IWC: Walfangmoratorium in Gefahr bei Konferenz der Mitgliedsstaaten nächste Woche

Ein Buckelwal erfreut sich des Lebens. (c) IFAW/S. Cook
Freitag, 7 September, 2018
Hamburg

Ab dem 10. September treffen sich Delegierte aus aller Welt zur zweijährlich stattfindenden Vertragsstaatenkonferenz der Internationalen Walfangkommission (IWC) in Florianopolis, Brasilien. Mit auf der Agenda steht ein umstrittener Vorschlag Japans, der das Walfangmoratorium aushebeln könnte.

„Diese Konferenz wird entscheidend sein, ob die IWC eine moderne internationale Walschutz-Organisation wird, dem 21 Jahrhundert entsprechend, oder ein Klub alternder Walfänger“, sagt Patrick Ramage, Leiter der Meeresschutzkampagne IFAW (International Fund for Animal Welfare). „Die Mitgliedsländer der IWC müssen den Rückfall in die überwundene Ära des kommerziellen Walfangs verhindern und die Umweltschutzarbeit der Kommission voranbringen, auch hin zu mehr Walschutz“.

Grundlegende Entscheidungen müssen die etwa 80 Mitgliedsstaaten ab Montag treffen. Der von Japan eingebrachte Vorschlag unter dem Titel „Way Forward“ (Der Weg nach Vorn) will eine Walfang-Arbeitsgruppe einrichten, in der nur Walfangländer zusammenarbeiten sollen. Der Vorschlag würde die IWC auch dazu verpflichten, ab 2020 Quoten für den kommerziellen Walfang einzuführen, ohne, dass klar ist, wie sie berechnet oder reguliert werden.

„Wird Japans Vorschlag angenommen, und dafür reicht eine einfache Mehrheit, wäre das der Wiedereinstieg in den unregulierten kommerziellen Walfang und ein Ende des Walfangmoratoriums“, kommentiert Ramage. „Die Mitgliedsländer der IWC müssen verhindern, dass der Antrag angenommen wird.“

Brasilien hat einen Gegenvorschlag eingereicht, die Florianopolis Deklaration, die eine positive Vision für die IWC entwirft und die wichtige Rolle der Wale für die Ökosysteme der Meere anerkennt sowie die ökonomische Bedeutung des Whalewatchings für Küstenorte hervorhebt.

Weitere wichtige Anträge befassen sich mit Unterwasserlärm in den Meeren, Kollisionen von Walen mit Schiffen und Geisternetzen, in denen sich Wale regelmäßig verfangen und dann qualvoll verenden. Zudem steht wieder die Einrichtung eines Walschutzgebietes im Südatlantik zur Abstimmung. In bisherigen Konferenzen konnte die dafür nötige Dreiviertelmehrheit nicht erreicht werden.

Post a comment

Pressekontakt

Andreas Dinkelmeyer
Telefon:
+49 (0)40 866 500 15
Mobiltelefon:
+49 (0)173 622 75 39
E-Mail:

Experten

Azzedine Downes, Präsident und CEO
Präsident und CEO
Beth Allgood, IFAW Länderdirektorin USA
Länderdirektorin USA
Cynthia Milburn, Senior-Beraterin Strategieentwicklung
Senior-Beraterin Strategieentwicklung
Dr. Maria (Masha) N. Vorontsova, Regionaldirektorin Russland und GUS
Regionaldirektorin Russland und GUS
Faye Cuevas, Esq., Vizepräsidentin
Vizepräsidentin
Grace Ge Gabriel, Regionaldirektorin Asien
Regionaldirektorin Asien
Jason Bell, IFAW Vizepräsident Natur- und Tierschutz
Vizepräsident Natur- und Tierschutz
Patrick Ramage, Programmdirektor Meeresschutz
Programmdirektor Meeresschutz
Sonja Van Tichelen, Vizepräsident für internationale Koordination
Vizepräsident für internationale Koordination
Staci McLennan, Regionaldirektorin Europäische Union
Staci McLennan, Regionaldirektorin Europäische Union
Tania McCrea-Steele, Leiterin der Kampagne gegen illegalen Online-Wildtierhandel
Leiterin der Kampagne gegen illegalen Online-Wildtierhandel, IFAW Großbritannien