Japan schickt erneut Walfangflotte in die Antarktis und missachtet internationale Beschlüsse

Japans Walfangflotte ist erneut in Richtung Südlicher Ozean aufgebrochen, obwohl der Internationale Gerichtshof Japans Walfang vor zwei Jahren für illegal erklärt hatte und die Internationale Walfangkommission im Herbst stärkere Kontrollen forderte.

Zurzeit gibt es fast jede Woche ein Ereignis, mit dem Japan zeigt, wie wenig Wert es auf den Konsens der internationalen Gemeinschaft legt. Während sich die ganze Welt in den letzten Wochen auf die Wahl des US-Präsidenten konzentrierte, bereitete Japan erneut still und heimlich seine Walfangflotte vor, um wie schon zuvor unter dem Deckmantel der Wissenschaft mehr als 3.700 Wale im Nordpazifik zu töten.

Die Walfangflotte startete vor ein paar Tagen von Japan aus, um ihre sogenannte "Walforschung" im Südlichen Ozean zu beginnen. Dies ist das zweite Mal, seitdem der Internationale Gerichtshof Japans Walfang für illegal erklärt hatte. Im Oktober hatte die Internationale Walfangkommission (IWC) zudem neue Bestimmungen beschlossen, die eine stärkere Überprüfung des sogenannten wissenschaftlichen Walfangs vorsehen. Der IFAW hatte diese Entscheidung begrüßt.

Die Mehrheit der bei der Internationalen Walfangkonferenz anwesenden Staaten verurteilte Japans Walfang in der Antarktis. Wie werden sie also darauf reagieren, dass Japans Walfangflotte sich wieder auf den Weg gemacht hat?

Die Regierung Neuseelands hat Japans Schritt sofort verurteilt. Premierminister John Key versprach, das Thema diese Woche beim Wirtschaftsgipfel anzusprechen. Andere Staaten müssen diesem Beispiel folgen und Japans Verhalten auf höchster diplomatischer Ebene verurteilen. Natürlich hilft Diplomatie nur begrenzt, da in Japan die Interessen der Walfanglobby dominieren.

Der IFAW setzt sich auch dafür ein, dass sich die Einstellung zum Walfang innerhalb Japans verändert. Doch darüber hinaus ist Druck von außen wichtig. Durch seine wiederholte Missachtung beschlossener IWC-Bestimmungen und internationaler Gesetze riskiert Japan erneut gerichtliche Klagen seitens der internationalen Gemeinschaft.

Nach jahrelangen vergeblichen diplomatischen Bemühungen und Protestaktionen auf See war Australiens erfolgreiche Klage beim Internationalen Gerichtshof das einzige Mittel, das den Antarktischen Walfang bisher stoppen konnte - wenn auch nur für ein Jahr. Wir hoffen deshalb, dass weitere gerichtliche Klagen ein langfristiges Ende des Walfangs bewirken.

Matt Collis

Erfahren Sie mehr über die Arbeit des IFAW zum Schutz der Wale.

Post a comment

Experten

Azzedine Downes, Präsident und CEO
Präsident und CEO
Beth Allgood, IFAW Länderdirektorin USA
Länderdirektorin USA
Céline Sissler-Bienvenu,Direktorin Frankreich und frankophones Afrika
Direktorin Frankreich und frankophones Afrika
Cynthia Milburn, Senior-Beraterin Strategieentwicklung
Senior-Beraterin Strategieentwicklung
Faye Cuevas, Esq., Vizepräsidentin
Vizepräsidentin
Grace Ge Gabriel, Regionaldirektorin Asien
Regionaldirektorin Asien
Kelvin Alie, IFAW Vizepräsident Natur- und Tierschutz
Vizepräsident
Patrick Ramage, Programmdirektor Meeresschutz
Programmdirektor Meeresschutz
Rikkert Reijnen, Programmdirektor Wildtierkriminalität
Programmdirektor Wildtierkriminalität