NEIN zur Zucht und Jagd von in Gefangenschaft gehaltenen Raubtieren

Seit mehr als 15 Jahren kämpft der IFAW für die Beendigung der kommerziellen Gatterjagd auf Löwen.Eines der wichtigsten Ergebnisse des letzten Kongresses der Weltnaturschutzunion IUCN in Hawaii ist der Beschluss, die Zucht und Jagd von in Gefangenschaft gehaltenen Löwen und anderen Raubtieren in Südafrika zu verbieten. 

Der IFAW kämpft seit mehr als 15 Jahren für die Beendigung der grausamen und ausbeuterischen kommerziellen Gatterjagd auf Löwen in Südafrika. Noch vor einiger Zeit waren Anzeichen einer positiven Entwicklung erkennbar - angeheizt vor allem durch die öffentliche Empörungshaltung, als die südafrikanische Regierung versuchte, die kommerzielle Jagd komplett zu verbieten. Doch so ungeheuerlich dies auch scheinen mag, entschied der Oberste Gerichtshof Südafrikas am Ende, dass ein Verbot die Existenzgrundlage der Züchter zerstören würde.

Eine ähnliche Entscheidung erging kürzlich zugunsten von Nashornzüchtern beziehungsweise Rangern, als wieder einmal ein Berufungsverfahren gegen Schutzmaßnahmen der Regierung Erfolg hatte.

Angesichts der jetzigen IUCN-Entscheidung wird die südafrikanische Regierung diese Themen völlig neu bewerten müssen. Obwohl die südafrikanische Verfassung als eine der fortschrittlichsten der Welt gilt, werden Naturschutz und Tierschutz dort nicht berücksichtigt.

Zwar bietet Artikel 24 der Verfassung eine solide Grundlage für den Schutz der Umwelt, doch existiert ein weiter Interpretationsspielraum. Ein wirksamer Schutz von Tieren ist nur möglich, wenn wir dafür sorgen, dass die Auslegung der Gesetze am Ende das Wohl individueller Tiere als auch Naturschutz und Umweltgerechtigkeit berücksichtigt. Die Teilnehmer des IUCN-Kongresses wollen dies mit ihrer Entscheidung für etwa 7000 Raubtiere erreichen, die in bis zu 180 südafrikanischen Zuchtstationen gehalten werden. 

Die IUCN-Entscheidung stellt nicht nur den Nutzen der kommerziellen Zucht von Raubtieren für den Naturschutz in Frage, sondern verbindet zudem die Wertvorstellungen von Natur- und Tierschutz. Tatsächlich hat die Zucht von Löwen in Gefangenschaft und die damit verbundene kommerzielle Gatterjagd nichts mit Naturschutz zu tun, sondern nur mit grausamer Tierquälerei. 

Die Ansicht, Tier- und Naturschutz hätten nichts miteinander zu tun, gehört mehr und mehr der Vergangenheit an. Insbesondere durch die Medien werden wir immer wieder auf die grausame Tierquälerei aufmerksam gemacht, die mit der Nashorn- und Elefantenwilderei einhergeht.

So erklärt IFAW Präsident Azzedine Downes:  “In dieser Zeit, in der übermäßige Vereinfachung an der Tagesordnung ist und unsere komplexen Wertesysteme von einer Tendenz zur Polarisierung überschattet werden, müssen wir jede Gelegenheit ergreifen, um unsere unterschiedlichen Ansichten im Hinblick auf den Schutz von Menschen, Tieren und Natur zu diskutieren und letztendlich zu verstehen.”  

Wir sind überzeugt, dass Naturschutz auch für den Schutz einzelner Tiere, ganzer Populationen sowie von deren Lebensräumen und den Gemeinden, die mit den Tieren leben, Platz bietet. Angesichts der momentanen weltweiten Aufmerksamkeit hat die südafrikanische Regierung gute Gründe, die richtigen Schlüsse aus dem IUCN-Beschluss zu ziehen.

Jason Bell

Erfahren Sie mehr über die Natur- und Tierschutzarbeit des IFAW.

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Experten

Azzedine Downes, Präsident und CEO
Präsident und CEO
Beth Allgood, IFAW Länderdirektorin USA
Länderdirektorin USA
Céline Sissler-Bienvenu,Direktorin Frankreich und frankophones Afrika
Direktorin Frankreich und frankophones Afrika
Cynthia Milburn, Senior-Beraterin Strategieentwicklung
Senior-Beraterin Strategieentwicklung
Dr. Joseph Okori, Regionaldirektor Südliches Afrika und Programmdirektor Natursc
Regionaldirektor Südliches Afrika und Programmdirektor Naturschutz
Faye Cuevas, Esq., Vizepräsidentin
Vizepräsidentin
Grace Ge Gabriel, Regionaldirektorin Asien
Regionaldirektorin Asien
Kelvin Alie, IFAW Vizepräsident Natur- und Tierschutz
Vizepräsident
Patrick Ramage, Programmdirektor Meeresschutz
Programmdirektor Meeresschutz
Rikkert Reijnen, Programmdirektor Wildtierkriminalität
Programmdirektor Wildtierkriminalität