Löwe Cecil wird tragisches Opfer der grausamen Trophäenjagd

 

Jeff Flocken spricht auf CNN über die Trophäenjagd, die zum Abschuss des Löwen Cecil geführt hat.

Der Löwe Cecil war eine lokale Berühmtheit. Bei Touristen und Wissenschaftlern hatte er Kultstatus. Anfang des Monats hatte man ihn jedoch mit Futter aus den sicheren Gefilden eines Nationalparks in Simbabwe herausgelockt.

Er wurde dann mit einer Armbrust angeschossen. Der Schütze war angeblich ein Zahnarzt aus Minnesota, der fast 50.000 US-Dollar für die Jagd bezahlt hatte. Cecil muss furchtbare Schmerzen gehabt haben. Trotzdem wurde er noch 40 Stunden lang weitergejagt.

Die Jäger spürten ihn schließlich auf und töteten ihn per Kopfschuss mit einem Gewehr.

Doch nicht nur seine grausame Hinrichtung schockiert. Das Leittier eines Löwenrudels zu töten kann dramatische Konsequenzen haben. Er ist nicht mehr da, um sein Rudel vor aggressiven Löwen zu schützen, die als Einzelgänger unterwegs sind. Männchen, Junge und Weibchen, die sich noch im nun destabilisierten Rudel befinden, geraten in Gefahr. So führen die Taten der Jäger zu weitaus mehr Todesfällen von afrikanischen Löwen, als nur allein durch ihre Jagd verursacht werden. Löwen sind vom Aussterben bedroht.

Es gibt nur noch etwa 32.000 wild lebende Exemplare der Art – ein Populationsrückgang von 60 Prozent in den letzten 30 Jahren. Neben dem Lebensraumverlust und aus Vergeltung getötete Tiere durch Menschen, die von Löwen geschädigt wurden, stellt die Trophäenjagd eine direkte Bedrohung für die Art dar. Dass sie genauso zum Aussterben der Art beiträgt, wird oft unterschätzt – oder auch absichtlich ausgeblendet.

Die Tat des amerikanischen Zahnarztes ist zwar äußerst verabscheuenswürdig, jedoch keineswegs eine neue Erscheinung. Sportjagden sind in Afrika und anderen Regionen gang und gäbe. Vom Aussterben bedrohte Arten wie Löwen, Nashörner, Leoparden, Elefanten und Eisbären werden als Sport von Touristen getötet.

Das Beunruhigendste daran ist, dass Menschen sogar noch mehr dafür zahlen, Wildtiere töten zu dürfen, je seltener die Art ist.

So erkaufte sich ein Mitglied des Dallas Safari Club für 350.000 US-Dollar kürzlich das Recht, eins der stark vom Aussterben bedrohten Spitzmaulnashörner in Namibia zu töten.

Während Cecil illegal getötet wurde, werden viele bedrohte Arten auch unter dem Deckmantel des „Naturschutzes" getötet. Manche Jäger versprechen sich vom Erwerb des Rechts ein bedrohtes Tier zu töten auch, dass die gezahlte Summe in den Artenschutz oder an einheimische Gemeinden fließt. In Wahrheit gehen nur drei bis fünf Prozent der extravaganten Jagd tatsächlich an einheimische Gemeinden. Das restliche Geld kann bei vielen anderen Stellen enden – bei Regierungen oder auch bei hochpreisigen ausländischen Jagdreisen-Anbietern.

Der Glaube, dass man ein Tier töten muss, um es zu schützen, ist weder aus moralischer, ökonomischer oder biologischer Sicht, noch aus Sicht des Artenschutzes sinnvoll. Länder wie Kenia, die die Trophäenjagd verboten haben, profitieren heute von diesem Schritt durch Milliardenumsätze im Ökotourismus. Das ist ein wesentlich nachhaltigeres Modell, bei dem Wildtiere wieder und wieder Freude bereiten können.

Der wahre und einzige Wert dieser Arten liegt darin, dass ihre Schönheit in freier Wildbahn bewundert werden kann – und nicht in ihrer Tötung. Cecil hat als lebendiger Löwe mit Kultstatus für jede Menge Umsatz von Touristen gesorgt. Jetzt bleibt uns von ihm nur noch ein trauriger Denkzettel dafür, wohin Gier und Ausbeutung von Wildtieren führen können.

--JF

 

 

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