Neue IWC-Studie verurteilt Japans Pläne für „wissenschaftlichen“ Walfang

IWC-Studie urteilt: Japan darf in der Antarktis keine Wale mehr jagen
Montag, 13 April, 2015
Hamburg

Die Internationale Walfang-Kommission (IWC) veröffentlicht heute einen Bericht (s. Anhang) über Japans neue Pläne für wissenschaftlichen Walfang im Südpolarmeer. Ein Gremium unabhängiger Experten kommt zu dem Schluss, dass es keinen Grund gibt, noch mehr Wale für Forschung in der Antarktis zu töten. Das ist ein massiver Schlag gegen Japans jüngste Versuche, den Walfang im Schutzgebiet Südpolarmeer wieder aufzunehmen.

„Wir schreiben das Jahr 2015. Man braucht kein Wissenschaftler zu sein, um zu wissen, dass es keinen vernünftigen Grund gibt, Wale im Südpolarmeer abzuschlachten“, so Patrick Ramage, Leiter der Walfang-Kampagne des IFAW. „Wir fordern die japanische Regierung auf, die nicht-letale Forschung fortzusetzen, mit der sie dieses Jahr begonnen hat und die Resultate dieser modernen Herangehensweise bei der nächsten IWC-Konferenz im September 2016 zu präsentieren.“

Nach Ansicht der Experten enthält Japans neuer Antrag für Walfang ungenügende Informationen über seine wissenschaftlichen Ziele. Das Gremium empfiehlt weitere nicht-letale Forschung und Analysen, die abgeschlossen werden sollen, bevor weitere letale Forschung in Erwägung gezogen werden kann.

Das neue Programm, NEWREP-A (New Scientific Whale Research Programme in the Antarctic Ocean) beinhaltet Pläne, bis zu 333 Zwergwale pro Jahr in den nächsten zwölf Jahren zu harpunieren. Selbstgesetzte Quoten in vergangenen Jahren erlaubten das Töten von bis zu 1000 Tieren in der Antarktis, tatsächlich wurden aber weit weniger Wale erlegt – in der Saison 2013/14 waren es 252.
Im März 2014 urteilte der Internationale Gerichtshof (IGH), dass Japans Walfangprogramm in der Antarktis (JARPA II, lief seit 2005) nicht für wissenschaftliche Zwecke und somit illegal sei und dass es beendet werden müsse.

Zunächst richtete sich Japan nach dem IGH-Urteil und stoppte formal das JARPA II-Programm, kündigte kurze Zeit später aber an, ein neues Programm vorzubereiten. Im November 2014 kündigte die japanische Regierung an, ihr „neuer“ wissenschaftlicher Walfang würde Ende 2015 beginnen. Das Ergebnis der IWC-Studie bedeutet, dass auch Japans neuer Antrag den Kriterien des IGH zufolge illegal ist.
„Das Urteil des IGH hatte zur Folge, dass zum ersten Mal seit über 100 Jahren keine Wale in der südlichen Hemisphäre für kommerzielle Zwecke gejagt wurden“, so Ramage weiter. „Es ist enttäuschend und unter der Würde einer so großen Nation, dass Japans Fischerei-Bürokraten sich dem Urteil des höchsten Gerichts der Welt widersetzen und ihren illegalen Walfang in der Antarktis wieder aufnehmen wollen.“

Im September 2014 hatte sich die IWC hinter das Urteil des IGH gestellt und einen Prozess eingeleitet, der sicherstellt, dass in Zukunft Walfang-Genehmigungen nur noch für ausschließlich wissenschaftliche Zwecke ausgestellt werden, die den Kriterien des Gerichtshofs entsprechen. Dies muss von den Wissenschafts-Gremien der IWC überprüft werden. Diesen Prozess ignoriert Japan genauso wie das Urteil des IGH.

Japans Antrag wird auf der nächsten Konferenz des Wissenschafts-Komitees der IWC im Mai in San Diego, USA, weiter geprüft.
Der IFAW lehnt jeden kommerziellen Walfang ab, da es keine humane Art gibt, einen Wal zu töten. Stattdessen fördert der IFAW Whalewatching als humane und nachhaltige Alternative – für Wale und Küstengemeinden.

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