in Anhang II des Artenschutzübereinkommens zu ändern. Das hätte zur Folge, dass der Handel mit Hörnern des Breitmaulnashorns künftig teilweise legal wäre. Legal wäre der Handel demnach mit Hörnern von Tieren, die eines natürlichen Todes gestorben sind, mit Hörnern, die von gewilderten Tieren geborgen werden, und mit Hörnern, die mit nichttödlichen Methoden von einer begrenzten Anzahl von Breitmaulnashörnern in Swasiland gewonnen werden dürfen.

Mit diesem in so vieler Hinsicht fehlgeleiteten Antrag lehnt sich Swasiland ziemlich weit aus dem Fenster.

Erstens sorgt das derzeit hohe Ausmaß an Wilderei dafür, dass Nashornpopulationen auf dem gesamten Kontinent nicht mehr wachsen. Illegaler Handel mit Nashorn bewegt sich auf einem seit den 90ern nicht mehr erreichten Niveau. Schätzungen zufolge sind im Jahr 2014 2.000 Hörner in den illegalen Handel gelangt. Vergleicht man es mit den frühen Nullerjahren, stellt man fest, dass die Menge illegal aus Afrika ausgeführten Nashorns heute über 30 Mal größer ist. Zweitens ist die Annahme, man könne die Nachfrage mit legalen Verkäufen stillen, haltlos. Das Gegenteil ist der Fall: Experten gehen davon aus, dass legaler Handel die Nachfrage erst recht anheizt und damit wilde Nashornpopulationen noch stärker bedroht.

Der von Swasiland gestellte Antrag ist nicht nur in biologischer Hinsicht unsinnig, sondern auch politisch naiv. Die internationale Gemeinschaft hat hinreichend deutlich gemacht, dass die Legalisierung des Handels mit Nashorn, in welcher Form auch immer, nicht zur Debatte steht. Südafrika hat sich diesem Konsens wohl gebeugt und erweist sich damit als politisch wesentlich klüger als sein Nachbar.

Der Antrag von Swasiland bei der CoP17 ist ein riesiger Rückschlag für die weltweiten Bemühungen, die letzten wilden Nashornpopulationen zu schützen. Der IFAW ruft alle Vertragsstaaten auf, den Antrag ABZULEHNEN.

Jason Bell

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