Nach Ölunfall gerettete und rehabilitierte Pinguine schwimmen zurück nach Hause

Brillenpinguin T1453 war 1997 beringt worden. 2015 rettete man ihn in Südafrika nach einem Ölunfall. Experten sind hocherfreut, dass Pinguine in Freiheit so alt werden können. Es gibt kaum ein erhebenderes Gefühl als einen Pinguin wieder in die Freiheit schwimmen zu sehen, nachdem man ihn nach einem Ölunfall wochenlang gepflegt hat. In einem solchen Moment zahlt sich all die Arbeit aus, die es gekostet hat, das Tier aufzupäppeln und sein Gefieder erneut wasserfest zu machen, damit es wieder schwimmen kann.

Genau das passierte vor kurzem: Die ersten sieben von dreißig Pinguinen, die bei einem mysteriösen Ölunfall vor einigen Wochen vor der Küste Südafrikas verölt worden waren, wurden wieder freigelassen. Nun können sie zurück zu ihren Heimatkolonien schwimmen.

Angestellte und freiwillige Helfer der Southern African Foundation for the Conservation of Coastal Birds (SANCCOB) vollbrachten eine wahre Meisterleistung und rehabilitierten die ersten Vögel innerhalb von nur zweieinhalb Wochen. Beim Leuchtturm in Cape St. Francis entließen sie die Tiere dann wieder in die Freiheit. Von dort schwammen sie nach St. Croix und Bird Island – zwei Inseln, die zusammen etwa sechzig Prozent von Südafrikas gefährdeten Brillenpinguinen beheimaten.

Die Vögel einschließlich vier Küken waren von südafrikanischen Nationalpark-Rangern gerettet worden. Als man sie fand, war bis zu 85 Prozent ihres Körpers mit klebrigem schwarzem Öl bedeckt. Es ist unklar, woher das Öl kam. Südafrikas Küste ist jedoch eine stark befahrene Schiffsroute. Und die beiden Inselkolonien liegen sehr nah an den betriebsamen Häfen von Coega und Port Elizabeth.

Während der Rettungsaktion gab es eine freudige Überraschung: Einer der im Seevogel-Zentrum eingelieferten Pinguine, dessen Körper zu dreißig Prozent mit Öl bedeckt war, hatte einen Identifizierungsring mit der Nummer T1453 an der Flosse.

Durch Einsicht in die Unterlagen fanden die Forscher heraus, dass T1453 als junger Pinguin im Jahr 1997 auf Bird Island von der Nationalparkbehörde beringt worden war. Das bedeutet, dass T1453 heute stolze neunzehn Jahre alt ist. Die erneute Sichtung von T1453 ist nicht nur für die Langzeitforschung zur Brillenpinguin-Population von großer Bedeutung. Es ist auch äußerst erfreulich, dass es noch Brillenpinguine in freier Wildbahn gibt, die so alt werden. Dank der liebevollen Pflege sollte T1453 in den nächsten Wochen bereit sein, zur Pinguinkolonie auf Bird Island zurückzukehren.

Der IFAW hat SANCCOB, die seit 2000 eines der weltweit führenden Rettungszentren für Seevögel unterhalten, bereits beim Tankerunglück der MV Treasure unterstützt, als zwei der wichtigsten Brillenpinguinkolonien durch den Ölunfall bedroht waren. Bei dem Unglück wurden fast 20.000 verölte Vögel gerettet, gereinigt und erfolgreich wieder ausgewildert. So wurde damals buchstäblich eine ganze Art gerettet.

Christina Pretorius

Erfahren Sie mehr darüber, wie der IFAW weltweit Tiere nach Katastrophen rettet und versorgt.

Post a comment

Experten

Kampagnenberater
Kampagnenberater
Brian Sharp, Leiter Rettungseinsätze, Einsatzkoordinator für Strandungen
Leiter Rettungseinsätze, Einsatzkoordinator für Strandungen
Céline Sissler-Bienvenu,Direktorin Frankreich und frankophones Afrika
Direktorin Frankreich und frankophones Afrika
Gail A'Brunzo, Leiterin IFAW Wildtierschutz
Leiterin Wildtierschutz, IFAW
Veterinarian, DVM, PhD - IFAW Beijing
Tierärztin, DVM, PhD
Katie Moore, Leiterin Marine Mammal Rescue and Research
Programmdirektorin Tierrettung
Shannon Walajtys, Leiterin IFAW Katastrophenhilfe
Leiterin des Bereichs Katastrophenhilfe
Vivek Menon, IFAW Senior-Berater Strategische Partnerschaften
Senior-Berater Strategische Partnerschaften