Programm Dharma: Tollwut auf Bali stoppen

Mitglieder der Fakultät für Gesundheitswesen der Universität Udayana kümmern sich liebevoll um kürzlich gerettete Welpen. Diese Hunde wurden mit Hilfe des neuen Dharma-Programms des IFAW gerettet.

Als Pak Lung die sechs Welpen fand, wusste er, dass sie seine Hilfe brauchen. Die ältere Dame, bei der die Mutter der Welpen lebte, wollte den Nachwuchs nicht und war kurz davor, die Hündin samt Welpen auszusetzen.

Pak Lung konnte unmöglich zulassen, dass die Mutter mit ihren Welpen völlig schutzlos allein gelassen wird. Deshalb entschied er, die gesamte Hundefamilie bei sich aufzunehmen. Er hatte gerade seine Tätigkeit als lokaler Projektkoordinator für das Programm Dharma begonnen - ein neues Projekt des IFAW in Zusammenarbeit mit unserer Partnerorganisation Bali Animal Welfare (BAWA) und der Universität von Udayana. Als Koordinator besucht Pak Lung täglich die Dörfer. Er überprüft den Zustand der Hunde, informiert über Sprechzeiten der mobilen Tierkliniken in der Nähe und teilt den Behörden mit, welche Hunde gegen Tollwut geimpft werden müssen. Gerade dies ist äußerst wichtig zum Schutz der Gesundheit von Tieren und Menschen.

Doch es gibt viele Missverständnisse, was Tollwut betrifft. Oftmals leiden Hunde an Räude oder an einer anderen weniger gefährlichen Krankheit, während die Menschen fälschlicherweise Tollwut für den schlechten Zustand der Hunde verantwortlich machen. Dies schürt Angst in den Gemeinden. Dadurch laufen Hunde Gefahr, ausgesetzt, misshandelt oder sogar getötet zu werden. 

Pak Lung kämpft nicht allein für ein besseres Leben für die Tiere. Denn das Dharma-Programm wird in 28 Gemeinden durchgeführt und von Absolventen der Bereiche Veterinärmedizin und Gesundheitswesen der Universität von Udayana geleitet. Örtliche Koordinatoren wie Pak Lung sind ihre Kontaktpersonen vor Ort, die unter anderem bei der Terminvergabe für Tollwutimpfungen helfen.

Eine Mitarbeiterin der Fakultät für Tiermedizin der Universität Udayana behandelt einen Hund auf Bali.

Die lokalen Mitglieder des Dharma-Teams werden in Hundeverhalten und -gesundheit geschult, kümmern sich um Aufklärungskampagnen und Öffentlichkeitsarbeit in den Gemeinden und informieren die Menschen über den richtigen Umgang mit ihren Vierbeinern. Zudem wurden die Hunde in den Dörfern mit einem Computerprogramm erfasst. Dies ist wichtig, um sicher zu stellen, dass siebzig Prozent der Tiere geimpft werden. Dies reicht aus, um die Verbreitung der Tollwut zu unterbinden und somit Hunde und Menschen vor Tollwut zu schützen. 

Innerhalb des letzten Jahres wurden im Rahmen des Dharma-Programms in Zusammenarbeit mit unserer lokalen Partnerorganisation BAWA 5.500 Hunde gezählt, 2.000 Hundebesitzer geschult und 30 Aktionstage zur Gesundheit der Gemeinden durchgeführt, in deren Folge 220 Sterilisationen und 800 Impfungen vorgenommen wurden. Im Dorf Sanur Kaja beispielweise stieg der Anteil geimpfter Hunde um fast 20 Prozent von 61,5 Prozent im Juli letzten Jahres bis auf 81,2 Prozent im März 2017. In einem anderen Dorf sank die Zahl unterernährter Hunde von dreizehn auf vier. Erfreulicherweise ging auch der Anteil streunender Hunde sowie die Menge an verkauftem Hundefleisch drastisch zurück.

Pak Lungs Sohn mit zwei Welpen, die im Küstenort Sanur ausgesetzt worden waren und dank des Dharma-Programms gerettet werden konnten.

Die Bekämpfung der Tollwut ist keine leichte Aufgabe. Doch Pak Lung und seine Kollegen sind dabei, den Kampf zu gewinnen. In zwanzig Gemeinden, die am Vorläuferprojekt von Dharma teilnahmen, ist die Tollwut fast vollständig ausgemerzt. Die bisherigen Ergebnisse lassen darauf schließen, dass das Dharma-Programm ebenso erfolgreich sein wird. Seitdem wir Dharma starteten, sind keine Tollwut-Verdachtsfälle mehr aufgetreten.

Und was die von Pak Lung geretteten Welpen betrifft, so kümmert er sich um sie, bis sie alt genug sind, um bei seinen Nachbarn ein liebevolles neues Zuhause zu finden. Zudem will Pak Lung künftig regelmäßig Hunde in Pflege nehmen und ein neues Zuhause für sie suchen.

Ohne fürsorgliche und entschlossene Menschen wie Pak Lung wäre es uns nicht möglich, die Lebensbedingungen der Tiere in den Gemeinden zu verbessern und Tiere und Menschen vor den tödlichen Folgen der Tollwut zu schützen.

Kate Nattrass Atema

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Kampagnenberater
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