Langfristige Hilfe für Tiere nach dem Erdbeben in Ecuador

Ecuador earthquake

Gestern Nacht wurde Ecuador erneut von zwei Erdbeben der Stärke 6,2 und 6,9 getroffen. Auch wenn diesmal keine Todesfälle vermeldet wurden und die Zahl der Verletzten gering blieb, erinnern diese Vorfälle jedoch schmerzlich daran, dass Ecuador immer noch schwer mit den Folgen des schweren Erdbebens der Stärke 7,8 kämpft, das im April zugeschlagen hatte. Der ecuadorianischen Katastrophenschutzbehörde zufolge gab es dabei 650 Tote und 17.000 Verletzte.

Über 25.000 Menschen leben noch in Notunterkünften. Viele in der Hoffnung, dass sie eines Tages zu ihren Häusern zurückkehren und sie wieder aufbauen können. Andere sind schon weitergezogen und haben sich mit dem Gedanken abgefunden, nie wieder in ihr zerstörtes Haus zurückkehren zu können.

Zahllose Tiere haben bei dem Erdbeben ihre Besitzer verloren. Sie sind entweder umgekommen oder mussten fliehen und ihre Tiere zurücklassen. Haus- und Nutztiere und auch einige in Gefangenschaft lebende Wildtiere waren so in den letzten zwei Monaten sich selbst überlassen.

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Unsere Partnerorganisation Darwin Animal Doctors (DAD) arbeitet mit lokalen Gruppen in Ecuador zusammen. Deren Helfer arbeiten in dieser schwierigen Zeit unermüdlich und versorgen viele verletzte, zurückgelassene und obdachlose Tiere in den Orten Pedernales und Canoa. Der IFAW stellt dem DAD und seinen Partnern für ihre Arbeit Hilfsgelder zur Verfügung. So können die Tiere eine Erstdiagnose bekommen und dann zur weiteren Behandlung und Versorgung mit Futter, Wasser und tröstenden Streicheleinheiten aus der Gefahrenzone transportiert werden. Sie führen außerdem Kastrationen und Impfungen durch und kümmern sich darum, dass obdachlose Tiere wieder mit ihren Besitzern vereint oder in ein neues Zuhause vermittelt werden.

Zwei Hunde wurden vor kurzem in die provisorische Notunterkunft/Tierklinik gebracht. Sie hatten beim Erdbeben Verletzungen erlitten. Ein Hund hatte ein Auge verloren, der andere hatte eine schwere Bauchverletzung. Beide Hunde wurden in Quito notoperiert, bevor sie in die Notunterkunft ihrer Besitzer zurückgebracht wurden. Ihre Besitzer hatten alles verloren, stellten jedoch ihre Trauer hintan, um Hilfe für ihre Hunde zu organisieren. Die Behandlung konnte sich die Familie in dieser schweren Zeit jedoch einfach nicht leisten. In solchen Fällen kann der IFAW helfen und wir sind glücklich darüber, dass wir auf diese Weise dazu beitragen können, dass Familien zusammenbleiben.

Die zwei zurückgelassenen Kätzchen auf dem Bild oben wurden auch in die Tierklinik gebracht. Sie wurden sofort per Hand gefüttert, entwurmt und stabilisiert. Dr. María Cristina Cely, Tierärztin bei DAD, berichtet, "sie konnten dank dem IFAW an die Universität Quito (USFQ) überwiesen werden und wichtige medizinische Behandlung bekommen. Sie heißen Tiger und Dog!"

Die Vermittlung an neue Besitzer wird ein immer wichtigeres Thema, da viele Familien jetzt feststellen, dass es nicht genug Platz für die Tiere bei den Freunden oder Familienmitgliedern  gibt, wo sie unterkommen ... viele werden nie wieder in ihre Häuser zurückkehren können. Mit Tränen in den Augen übergeben die Menschen ihre Tiere in die Obhut unserer Partnerorganisationen. Es wird Jahre dauern, ehe die Orte Pedernales und Canoa wieder annähernd aufgebaut sind. Die Haustiere brauchen eine zweite Chance, um aus der Zerstörung zu entkommen.

Der IFAW wird weiterhin finanzielle Unterstützung für DAD und die lokalen Partner zur Verfügung stellen, damit sie 1.000 hilfebedürftigen Tieren eine zweite Chance auf eine glückliche und gesunde Zukunft geben können.

Ich freue mich sehr, vermelden zu können, dass der junge Brüllaffe, von dem ich im letzten Blog berichtete, ebenfalls ins USFQ Tierkrankenhaus gebracht wurde, wo er die denkbar beste Versorgung bekommt.

Shannon Walajtys

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Experten

Kampagnenberater
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Brian Sharp, Leiter Rettungseinsätze, Einsatzkoordinator für Strandungen
Leiter Rettungseinsätze, Einsatzkoordinator für Strandungen
Céline Sissler-Bienvenu,Direktorin Frankreich und frankophones Afrika
Direktorin Frankreich und frankophones Afrika
Katie Moore, Leiterin Marine Mammal Rescue and Research
Programmdirektorin Tierrettung
Shannon Walajtys, Leiterin IFAW Katastrophenhilfe
Leiterin des Bereichs Katastrophenhilfe
Vivek Menon, IFAW Senior-Berater Strategische Partnerschaften
Senior-Berater für Strategische Partnerschaften und Philanthropie