Japan: Walfangflotte nach Jagd rund um Antarktis zurückgekehrt

Ein noch nicht harpunierter Zwergwale.
Donnerstag, 24 März, 2016
Hamburg

 Die japanische Walfangflotte ist heute von ihrer Walfangsaison in antarktischen Gewässern in den Hafen Shimoniseki zurückgekehrt, wo sie 333 Zwergwale töten wollte, das berichten Medien. Obwohl es bisher keine offizielle Bestätigung gibt, lassen Quellen in der Japanische Regierung vermuten, dass tatsächlich 333 Zwergwale auf der Expedition harpuniert wurden.

In vorangegangenen Walfangexpeditionen hatte sich Japan eine jährliche Quote von etwa 1000 Tieren gegeben, In der Fangsaison 2013/2014 aber lediglich 252 getötet. Sollten jetzt tatsächlich 333 Wale getötet worden sein, bedeutet das einen signifikanten Anstieg.

„Japans anhaltender Walfang ist grausam und völlig unnötig“ erklärt Andreas Dinkelmeyer, IFAW (International Fund for Animal Welfare) Pressesprecher. „Mit diesem Schritt setzt sich Japan über alle internationalen Vereinbarungen und Konventionen hinweg. Das sollte die Staatengemeinschaft einem Mitglied des UN-Sicherheitsrats nicht durchgehen lassen.“

Im Dezember war die Walfangflotte in Richtung Antarktis ausgelaufen nachdem sie ein Jahr lang auf das Töten von Walen verzichtet hatte. 33 Nationen, darunter auch Deutschland, hatten in einer Demarche die Rückkehr zum Walfang kritisiert.

„Die Bundesregierung muss aber mehr tun, um Japan dazu zu bringen internationale Vereinbarungen und Gerichtsurteile anzuerkennen“, so Dinkelmeyer weiter. Laut internationalen Rechtsexperten wäre dies beispielsweise über das UN Seerechtsübereinkommen möglich.

Der Internationale Gerichtshof in den Haag hatte im März 2014 entschieden, dass das sogenannte wissenschaftliche Walfangprogramm Japans illegal sei. Zunächst hatte Japan sich an das Urteil gehalten und auf Walfang verzichtet. Trotzdem hatte das Land seine Absicht bekräftigt, mit einem neuen Forschungsprogramm zum Walfang zurückzukehren.

Im November 2014 hatte Japan dann ein neues tödliches Walfangprogramm mit dem Namen NEWREP-A vorgestellt, angeblich für Forschungszwecke. Ziel des Programms ist das Töten von jährlich 333 Zwergwalen. Innerhalb der zwölfjährigen Laufzeit sollen so fast 4000 Zwergwale für den sogenannten wissenschaftlichen Walfang sterben. Zusätzlich wird das Jagdgebiet rund um die Antarktis ausgedehnt, auch in Gewässer, die von Australien beansprucht werden. Das neue Programm unterscheidet sich nicht wesentlich vom vorherigen.

Eigentlich müsste das neue Walfangprogramm zuerst von der Internationalen Walfangkommission (IWC) begutachtet und genehmigt werden. Die IWC tagt im September in Slowenien. Auch über diese Vereinbarung hat sich Japan hinweggesetzt.

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