Sambia: Nach dreijährigem Überlebenskampf wurde Elefantenkalb Suni eingeschläfert

Schweren Herzens hat unsere Partnerorganisation Game Rangers International bekanntgegeben, dass sie das verwaiste Elefantenkalb Suni eingeschläfert hat. Suni war als Baby bei einem Angriff schwer verletzt worden. Heute ist sie nach dreijährigem Überlebenskampf gestorben.Knapp drei Jahre nach der Operation wussten wir, dass Elefantenmädchen Suni niemals in der Lage sein würde, selbstständig zu überleben.

Im April 2012 hatte man Suni am Straßenrand gefunden. Sie zog ihren Körper nur auf ihren zwei Vorderbeinen hinter sich her. Durch einen Angriff mit einer Machete war ihre Wirbelsäule schwer verletzt und der gesamte hintere Teil des Körpers gelähmt worden.

Mit Unterstützung der sambischen Naturschutzbehörde wurde sie in die Pflegestation für verwaiste Elefanten in Lilayi gebracht und dort behandelt. Die Hoffnung war, dass sie durch intensive Pflege und Unterstützung ihre Hinterbeine irgendwann wieder benutzen könnte.

Innerhalb weniger Monate verbesserten sich Sunis gesundheitlicher Zustand und ihre Mobilität beträchtlich. Nur im rechten Hinterbein hatte sie nach wie vor kein Gefühl und konnte nicht richtig laufen. Im Elefantenwaisenhaus unserer Partnerorganisation Game Rangers International bekam Suni drei Jahre lang die denkbar beste Pflege. Für ihr taubes Bein erhielt sie eine speziell angefertigte Stütze und zahlreiche physiotherapeutische Behandlungen. Gleichzeitig gaben ihre Pfleger und ihre Ersatzherde ihr die nötige seelische Unterstützung.

Dank eines speziell angefertigten Stützstiefels konnte Suni ein weitgehend normales Leben inmitten der Waisenherde führen. Sie baute Beziehungen zu anderen Elefanten auf, kam mit auf ihre täglichen Spaziergänge und planschte mit den anderen im Schlamm.

Sunis Pflege war eine immense Herausforderung, die tägliche, sehr intensive medizinische Betreuung erforderte. Unsere Hoffnung war, dass sie mit der Zeit wieder ein Gefühl im Bein bekommen würde und mit dem Fuß auftreten könnte, wenn wir ihr halfen, normal und schmerzfrei zu laufen.

Knapp drei Jahre nach der Operation konnten wir jedoch noch immer keine erhebliche Verbesserung feststellen. Wir mussten uns eingestehen, dass sie niemals in der Lage sein würde, selbstständig und ohne Beinstütze zu überleben.

Durch die Taubheit spürte Suni nicht, wenn sie sich Verletzungen zuzog. Und je mehr sie an Gewicht zulegte (im Juli wog sie 630 Kilo), desto schwerwiegender wurden auch ihre Verletzungen. Zusätzlich wurde deren Behandlung schwieriger und risikoreicher.

Die Entscheidung Suni einzuschläfern, war die schwierigste, die im Elefantenwaisenhaus jemals getroffen werden musste. Sie war ein wichtiges Familienmitglied in der Waisenherde und für ihre Pfleger war sie wie ein adoptiertes Kind. Sunis körperliches und seelisches Wohlbefinden hatte jedoch immer oberste Priorität. Wenn sie weitergelebt hätte, wäre Suni zunehmend körperlich eingeschränkt gewesen. Durch die Behinderung im Bein war das Risiko immer wiederkehrender oder bleibender körperlicher Schäden sehr hoch. Suni hätte auch nie wirklich Teil einer Herde werden können, was für Elefanten jedoch sehr wichtig ist – besonders für Weibchen.

Erst nachdem alle Möglichkeiten für ihr weiteres Leben sorgfältig ausgelotet worden waren, entschied das Elefantenwaisenhaus schließlich, Suni einzuschläfern. Denn oberste Priorität hatte immer Sunis Wohlbefinden.

Suni hat im Herzen vieler Menschen einen besonderen Platz. Ihre Geschichte führt uns die grausame Realität der Elefanten in Sambia vor Augen. Suni wurde nicht nur ihrer Familie entrissen, als sie noch ein Baby war, sondern ihr wurde auch die Zukunft genommen, als man sie brutal angriff.

Wir müssen dafür sorgen, dass Sunis Schicksal nicht noch mehr wilde Elefanten trifft. Sunis Kampfgeist und die Erinnerung an sie werden in unserem unermüdlichen Einsatz zur Rettung, Rehabilitation und Auswilderung verwaister Elefanten weiterleben.

Danksagung:

Suni war eine unerschütterliche Kämpferin und überlebte, obwohl es aussichtslos schien. Dies ist auch dem großartigen Einsatz ihrer Unterstützer in Sambia und anderen Ländern zu verdanken. Game Rangers International dankt all jenen aus tiefstem Herzen, die Suni geholfen haben, besonders Nigel Goodman, Dan Guerrera und Mark Winters, dank deren Stützstiefel Suni die letzten drei Jahre ein weitgehend normales Leben führen konnte.

Unterstützer:

Nigel Goodman Gaea, David Shepherd Wildlife Foundation, IFAW, Royal Air Charters, Hema Desi

Dan Guerrera & Mark Winter - Stiefelkonstrukteure

Dr. David Squarre & Dr. Innocent Ng’ombwa, Dr. Harvey Kamboyi - Naturschutzbehörde Sambia

Dr. Ian Parsons & Dr. Noleen Parsons – Tierärzte, Matobo

Dr. Sally Jellis - Tierärztin, Leopards Hill

Dr. Lesley Robinson – Tierärztin, Mazabuka

Liz O’Brien - Tierkrankenpflegerin & Leiterin der Pflegestation für Elefantenwaisen, Lilayi

Katie Moore – IFAW Programmdirektorin Tierrettung

Nigel Miller und Kaitlin Hornig - Colorado State University

Dr. Tim Holt - Professor für Nutztiermedizin, Colorado State University

Joanne Patterson - NST Health Clinic

Chad Gomm – Trainer für Body Stress Release

Tony Nevin, BSc (Hons) Ost., D.O. - Physiotherapeutische Beratung, Zoo Ost Ltd

Tom Neuman - RevitaVet Therapy Systems

Catherine Edwards & Leanne Wrentmore - Surrey Equine Solutions & Naturally Animals

Pfleger: Kelvin Chanda, Gift Lyahenga, Oliver Munyama, Ivan Katongomala, Aaron Gumbo, Oscar Shumbwamuntu, Victor Wotala, Foster Kalaluka, Wonder Simunene, Elvis Lisibi

Jo Hallet - Tierkrankenpflegerin, Charlotte Simpson - Veterinärtechnikerin, Louise Ellis - Expertin für Tierrehabilitation, Tanya Shober, Gali Berkovich, Nicola Carruthers, Tailor McCord, Jeanne-Marie Pittman

Sarah Davies

Post a comment

Experten

Céline Sissler-Bienvenu,Direktorin Frankreich und frankophones Afrika
Direktorin Frankreich und frankophones Afrika
Dr. Joseph Okori, Regionaldirektor Südliches Afrika und Programmdirektor Natursc
Regionaldirektor Südliches Afrika und Programmdirektor Naturschutz
Faye Cuevas, Esq., Vizepräsidentin
Vizepräsidentin
Grace Ge Gabriel, Regionaldirektorin Asien
Regionaldirektorin Asien
James Isiche, Regionaldirektor Ostafrika
Regionaldirektor Ostafrika
Jason Bell, IFAW Vizepräsident Natur- und Tierschutz
Vizepräsident Natur- und Tierschutz
Vivek Menon, IFAW Senior-Berater Strategische Partnerschaften
Senior-Berater Strategische Partnerschaften